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Ungereimtheiten im Arbeitszeugnis

27.10.2012 12:42 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich habe ein Arbeitszeugnis v.letzten AG erhalten. Kündigung während der Probezeit.
Es sind einige Ungereimheiten im AZ. Muss aber dieses AZ so schnell wie möglich
zu einem Vorstellungsgespräch mitnehmen und erläutern. Können Sie mir helfen.?

Frau .. war in meiner Steuerberatungskanzlei vom - bis ----als Fachangestellte in steuer- und wirtschaftsberatenden Berufen beschäftigt.Zu den Aufgabenbereichen von frau-- gehörten :Buchführung: Kontierung von Belegen, Kontrolle und Verbuchung von bereits vom Unternehmer kontierten Belegen, Erstellung von Umsatzsteuer-Voranmeldung, Erstellung von Monatsauswertungen, Überwachung steuerlicher Fristen sowie Erledigung des in diesen Tätigkeitsbereichen anfallenden Schriftverkehrs.Steuererklärungen/Jahresabschlüsse: Erstellung von Bilanzen für kleinere Unternehmen unter Anleitung, Ausfüllen von betrieblichen Steuererklärungen unter Anleitung, Erstellung privater Steuererklärung unter Anleitung, Überwachung von Steuervorauzszahlungen, Entgegennahme von Steuerbescheiden und zum geringen Teil deren Kontrolle.Frau --- verfügt über soldides Grundwissen in ihrem Arbeitsbereich u. setzte diese auf zufrieden stellende Weise in der Praxis ein.Grundsätzlich arbeitete Frau -- umsichtig,gewissenhaft und genau.in den meisten Situationen erzielte Frau ---zufrieden stellende Arbeitsergebnisse.Mit ihren Leistungen war ich zufrieden. Frau -- war nur mir unterstellt.Frau--- trat natürlich und korrekt auf, Sie war verschwiegen und korrekt.
Das Arbeitsverhältnis von Frau -- endet aus betriebsbedingten Gründen. Ich danke Frau -- für die Mitarbeit und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute

Bitte könen Sie das Zeugnis analysieren. damit die Ungereimheiten aus den Weg geräumt werden können (z.B.Arbeiten unter Anleitung durchgeführt, das ist schlicht unwahr. Vielen dank


Sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen sehr gerne wie folgt beantworten möchte.


Dieses Arbeitszeugnis sollten Sie dringend abändern lassen, denn es wird Ihrem beruflichem Fortkommen leider nicht zuträglich sein.


Im Einzelnen:

Formalien


Nicht beurteilen kann ich, ob die Formalien Ihres Arbeitszeugnisses eingehalten wurden.

Diese sind ebenfalls wichtig, für den Eindruck, den das Arbeitszeugnis bei einem neuen Arbeitgeber hinterlässt.



Die äußere Form muss tadellos sein.

Es ist haltbares Papier von guter Qualität mit aktuellem Firmenbriefkopf zu verwenden.


Das Zeugnis muss sauber und ordentlich geschrieben sein und darf keine Flecken, Radierungen, Verbesserungen, Streichungen oder Ähnliches enthalten.

Das Datum muss das genaue Datum der Beendigung des Arbeitsverhältnisses sein.

Der Arbeitgeber, oder jemand in der Stellung eines Vorgesetzten muss das Zeugnis selbst unterschreiben.



Tätigkeitsbeschreibung

Die Tätigkeitsbeschreibung muss detailliert die Aufgaben, Kompetenzen und Fähigkeiten des Mitarbeiters einschließlich des beruflichen Werdegangs erwähnen.


Sie müssen hier darauf achten, dass Ihre sämtlichen Tätigkeiten, die Sie für das Unternehmen durchgeführt haben vollständig und wahrheitsgemäß angeführt werden.


Wenn es nicht zutrifft, dass Arbeiten nur unter Anleitung von Ihnen durchgeführt werden, ist das unwahr und muss vom Arbeitgeber ausgebessert werden.



Beurteilung der Leistung


Die Leistungsbeurteilung wird anhand von Schulnoten vorgenommen, die in die übliche Zeugnissprache übersetzt werden.


Welchen Inhalt im Einzelnen das qualifizierte Zeugnis haben muss, ergibt sich nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts aus der zweiseitigen Zielsetzung des Zeugnisses:


Es soll einerseits dem Arbeitnehmer als Unterlage für eine neue Bewerbung dienen.

Wird er unterbewertet, sind seine Belange gefährdet.

Deshalb soll das Zeugnis von verständigem Wohlwollen des Arbeitgebers getragen sein und die berufliche Weiterentwicklung des Arbeitnehmers nicht unnötig erschweren.



Andererseits soll das Zeugnis zur Unterrichtung eines Dritten dienen, der den Arbeitnehmer einstellen möchte.

Dessen Belange sind gefährdet, wenn der Arbeitnehmer überbewertet wird.


Die Leistungen des Arbeitnehmers werden üblicherweise wie folgt bewertet:


Zusammenfassende Leistungsbeurteilung:


… hat die ihm übertragenen Aufgaben Note, Bewertung
stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt
1, sehr gute Leistungen


stets zu unserer vollen Zufriedenheit
zu unserer vollsten Zufriedenheit
2, gute Leistungen


zu unserer Zufriedenheit erledigt
3, befriedigende Leistungen


im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt


4, mangelnde Leistungen
hat sich bemüht, die ihm übertragenen Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen
5, ungenügende Leistungen


Aus dieser Formulierung ergibt sich, dass man Ihnen lediglich befriedigende Leistungen bescheinigt.


Die Tatsache,dass Sie gewissenhaft und genau gearbeitet haben, wird durch den Zusatz grundsätzlich relativiert, so dass der neune Arbeitgeber zu dem Schluss kommen muss, es habe hier Probleme gegeben.


Das selbe gilt für die Formulierung:" in den meisten Situationen "

Auch das lässt auf Probleme schließen.

Beide Formulierungen müssen gestrichen werden.



Verhalten


Hier ist es üblich, das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden zu bewerten.


Auch hier ist das Zeugnis für Sie nicht günstig.


Die Formulierung, die man sich hier erwartet ist.


Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden war jederzeit einwandfrei.


An einer solchen Formulierung fehlt es hier völlig


Stattdessen bescheinigt man Ihnen natürliches Auftreten , wobei hier nicht klar ist, was gemeint ist und dies auch negativ interpretiert werden kann.


Auch diese Formulierung solle durch die korrekte Formulierung ersetzt werden.


Schlussformel


Eine Schlussformel ist zwar üblich, der Arbeitnehmer hat aber keinen Anspruch auf eine bestimmte Schlussformel.


In Ihrem Zeugnis fällt auf, dass die sonst übliche Formulierung: " wir bedauern, dass Frau ...uns verlässt" fehlt, was im Kontext mit dm übrigen Zeugnis darauf schließen lässt, dass es in dem Arbeitsverhältnis Probleme gab.


Fazit:


Dieses Zeugnis muss dringend abgeändert werden.

Ist Ihr Arbeitgeber dazu nicht freiwillig bereit, muss eine Zeugnisberichtigungsklage vor dem Arbeitsgericht erhoben werden.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen


Mit freundlichen Grüßen



Claudia Marie Schiessl
Rechtsanwältin und
Fachanwältin für Arbeitsrecht























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