Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unterhalt, Sorgerecht

06.01.2011 16:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Hallo, unser Enkelkind (Vater Ausländer)lebt seit der Geburt bei uns. Unsere Tochter (20) wohnte auch bei uns bevor sie ihren Mann kennenlernte, heiratete und nach Deutschland holte. Sie wurde schnell schwanger. Die zwei haben sich von Anfang an immer gestritten. wir haben ihnen eine Wohnung besorgt und möbliert, (alles auf unsere Kosten) weil wir dachten, es wird dann besser. Ein Monat verbrachten sie zusammen dann kam aber schnell die definitife Trennung. Beide wollten das Kind nicht haben. Wir haben uns beim Jugendamt bereit erklärt, es aufzunehem, da sowieso für alle alles beim Alten bleibt. Bis auf den einen Monat war das Kind mit seinen Eltern eh immer bei uns und wir haben für alle gesorgt. Während der Trennungszeit hatten wir große Probleme mit dem Vater des Kindes, da er nichts zahlen wollte: keine Schulden, keinen Unterhalt für sein Kind und es nicht regelmäßig besuchte. Das Jugendamt vermittelte uns einerseits den positiven Eindruck, das Kind ist gut bei uns aufgehoben. Andererseits konnte unser Schwiegersohn durch Tränen und falsche Behauptungen es überzeugen, dass wir ihn nur ausweisen und den Kontakt zum Kind verhindern wollen. Seit dem wir keine Ansprüche mehr stellen, läuft es. Wie sieht die Zukunft unseres Enkelkindes gesetzlich aus? Beide Eltern haben das Sorgerecht und wir haben die Sorgen.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wie Sie schreiben, haben die Eltern Ihres Enkels das gemeinsame Sorgerecht. Da das Enkelkind bei Ihnen lebt, gehe ich davon aus, daß Ihnen ein Teil der Personensorge als Pflegeperson übertragen worden ist. Eine Übertragung der teilweisen Personensorge auf eine Pflegeperson kann durch das Familiengericht erfolgen; vgl. § 1630 Abs. 3 BGB. Insoweit sind die Eltern dann von der elterlichen Sorge enthoben. Das folgt aus § 1630 Abs. 1 BGB.


2.

Die Eltern haben die Möglichkeit, Dritten schriftlich oder formlos in stets widerruflicher Weise die tatsächliche Sorge zu übertragen.

Wie der Aufenthalt des Kindes bei Ihnen geregelt worden ist, ist dem Sachverhalt nicht zu entnehmen.


3.

Solange Sie als Pflegeperson die teilweise Sorge ausüben, wird das Enkelkind bei Ihnen leben.

Es wird sich hinsichtlich des weiteren Schicksals des Kindes die Frage stellen, ob das Kind zu einem späteren Zeitpunkt zur Mutter oder zum Vater zieht. Diesbezüglich müssen sich die Eltern verständigen, da Sie das gemeinsame Sorgerecht haben.


4.

Eine für Sie nicht unbedeutende Frage wird die Klärung des Kindesunterhalts sein. Unterhaltspflichtig sind die Eltern. Da Sie das Enkelkind betreuen, sind die Eltern des Kindes barunterhaltspflichtig. Gegen den zahlungsfähigen Elternteil können folglich Unterhaltsansprüche geltend gemacht werden. Außerdem sollte dafür gesorgt werden, daß Sie das Kindergeld erhalten.


5.

Vom Grundsatz her gesehen läßt sich Ihre Rechtsposition dahingehend charakterisieren, daß Sie solange die Pflege des Kindes übernehmen können, bis die Eltern ihr Kind wieder zu sich nehmen wollen.

Ihre Formulierung, die Eltern hätten das Sorgerecht und Sie die Sorgen, ist folglich schon recht treffend.

Wenn Sie das Enkelkind bei sich haben und versorgen wollen, ist dagegen absolut nichts einzuwenden. Streitigkeiten kann es geben, sobald die Eltern eine andere Entscheidung treffen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.01.2011 | 18:09

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Eine Frage noch: wir machen uns Sorgen, dass das Kind instrumentalisiert wird. Ab welchem Alter kann sich das Kind selbst entscheiden, wo es leben möchte? Kann es rückwirkend den Unterhalt einfordern?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.01.2011 | 19:23

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Ihre Befürchtungen, daß die Eltern das Kind als Druckmittel einsetzen, um eigene (vermeintliche) Ansprüche durchzusetzen, sind durchaus berechtigt. Bei der Trennung der Eltern wird das Kind häufig zum Spielball der widerstreitenden Interessen. Das ist bedauerlich, aber fast nur zu verhindern, wenn die Eltern die Fähigkeit besitzen, über den Tellerrand der eigenen Interessen hinauszuschauen.


2.

Ab welchem Alter kann sich das Kind selbst entscheiden, wo es leben möchte?

Hier hilft ein Blick ins Gesetz: § 1671 Abs. 2 Satz 1 BGB. Danach gilt, daß dem Antrag stattzugeben ist, soweit

- der andere Elternteil zustimmt, es sei denn, daß das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat und der Übertragung widerspricht, oder

- zu erwarten ist, daß die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht.


3.

Unterhalt kann nicht rückwirkend verlangt werden, sondern nur für die Zukunft.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71410 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Rasche und klar verständliche Antwort. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
sehr schnelle Antwort mit entsprechender Hilfestellung zu Urteilen für einen Einspruch. ...
FRAGESTELLER