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Unterbricht die Ausschlagung eines Erbes die gesetzliche Erbfolge?

| 07.04.2013 14:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Nichte und Neffe haben das Erbe ihrer Mutter (unserer Schwester) wegen Überschuldung ausgeschlagen. Wir als Geschwister haben das Erbe unserer Schwester angenommen. Jetzt ist unser Vater verstorben. Warum sollen jetzt unsere Nichte und Neffe von ihrem Opa erben? Unserer Ansicht nach haben sie mit der Ausschlagung des Erbes ihrer Mutter die Erbfolge unterbrochen und wir als Geschwister haben die Rechtsfolge unserer Schwester mit der Annahme ihres verschuldeten Erbes angetreten. Warum sollen sie, wo jetzt ein wenig Geld zu holen ist, erben und wir haben die Schulden unserer Schwester beglichen?

Sehr geehrte Fragestellerin,


Ihre Frage möchte ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts gerne wie folgt beantworten:

Bei der Erbausschlagung handelt es sich um eine ausdrückliche Erklärung, eine Erbschaft und alle damit verbundenen Rechte und Pflichten nicht anzunehmen, vgl. § 1942 BGB: Anfall und Ausschlagung der Erbschaft , § 1943 BGB: Annahme und Ausschlagung der Erbschaft . Schlägt ein Erbe die Erbschaft aus, geht sie automatisch an den nächsten Erbberechtigten über (genauer: an den, der geerbt hätte, wenn der ausschlagende Erbe nicht gelebt hätte, § 1953 BGB: Wirkung der Ausschlagung ). Dieser kann natürlich ebenfalls das Erbe ausschlagen. So hätten auch Sie und Ihre Geschwister des überschuldeten Nachlass ausschlagen können und wäre damit nicht belastet gewesen. Gibt es keine weiteren Erbberechtigten bzw. würden alle weiteren in der Folge Erbberechtigten das Erbe ebenfalls ausschlagen, würde das Erbe an den Fiskus fallen. Die Ausschlagung erfolgt in Form einer entsprechend fristgerecht abgegebenen Erklärung vor dem Nachlassgericht und gilt grds. nur für den betreffenden Erbfall. Die Erklärung hat aber keine allgemeine Ausschlusswirkung für andere in Folge anfallenden Erbfälle in der Familie. So gibt es grundsätzlich keinen (gesetzlichen) Ausschlussgrund für andere Erbfälle. Sollte Ihre Nichte und Ihr Neffe nunmehr als Erben berufen sein, mag dies für Sie sicherlich in einem gewissen Rahmen ungerecht erscheinen, jedoch lässt das Gesetz dies grundsätzlich so zu. Die gesetzliche Erbfolge, soweit keine testamentarische Verfügung vorliegt, ergibt sich dann aus § 1924 BGB: Gesetzliche Erben erster Ordnung , womit in Ihrem Fall Neffe und Nichte an die Stelle Ihrer vorverstorbenen Schwester treten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung verschaffen. Hinweisen möchte ich noch darauf, dass diese Plattform nur eine erste Einschätzung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts erlaubt. Eine umfassende Rechtsberatung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden.


Mit freundlichen Grüßen,

Bewertung des Fragestellers 07.04.2013 | 21:56

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