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Unterhalt, Eigentum, Schulden

| 4. November 2009 17:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Folgender Sachverhalt:

Ich lebe seit drei Jahren von meinem Ehemann getrennt.
Wir haben zwei gemeinsame Kinder (Zwillinge 9 Jahre).
Desweiteren haben wir ein Zweifamilienhaus, wovon eine Wohnung vermietet ist.
Monatliche Belastung Zinsen+Tilgung 637,-
Monatliche Mieteinnahmen 350,-
Ich bin mit den Kindern vor drei Jahren ausgezogen, eine Haushaltsteilung fand nie statt.
Habe also beim Teelöffel anfangen müsse alles neu anzuschaffen.
Das gemeinsam angeschaffte Auto hat auch er behalten, Restschulden belaufen sich auf 4300 Euro, monatlichwe Rate 183 Euro.
Bis 2008 hat mein Mann ein geschätztes Nettoeinkommen von ca. 2700 Euro, davon hat er 500 Euro Kindesunterhalt gezahlt.
Auf Trennungsunterhalt habe ich bisher verzichtet.
Mein Einkommen beträgt mtl. 400,-Euro.
Seit Oktober 2008 ist mein Mann krank geschrieben.
Sein Einkommen der letzten 12 Monate ist wie folgt:
Krankengeld: 21849,-
Lohn : 2028,87
Leistungen vom Arbeitgeber wie Urlaubs/Weihnachtsg./Prämien 6399,-

Nun liegt mein Einkommen so niedrig das ich kaum mehr den Lebensunterhalt für mich und die Kinder bestreiten kann und in Erwägung ziehe einen Anwalt aufzusuchen um mehr Unterhalt für mich und die Kinder zu bekommen.
Ich weiß allerdings nicht ob ich bei der Einkommens und Schulden Situation Aussicht auf Erfolg habe.
Da ich versucht habe mich gütlich mit meinem Mann zu einigen, dieser jedoch große Angst hat auch nur einen Cent mehr zu zahlen, hat er einen Anwalt aufgesucht und dort Angaben zu seinem Einkommen gemacht. Dabei hat er die Leistungen wie Urlaub /Weihnachtsgeld etc. nicht angegeben.
Wie sehen Sie die Erfolgsaussichten auf einen höheren Unterhalt?

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Basierend auf den von Ihnen gemachten Angaben möchte ich Ihre Frage hinsichtlich Ihrer Erfolgsaussichten, mehr Unterhalt von Ihrem Ehemann zu verlangen, folgendermaßen beantworten:

Zunächst ist das Einkommen Ihres getrennt lebenden Ehemannes zu berechnen:
Dies setzt sich zunächst aus den in den letzten 12 Monaten gezahlten Krankengeld von 21.849,- € + Lohn i.H.v. 2.028,87 € + Arbeitgeberleistungen wie Urlaubs-/Weihnachtsgeld/Prämien i.H.v. 6.399,- € zusammen: Dies ergibt die Summe von 30.276,87 € auf das Jahr, d.h. dies ist ein monatliches Einkommen von 2.523,07 €.

Zu diesem monatlichen Einkommens Ihres Mannes sind einmal die monatlichen Mieteinnahmen von 350,- €, die Ihr Mann erzielt, hinzuzurechnen.

Zusätzlich ist Ihrem Mann der volle objektive Wohnwert zu seinem Einkommen hinzuzurechnen, da er noch in dem Ihnen gemeinsam gehörenden Haus lebt und Mietkosten erspart und auch das erste Trennungsjahr bereits verstrichen ist.
Hier habe ich mich von dem Betrag her an der vermieteten Wohnung orientiert und noch einmal 350,- € angesetzt.
Hier kann der Wert aber auch höher liegen, dazu vermag ich an dieser Stelle aber keine Angaben zu machen.

Damit hat Ihr Mann zunächst Einnahmen von 2.523,07 € + 700 € (Mieteinkünfte + Wohnwert), d.h. von 3.223,07 € monatlich.

Von diesen Einnahmen abzuziehen sind nun die Schulden, bei denen ich unterstellt habe, dass Ihr Mann diese in vollem Umfang trägt:

3.223,07 € - 183,- € monatl. Ratenzahlung für den Pkw – 637 € monatl. Belastung Tilgung und Zinsen für das Haus = 2.403,07 € Nettoeinkommen im Monat.

