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Unnötig getauschtes Ersatzteil bezahlen?

| 30. November 2022 11:41 |
Preis: 40,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


21:28

Unsere Gastherme zündete kurz aber lief nicht mehr an. Der Heizungsinstallateur schaute sich das Gerät an und schaute dann in der Betriebsanleitung nach der Lösung. Er reinigte die Brennerkammer, leider ohne Erfolg. Dann rief er die Hotline vom Hersteller an und beschrieb das Problem. Der Herr der Hotline sagte ihm ein paar Sachen die er überprüfen soll. Unter anderem den Gasdurchfluss. Diesen konnte er nicht richtig messen, da er das benötigte Gerät nicht dabei hatte. Er improvisierte mit einem anderen Gerät. Daraufhin meinte er dass es an dem Gasventil liegen könnte. Auf seine Frage ob er ein neues Ventil besorgen soll, sagte ich, ja, wenn es an dem liegt schon.
3 Tage später kam der Handwerker wieder mit dem Ersatzteil, da er leider ziemlich lange brauchte, musste ich ihn alleine lassen und zur Arbeit. Wir vereinbarten dass er sich meldet wenn er fertig ist.
Es kam dann eine SMS, dass er das Ersatzteil eingebaut hat aber die Heizung trotzdem nicht läuft und er jetzt auch nicht weiter weiß und ab morgen für 3 Wochen im Urlaub ist.
Als ich vom arbeiten kam, sah ich dass das neue Ersatzteil in der Heizung verbaut blieb obwohl es nichts gebracht hatte. Außerdem hatte er das alte, nicht defekte Teil, einfach mitgenommen. Als ich ihn anrufen wollte war das Handy aus... Urlaub... 2 Wochen später kam eine Rechnung von ihm für Arbeitszeit und das Ersatzteil. Zusammen rund 700€
Nun meine Frage, muss ich das Ersatzteil bezahlen? Ein anderer Heizungsinstallateur teilte uns mit, dass es für den Austausch von diesem Teil keinen Grund gab, da der Gasfluss in Ordnung war.
Auf meine Frage warum er das alte Teil nicht wieder einbaut und das neue wieder mitnimmt, meinte er, dass er das ausgebaute Teil nicht mehr hat.
Ich sehe es eigentlich nicht ein für dieses Ersatzteil zu bezahlen. Seine Arbeitszeit habe ich bereits bezahlt. Er besteht auch auf die Bezahlung des Ersatzteils.

30. November 2022 | 12:47

Antwort

von


(23)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach meiner Einschätzung hat der Handwerker weder einen Anspruch auf seine Vergütung noch auf die Kosten für das Ersatzteil. Eine Handwerksleitung ist ein Werkvertrag nach §631 BGB. Der Handwerker schuldet einen bestimmten Erfolg und zwar die Herstellung bzw. Veränderung eines Werkes. Wenn der Erfolg nicht herbeigeführt wird, dann entsteht in der Regel auch kein Anspruch auf eine Vergütung. Der Anspruch auf Vergütung wird auch erst fällig wenn der Besteller das Werk abgenommen hat. Abnahme bedeutet die Entgegennahme des Werkes sowie die Billigung des Werkes als im Wesentlichen vertragsgemäß. Die Leistung des Handwerkers war vorliegend mangelhaft, denn das Problem mit der Heizung konnte nicht behoben werden. Sie haben somit einen Anspruch auf Nacherfüllung und wenn sich der Handwerker weigert dann können Sie vom Vertrag zurück treten (Vgl. 634 BGB). In dem Fall muss der Handwerker das eingebaute Teil wieder ausbauen und Ihnen das alte Teil einbauen. Wenn das alte Teil nicht mehr vorhanden ist, dann ist er dafür schadensersatzpflichtig und muss den Zeitwert ersetzen oder Ersatz beschaffen.

Konkret rate ich dazu der Rechnungsstellung zu widersprechen und zur Nacherfüllung aufzufordern, weil die Arbeit mangelhaft ist. Zudem muss der Handwerker den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Melvin Grimm
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 30. November 2022 | 14:03

Vielen Dank für die Antwort.
Allerdings hatten wir mittlerweile einen anderen Heizungsinstallateur da, der die Heizung repariert hat. Kann ich trotzdem von dem Vertrag zurücktreten?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 30. November 2022 | 21:28

Ihre Nachfrage möchte ich gerne wie folgt beantworten:

Eine Selbstvornahme gem. § 637 wäre grundsätzlich erst nach Setzung einer angemessen Frist zur Nacherfüllung möglich gewesen. Eine Frist zur Nacherfüllung wäre grundsätzlich Voraussetzung für einen Rücktritt. Außer in den Fällen, dass der Unternehmer die Nacherfüllung gemäß § 635 Abs. 3 verweigert oder wenn die Nacherfüllung fehlgeschlagen oder dem Besteller unzumutbar ist. Die Unzumutbarkeit ließe sich damit begründen, dass der Handwerker 3 Wochen im Urlaub ist und Sie Ihre Heizung selbstverständlich in der kalten Jahreszeit benötigen. Eine weitere Fristsetzung wäre nach meiner Einschätzung unzumutbar. Erst Recht weil der Handwerker seine Arbeit nicht fachgerecht ausgeführt hat und damit das Vertrauen in seine Leistung erschöpft ist. Zudem weigert er sich das alte Teil wieder einzubauen. Im Ergebnis steht Ihnen somit ein Rücktrittsrecht zu, weil die Nacherfüllung unzumutbar ist.

Mit freundlichen Grüßen

Melvin Grimm
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 30. November 2022 | 22:15

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