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Unklare Eigentumsverhältnisse in einer WEG

| 29.07.2018 18:00 |
Preis: 65,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von

Rechtsanwalt Robert Weber


Guten Tag,
als Hausverwalter betreue ich eine WEG mit 6 Eigentumswohnungen in einem Haus. Davon sind 2 Wohnungen bisher Eigentum einer älteren Eigentümerin. Nun meldet sich deren Sohn mit Ehefrau und legt dar, dass er der Eigentümer von einer der beiden Wohnungen sei. Von der Mutter (Eigentümerin) wird mir gesagt, dass man szt. (Baujahr 1996) eine der beiden Wohnungen aus steuerlichen Gründen auf den Sohn übertragen hat. Im Grundbuch soll ein entsprechender Eintrag existieren, auch die Ehefrau des Sohns hat sich im Grundbuch für diese Wohnung als Miteigentümerin eintragen lassen.
Sämtliche mit den beiden Wohnungen verbundenen Rechtsgeschäfte (Mietvorauszahlungen, Nebenkosten, Sanierungen des Gemeineigentums am und im Gebäude) wurden bisher von der Mutter als Eigentümerin bedient. Die jährlich fälligen Nebenkostenabrechnungen für beide Wohnungen wurden ausschließlich an die Mutter adressiert. Der Sohn und seine Ehefrau haben der Hausverwaltung gegenüber nie ihr Eigentum an der Wohnung reklamiert und bisher an keiner Eigentümerversammlung teilgenommen, um ihr Stimmrecht wahrzunehmen. Vollmacht für einen Stellvertreter gab es nicht. Erstmals im vergangenen Jahr wurden vom Sohn steuerrelevante Unterlagen für seine Steuererklärung bei mir angefordert und auch ausgehändigt. Mir war von der innerfamiliären Aufteilung des Eigentums nichts bekannt. Aus meiner Sicht handelt es sich daher um unklare Eigentumsverhältnisse.

Meine Fragen dazu:
1.: Muss ich als Hausverwalter in diesem Fall vom Sohn und dessen Ehefrau zum Nachweis der Legitimation die Vorlage des Grundbuchauszugs verlangen?

2.: Muss ich als Hausverwalter Erkundigungen über die Bonität der neuen Eigentümer einholen (Vorlagen geeigneter Unterlagen, ggf. SCHUFA-Auskunft verlangen?)

Würde mich über Ihre Antwort freuen.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

In der Tat müssen Sie sich von dem Sohn und der Ehefrau einen Auszug des Grundbuchs vorlegen lassen. Besser wäre es aber, selber einen Auszug auf deren Kosten anzufordern. Solange der Sohn und dessen Ehefrau nicht im Grundbuch eingetragen sind, sind sie keine Eigentümer.

Nein, solange Teilungserklärung, Beschlüsse oder Ihr Verwaltervertrag keine Prüfung der Bonität vorschreiben, müssen Sie die Bonität nicht prüfen. Etwas anderes gilt nur, wenn es offensichtliche Anzeichen für eine fehlende Bonität geben würde.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.07.2018 | 20:21

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