Ihr Mann hätte damit nach dieser Rechnung ein monatliches Nettoeinkommen von 2.403,07 €.

Der Kindesunterhalt, den Ihr Mann Ihren Zwillingen zu leisten hätte, betrüge demnach für jedes Kind 289 € im Monat: Bei einem Nettoeinkommen von bis zu 2.700 € monatlich fällt Ihr Mann in die 4. Gruppe der Düsseldorfer Tabelle. Bei der Altersstufe ist hier die 2. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle maßgebend, da Ihre Kinder 9 Jahre alt sind. Der Nettounterhaltsanspruch jedes Ihrer Kinder gegen den Kindesvater beträgt damit 371 € Mindestunterhaltsanspruch abzüglich 82 € hälftiges Kindergeld, d.h. 289 €.

Damit müsste Ihr Mann Kindesunterhalt in Höhe von 578 € monatlich leisten.

Nun zu Ihrem Anspruch auf Ehegattenunterhalt:

Ausgehend von der oben errechneten Verpflichtung zur Zahlung von Kindesunterhalt in Höhe von 578 € monatlich verbliebe dann ein Nettoeinkommen Ihres Mannes in Höhe von 1.825,07 € im Monat.

Normalerweise wären von diesem Nettoeinkommen berufsbedingte Auswendungen in Höhe von 5% z.B. für Fahrtkosten abzuziehen, das wäre hier ein Betrag von 91,25 €. Da Ihr Mann aber den größten Teil des vergangenen Jahres krank geschrieben war und nicht gearbeitet hat, Fahrtkosten also kaum angefallen sein dürften, habe ich diesen Betrag nicht abgezogen, sodass es bei den 1.825,07 € bleibt (dies immer unter Vorbehalt).

Weiterhin wäre normalerweise vom Einkommen Ihres Ehemannes noch 1/7 Erwerbstätigenbonus abzuziehen. Dies wären hier 260,72 €. Diesen Erwerbstätigenbonus habe ich hier auch nicht vom Einkommen abgezogen, da er wie bereits gesagt die meiste Zeit krank geschrieben war und also tatsächlich nicht gearbeitet hat.
Bei dieser Rechnung hätte Ihr Mann also ein restliches monatliches Einkommen von 1.825 €.

Ihr Anspruch auf Ehegattenunterhalt ist nach dem Halbteilungsgrundsatz zu berechnen. Das bedeutet zunächst, dass von Ihrem monatlichen Nettoeinkommen von 400 € der Erwerbstätigenbonus von 1/7 abzuziehen ist in Höhe von 57,14 €, so dass Ihr monatliches Nettoeinkommen 342,86 € betragen dürfte.

Zieht man nun vom Einkommen Ihres Ehemannes Ihr Einkommen ab, d.h. 1.825,07 € – 342,86 € verbleiben 1482,21 €. Diese sind durch 2 zu teilen:

Damit stünde Ihnen gegen Ihren Mann Ein Unterhaltsanspruch von monatlich 741,11 € zu.

Der Ihrem Mann Ihnen gegenüber als seiner getrennt lebenden Ehefrau zustehende Selbstbehalt von 1000 € im Monat bliebe damit auch gewahrt (1.825,07 € – 741,11 € = 1.083,96 €), so dass Ihr Mann auch den Betrag von 741,11 € im Monat zu zahlen hätte.

Auf Basis dieser Berechnungen hätten Sie damit einen Anspruch auf höhere Unterhaltszahlungen als die bisher von Ihrem Mann geleisteten 500 € monatlich.

Sie sollten sich daher anwaltlich vertreten lassen und von Ihrem Ehemann sowohl höheren Kindesunterhalt als auch nun Ehegattenunterhalt fordern.

Dort müsste dann durch den Anwalt/ die Anwältin noch einmal im Einzelnen eine umfassende Prüfung zu Ihren Unterhaltsansprüchen und denen Ihrer Kinder angestellt werden, da ich hier nicht über alle relevanten Informationen verfüge.

Für die Inanspruchnahme eines Anwaltes können Sie wegen Ihres geringen Einkommens Beratungshilfe in Anspruch nehmen.


Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Zum Abschluss möchte ich Sie noch hierauf hinweisen:

Bei der vorliegenden Antwort, welche ausschließlich auf Ihren Angaben beruht, handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhalts.
Diese Einschätzung kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen.
Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen,

Rechtsanwältin Gesine Mönner

Bewertung des Fragestellers 9. November 2009 | 12:24

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