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Universität - Hausarbeit - Urkundenfälschung


17.05.2006 16:29 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexandros Kakridas



Sehr geehrte Damen und Herren,

In einem Fach meines Studienganges an einer FH erschien ich nur selten zum Unterricht. (persönliche Differenzen mit Dozentin) Wir bekamen eine Hausarbeit, welche ausschliesslich über das universitäre Intranet abrufbar war.

Unsere Benotung erfolgt in 2 Teilbereichen: "fortlaufende Benotung" und "Endbenotung", welche je zu 50% zählen.

Neben der Aufgabenstellung enthielt das herunterladbare Dokument den Hinweis, dass die Hausarbeit "25% der fortlaufenden Benotung" ausmache. Nach genauer abwägung ließ ich die Hausarbeit (also 12,5% der Endnote) einfach sausen und gab nichts ab.

Nach(!) der Abgabefrist erklärte die Dozentin, dass sie sich da vertan haben müsse - es sei ja "50% der fortlaufenden Benotung, und daher 25% der Gesamtnote". Gesagt - geändert. Sie stieg in das System ein und änderte die Angabe auf dem Aufgabenblatt, wofür jeder im Kurs Zeuge ist.

Mein sofortiger Protest unter diesen Umständen doch noch abgeben zu wollen prallte mit dem Hinweis auf die Abgabefrist ab.

Was kann ich unternehmen? Ist das nicht eventuell sogar strafrechtlich Relevant (Urkundenfälschung)?

- Es geht nicht um knappes bestehen oder durchfallen, bin ansonsten ganz gut.

- Die Dekanin wiegelte mit dem Hinweis ab, sie werde sich darum kümmern sobald sie Zeit habe. Es würde bestimmt etwas unternommen... Aber was und wann?
Eingrenzung vom Fragesteller
17.05.2006 | 18:20
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),
ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Gemäß § 267 Absatz 1 StGB liegt eine Urkundenfälschung dann vor, wenn jemand zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht.

Das Merkmal der Herstellens einer unechten Urkunde hat als Voraussetzung eine Identitätstäuschung des Ausstellers, d.h. der Täter täuscht über die Person des Ausstellers.
Dies ist vorliegend nicht der Fall, da die Dozentin selbst Aussteller der Aufgabenstellung ist und keine diesbezügliche Täuschung vorliegt.

Selbst wenn man davon ausgeht, dass es sich bei der Aufgabenstellung und der darin enthaltenen Angabe bezüglich der Quotenregelung für die Benotung um eine Urkunde handelt, und man die nachträgliche Veränderung als Verfälschung ansehen möchte, so entfällt eine Strafbarkeit an dem Merkmal der Täuschung im Rechtsverkehr.
Dieser setzt eine vorsätzliche Täuschung der Stundenten bezüglich der Quotelung der Aufgabenbenotung voraus, welches man der Dozentin schwerlich unterstellen kann.
Eine Strafbarkeit wegen Urkundenfälschung ist daher nicht gegeben.

Nach Ablauf der Abgabefrist können sie eine nachträgliche Annahme nicht mehr erzwingen, denn grundsätzlich liegt eine nachträgliche Annahme im Ermessen der Dozentin.
Laut Ihren Angaben liegt auch kein besonderer Grund, wie unerwartete Krankheit oder ähnliches vor, welches man als besondere Umstände anführen könnte.

Ich möchte Ihnen aber raten, dennoch die nachträgliche Veränderung der Quotelung nicht tatenlos hinzunehmen.

Zunächst sollten Sie unbedingt sich mit der Prüfungsordnung Ihres Studiums vertraut machen und nachprüfen, ob eine solche nachträgliche Veränderung überhaupt zulässig ist.

Des weiteren ist es auch sehr hilfreich, sich an Ihren Fachbereich und Ihre Studentenvertretung zu wenden und Ihren Fall vorzutragen. Sie könnte diese um Hilfe ansprechen bezüglich eines gemeinsamen Vorgehens dem Dekanat gegenüber.

Vielleicht sind ja auch andere Studenten von der Veränderung betroffen.

Es tut mir leid Ihnen keine positivere Antwort geben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Alexandros Kakridas
- Rechtsanwalt –

Westerbachstraße 23 F
61476 Kronberg

Fon : 06173 – 70 29 06
Fax : 06173 – 70 28 94

www.recht-und-recht.de
kakridas@recht-und-recht.de
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