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Unklares Mietverhältnis und keine ausgehandelte Miete


12.12.2013 20:46 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa



In hatte mit meinem Vermieter einen schriftlichen Mietvertrag über eine 1-Zimmerwohnung (Warmmiete 320€), nach einem Streit haben wir uns beide darauf geeinigt, dass ich in ein anderes Zimmer komme, das habe ich auch schriftlich.

Der Umzug ging relativ schnell und es wurde an dem Tag kein Mietvertrag mehr geschrieben, der aber noch kommen sollte (aber nie kam). Ich fragte nach der Miete, aber der Vermieter verwies auf später und dass es billiger sein würde als die vorherige Wohnung.
Ich bin dann also in eine WG gezogen, bin aber von einem Einzelmietvertrag ausgegangen, da ich den "Vertrag" nur mit dem Vermieter ausgehandelt hatte.
Immer wenn ich nach der Miete fragte, wurde ich abgewiesen. Ich habe dementsprechend nichts gezahlt, ich wusste nicht wieviel und bekam auch keine Antwort darauf.

Inzwischen bin ich schon 2 Monatsmieten im Rückstand und der Vermieter sprach mich auch schon mehrmals auf die Miete an, aber immer wenn ich nach dem Betrag fragte, bekam ich keine Antwort, außer einmal. Da erklärte er mir, dass ich in den Mietvertrag meines Mitbewohners gucken sollte und wir uns einig werden sollen wer was zahlt. Er will einfach die Gesamtmiete sehen. Jetzt kam auch eine Mahnung in der steht, dass wir alle gemeinsam für die Wohnung haften. Ich selbst besitze diesen gemeinschaftlichen Vertrag nicht und habe ihn auch nie unterschreiben.

Ich hatte heute bereits ein Telefongespräch mit meinem Anwalt, der mir sagte, dass ich nicht in dem gemeinsamen Mietvertrag bin. Trotzdem wohne ich ja dort und bin demnach in einem Mietvertrag.

Er sagte mir aber auch, dass ich sofort die Mieten zahlen soll, mit denen ich im Rückstand bin. Als sagte, dass ich den Betrag nicht weiß und keine Miete ausgehandelt wurde, konnte er mir das überhaupt nicht glauben. Ich erzählte dann von dem vorherigen Mietvertrag und wie ich in die WG gerutscht bin und irgendwie gab er mir am Ende mit auf den Weg, dass ich 320€ Miete zahlen soll. Das ist aber ein Betrag von einem Mietvertrag der gar nicht mehr gültig ist.

Ich muss dazu sagen, dass der Vermieter das mit der ersten Monatsmiete bei mir ganz geschickt gemacht hat. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass ich die Miete für die alte 1-Zimmer-Wohnung bezahle (war eine mündliche Abmachung, das waren die 320€). Er hat aber jetzt in der Mahnung geschrieben, der Betrag wäre eine erste Zahlung für die WG in dem gemeinschaftlichen Vertrag gewesen. Es ist nicht mehr wirklich feststellbar für welche Wohnung ich 320€ gezahlt habe. Es gibt ein schriftliches Dokument wo drin steht das ich nicht mehr für die alte Wohnung hafte und an dem Tag 320€ Miete für Oktober gezahlt habe. Für welche Wohnung steht dort nicht.
Dementsprechend könnte es ja wirklich sein, dass ich zugestimmt habe, für mein neues Zimmer auch 320€ zu zahlen.

Es ist eine 3er WG, in der momentan nur noch zwei wohnen. Zwei vorherige Mieter sind einfach abgehauen, da kommen ziemlich hohe Mietrückstände zusammen. Einer davon war vorher in meinem Zimmer. In der Mahnung stehen wir alle vier, die laut Vermieter alle gemeinsam haften. Von diesen vier Mietern hat aber nur einer einen unterschriebenen schriftlichen Mietvertrag. Die anderen haben sich in einer ähnlichen Situation wie ich befunden und sind irgendwann einfach ausgezogen (ohne richtig zu kündigen) einen schriftlichen Mietvertrag hatten die auch nicht.

Der Einzige mit einem Mietvertrag (dort steht die Gesamtmiete der Wohnung + alle Nebenkosten) wohnt zur Zeit noch mit mir zusammen in der WG.
Ich fühle mich wie ein Untermieter von ihm. So war das allerdings auch nie abgemacht.

Ich brauche dringend Klärung in welchem Mietverhältnis ich mich befinde und was ich zu zahlen habe. Ich weiß nämlich überhaupt nicht mehr wozu ich wirklich verpflichtet bin zu zahlen und was der Vermieter einfach nur durch Druck versucht zu bekommen.

Der Vermieter schreibt und sagt auch immer ich wäre in ein "laufendes Mietverhältnis" eingetreten, bin mir nicht sicher, ob das überhaupt geht. Habe auch nie unterschrieben, dass ich in einen Mietvertrag von wem anderen will. Eigentlich warte ich die ganze Zeit auf meinen eigenen Mietvertrag, der gemacht werden sollte. Der Vermieter will mich aber umbedingt in den gemeinsamen Vertrag der WG zwingen.

Ich würde gerne wissen in welchen Mietverhältnis ich mich befinde und was ich an Miete zu zahlen habe bzw. welche Konsequenzen drohen, wenn ich weiterhin nicht zahlen kann.
Sollte ich vielleicht irgendetwas zahlen? Kleine Anteile um eine fristlose Kündigung zu vermeiden?

Vielen Dank im Voraus.
Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ein Mietverhältnis kann auch ohne schriftlichen Mietvertrag zustande kommen. Insoweit gilt der mündlich ausgehandelte Inhalt, der hier streitig ist.

Ihr Vermieter ist offensichtlich der Auffassung, mit Ihnen einen Mietzins für das neue Zimmer wie im alten Mietvertrag niedergelegt und zwar in Höhe von 320,00 EUR vereinbart zu haben. Diese Höhe des Mietzinses müsste der Vermieter beweisen, was er nicht kann, da Sie behaupten, es wäre zu keiner Vereinbarung bezüglich der Höhe des Miezinses gekommen. In solchen Fällen ist die ortsübliche Höhe des Mietzinses für das von Ihnen belegte Zimmer maßgebend. Ich würde Ihnen empfehlen, 250 EUR pauschal an Mietzins zu entrichten.Wenn das Zimmer weniger an Mietzins wert ist, dann zahlen Sie eben einen geringen Betrag.

Mit den Mitbewohnern der Wohnung haben Sie nichts zu tun, in deren Mietvertrag bezüglich der Wohnung sind Sie nicht eingetreten. Sie haben nur einen mündlichen Mietvertrag über das Zimmer mit Ihrem Vermieter abgeschlossen und an diesen den Mietzins zu zahlen.


Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt
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