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Unterbilanzhaftung GmbH

| 24.05.2018 14:56 |
Preis: 25,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben Anfang April eine GmbH (mit erst einmal 12.500 € Stammkapital) gegründet. Derzeit warten wir auf den Handelsregistereintrag, der sich leider etwas verzögert hat. Laut Handelsregister wurde die Rechnung für den Eintrag bereits rausgeschickt, sodass nach Zahlung der Rechnung der Eintragung nichts im Wege stehen würde.
Nun arbeiten wir mit einem Softwareunternehmen zusammen, welches ein Projekt für uns umsetzt. Das Projekt wurde gestartet und das Softwareunternehmen wartet nun auf die Zahlung von Abschlägen, andernfalls stoppen sie das Projekt – was wir nicht wollen.

Um die Problematik der Unterbilanzhaftung zu umgehen, haben wir nun zusätzliches Geld in die GMBH eingezahlt. Mit dem überschüssigen Geld (Gesamtkapital – Haftungsstock (12.500€)) wollen wir nun noch vor Eintragung ins Handelsregister die Zahlung der geforderten Abschläge vornehmen. Dazu haben wir folgende Fragen:

1. Umgehen wir damit das Problem der Unterbilanzhaftung, da das Stammkapital nicht angerührt wird?
2. Entsteht hierdurch vielleicht ein anderes Problem, dass wir nicht bedacht haben?
3. Müssen dafür die Rechnungen der Abschlagszahlungen auf einen Tag datiert sein, der nach Einzahlung des überschüssigen Kapitals liegt?

Vielen Dank vorab für Ihre Antwort!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zu 1)
Sind bei einer GmbH-Gründung zum Zeitpunkt der Eintragung der GmbH in das Handelsregister die erbrachten Stammeinlagen _ihrem_Wert_nach_ nicht mehr vollständig vorhanden, haften hierfür die Gründungsgesellschafter – dies ist die sog. Unterbilanzhaftung. In Ihrem Fall würde als Gegenzug für die geleisteten Anzahlungen ein Wert in Form der erbrachten Programmierleistungen in das Firmenvermögen übergehen, so dass sich das Thema der Unterbilanzhaftung eigentlich nicht stellen sollte. Allerdings könnte im Zweifelsfall eine Debatte darüber entstehen, ob der „Wert" der Softwarearbeiten tatsächlich den aus dem Stammkapital geleisteten Anzahlungen entspricht. Daher halte ich Ihren Weg, die Anzahlungen nicht aus dem Stammkapital, zu leisten, für durchaus sinnvoll. Wichtig ist, dass das „neue" Geld nicht als Stammeinlage verstanden werden kann; die Einlage in Form von Gesellschafterdarlehen sollte daher überdacht werden. Werden sodann aus dieser Liquidität die Anzahlungen geleistet, reduziert sich nicht die Stammeinlage, und eine Unterbilanzhaftung ist ausgeschlossen.

Zu 2)
Ob sich mit dem angedachten Procedere ein anderes (ggf. steuerrechtliches) Problem ergibt, kann ich an dieser Stelle in Unkenntnis der näheren Umstände nicht beurteilen. Ich empfehle, die in Betracht kommenden Alternativen (Gesellschafterdarlehen, Kapitalrücklage, etc.) mit Ihrem Steuerberater zu diskutieren.

Zu 3)
Die Datierung der Rechnungen ist nicht relevant, da es für eine Unterbilanzhaftung nur auf den tatsächlichen Abfluss des Wertes des Stammkapitals ankommt. Das Eingehen von Verbindlichkeiten hat hierauf aber keinen Einfluss.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 24.05.2018 | 16:26

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort!

Wir haben eine letzte Rückfrage: In der Überweisung haben wir das zusätzliche Geld als Privateinlage gekennzeichnet und wir wollen das Kapital auch auf nicht absehbare Zeit in der GmbH lassen. Ebenfalls haben wir uns die letzten Tage dazu entschieden das Stammkapital auf die vollen 25.000 € zu erhöhen. Das Stammkapital wurde jeweils in den Überweisungen als solches gekennzeichnet und das überschüssige Geld als Privateinlage. Sehen Sie das problematisch? Buchungstechnisch werden wir das Geld ja anschließend sauber trennen können und die Überweisungen überschreiten das überschüssige Geld nicht.

Wir sind davon ausgegangen, dass selbst bereits eingegangene Verbindlichkeiten als solche bereits zu einer Unterbilanzhaftung führen, da man das überall liest. Vielen Dank, dass Sie das für uns so klar abgegrenzt haben!

Vielen Dank für Ihre Antwort und wir wünschen Ihnen noch einen schönen Tag!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.05.2018 | 17:12

Hallo

und danke für die Nachfrage. Die von Ihnen genannten Verwendungszwecke halte ich für ausreichend, um die Einzahlungen zweifelsfrei dem Stammkapital einerseits und den (wie auch immer gearteten) Einlagen andererseits zuzuordnen.

Hinsichtlich der Unterbilanzhaftung/Rechnungsdaten möchte ich noch kurz klarstellen, dass Verbindlichkeiten durchaus nicht irrelevant sind. Zum einen ist aber Ziel der Unterbilanzhaftung, dass die GmbH zum Zeitpunkt ihrer Eintragung über ihr volles Stammkapital verfügen kann - was hier der Fall ist, da Sie die für die Rechnungen nötige Liquidität separat zuführen. Zum anderen steht den zu passivierenden Rechnungen ein entsprechender Aktivposten gegenüber. Dieser kann bis zur Fertigstellung der Software (oder bestimmter Meilensteine) ein Rückforderungsanspruch in Höhe des Rechnungsbetrags sein, nach der Fertigstellung die zu Anschaffungskosten zu bewertende Software selbst. Damit besteht grds. auch bilanziell keine Unterbilanz.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

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Bewertung des Fragestellers 24.05.2018 | 16:10

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