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Unlautere Werbung


22.02.2006 09:43 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe für einen Handwerker, der einen Handwerksbetrieb führt, jedoch keinen Meisterbrief hat, einen neuen Slogan entwickelt: "Meisterwerke aus ... "

Der Jurist der Handwerkskammer schreibt nun dazu:

"Nachdem Herr xxx (...) keine Meisterprüfung besitzt, sehen wir in der Verwendung des Begriffes „Meisterwerke“ die Gefahr einer Irreführung."


Ich sehe das natürlich ganz anders und ziehe den Duden und den Wahrig zurate:

Der Duden sagt zum Meisterwerk:
Bravourstück, Glanzstück, meisterhaftes Werk, Meisterleistung, Meisterstück; (emotional verstärkend): Spitzenleistung.
© Duden - Das Synonymwörterbuch, 3. Aufl. Mannheim 2004 [CD-ROM]

Der Wahrig ergänzt im "Deutschen Wörterbuch": großartiges Kunstwerk, vorbildl. Arbeit, Leistung

Fazit: Es ist keineswegs so, dass nur eingetragene Handwerksmeister Meisterwerke vollbringen. Usere Museen sind voll von Meisterwerken. Picasso, Rubens, Gaughin etc. keiner von diesen Künstlern respektive Meistern besaß je einen Meistertitel.

Zudem benötigt Herr xxx keinen Meistertitel um meisterliche xxx-Arbeiten auszuführen. Ich sehe daher keine Gefahr einer Irreführung. Der Verbraucher ist doch ein kultivierter, informierter Mensch und kann durchaus unterscheiden, ob im Werbeslogan vom "Meisterwerk" die Rede ist, oder von einem xxx-meister.

Wie bewerten Sie die Situation.
Ich finde den Slogan äußerst passend und möchte meinen Kunden natürlich lieber den Rücken stärken, brauche dadurch jedoch einigermaßen gute Karten.

Danke vorab



-- Einsatz geändert am 22.02.2006 09:50:02
22.02.2006 | 10:50

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Bitte beachten Sie, dass eine Antwort nur auf den von Ihnen gegebenen Informationen basiert. Sollten die Tatsachen anders sein, ist auch die Einschätzung möglicherweise eine Andere.

1.Für die Beantwortung der Frage, ob eine Werbung „irreführend“ ist, sind alle Bestandteile der Werbung einzubeziehen, insbesondere gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 3 UWG Angaben über die Befähigung des Werbenden.

2.Bei der Beurteilung der Irreführungsgefahr ist auf den durchschnittlich informierten, situationsadäquat aufmerksamen Verbraucher abzustellen (BGH, GRUR 2003, 247). Im Urteil OLG Köln, Entscheidung vom 06.02.1987 - 6 U 220/86 , hat das Gericht darauf abgestellt, dass die Werbung mit dem Begriff „Meisterbetrieb“ nur zulässig ist, wenn auch mindestens ein Meister des jeweiligen Faches dort die Arbeit führt. Ob jedoch bereits die Werbung mit „Meisterwerken“ für eine Irreführung ausreicht, wird Abwägungsfrage sein.

3.Sie haben gute Argumente gegen eine Irreführung.

Im Ergebnis stimme ich aber dem Urteil der Kammer zu. Die Werbung eines Handwerkers, der kein Meister ist, seine Werke aber als „Meisterwerke“ benennt, erscheint mir durchaus irreführend. Denn der informierte Kunde geht beim Lesen des Wortes „Meister..“ davon aus, dass sich das Wort auf den Meisterbrief bezieht und nicht lediglich das künstlerische Meisterwerk gemeint ist. Die Verbindung zwischen Handwerkern und dem Begriff „Meister-werk“kann in den Köpfen des kundigen Käufers eine Verknüpfung zum Meisterbrief hervorrufen.

4.Letztendlich entscheidet das Gericht. Die Frage ist also, ob Sie bzw Ihr Kunde bereit sind, Gelder für einen Prozeß zu investieren oder selbiges in einen neuen Werbeslogan.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de

Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München
Tel: (089) 20604130
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