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Ungerechtfertigter Schufaeintrag

22.10.2014 20:16 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um unrechtmäßige oder fehlerhafte Schufa-Einträge, die Folgen und die Mittel zu Abwehr.

Der Sachverhalt:
Anfang August 2014 erreichte mich ein Schreiben der Domnowski Inkasso. Von diesem Inkassobüro hatte ich bis dato noch nie etwas gehört.Es wurde ein Betrag in Höhe von 826 € aus dem Jahre 1995 eingefordert ohne irgentwelche Nachweise. Die mitgeschickten Unterlagen (VB und Kontoauszug) betrafen nicht meine Person.
Ich widersprach der Forderung sofort und forderte den Nachweis, dass die Forderung berechtigt sei und die Grundlagen der Forderung, da die Unterlagen nicht mich betrafen.
Ich erhielt die schlecht leserliche Kopie eines Vollstreckungsbescheides in Kleinformat, weiter nichts.
Diesem konnte ich mit Mühe entnehmen, dass die Forderung aus einem Einkauf bei der Fa. Quelle entstand, den meine damalige Ehefrau getätigt hatte. Ich wurde gesamtschuldnerisch "zur Kasse" gebeten.
Unter der im VB genannten Adresse war ich zum Zeitpunkt der angeblichen Zustellung (26.11.1995) nicht mehr wohnhaft. Desweiteren konnte ich erkennen, dass der VB bereits 2x zur Vollstreckung an den zuständigen GV übergeben wurde ( 1996 und 1997). Bei mir war jedoch in dieser Angelegenheit nie ein Gerichtsvollzieher.
Ich forderte bei dem Inkassobüro folgende Unterlagen ein:
-Nachweis, dass ich von dem VB Kenntnis hatte
- Kontoauszug aus dem das Zustandekommen der Forderung hervorgeht
- eine Erklärung warum der GV 2x nicht tätig geworden ist
- Nachweis, dass meine Ex-Frau als Verursacherin in gleicher Weise zur Verantwortung gezogen wurde.
Anstatt mir die geforderten Unterlagen zu schicken erhielt ich einen Zahlungsvorschlag. Ich sollte 500€ sofort oder in Raten zahlen, dann wäre die Angelegenheit erledigt. Ich lehnte dies ab und forderte erneut die genannten Nachweise ein.
Seit dem letzten Schreiben sind 4 Wochen vergangen ohne das mir in irgenteiner Weise die Rechtmäßigkeit der Forderung nachgewiesen wurde.
Nun musste ich feststellen, dass das Inkassobüro einen negativen Schufaeintrag veranlasst hat. Auf Grund dessen wurde ein dringend benötigtes Darlehen für die Neueindeckung unseres Wohnhauses abgelehnt wodurch es weitere Schäden durch eindringendes Wasser geben wird.
Was kann ich tun, damit dieser ungerechtfertigte Eintrag gelöscht wird und wie komme ich zu den eingeforderten Unterlagen? Kann ich gegen das Inkassobüro Schadensersatz geltend machen?

Mfg und vielen Dank für Ihre Antwort.
GG

Sehr geehrter Fragesteller,

IHre Fragen:

Was kann ich tun, damit dieser ungerechtfertigte Eintrag gelöscht wird und wie komme ich zu den eingeforderten Unterlagen? Kann ich gegen das Inkassobüro Schadensersatz geltend machen?


Antwort:

Einen Schadensersatzanspruch müssen Sie beziffern und kausal darlegen, wofür Sie beweisbelastet sind. Dazu ein Verschulden des Inkassobüros darlegen und beweisen können.

Was die Löschung angeht, ist es so, dass Sie sich bei einem falschen oder fehlerhaften negativen Schufa-Eintrag an das Unternehmen wenden müssen, das diesen Eintrag veranlasst hat, also das Inkassounternehmen.

Droht unmittelbar weiterer Schaden, käme auch eine einstweilige Anordnung bei dem zuständigen Amtsgericht, also dem Ihres Wohnorts in Frage.

Ob die Eintragung falsch oder fehlerhaft ist, kann ich ausgehend von Ihren Angaben nicht abschließend bewerten.

Denn das Vollstreckungsrecht ist sehr formal und formstreng. Es scheint so zu sein, dass der VB gesamtschuldnerisch tituliert ist, so dass – abgesehen von den von Ihnen geschilderten Zustellungsproblemen – hier nicht prognostiziert werden kann, wie letztlich die Sache ausgeht.

Deshalb nur das Eine: Den Nachweis, dass Ihre Ex-Frau als Verursacherin in gleicher Weise zur Verantwortung gezogen wurde, schuldet das Inkassobüro nicht, solange Sie als Gesamtschuldner in Anspruch genommen werden.

Ob das rechtens ist, wäre letztlich die Kernfrage.

Ob also der VB mit der Ausgangsforderung materiell richtig ist, kann allenfalls inzidenter - nach Glaubhaftmachung im Anordnungsverfahren – nur in der Hauptsache festgestellt werden.

Schildern Sie dem Inkassounternehmen per Einschreiben und Rückschein den Sachverhalt mit glaubhaften Belegen und versuchen Sie auf dem Verhandlungswege die Eintragung aus der Welt zu bekommen.

Sollten das nur mit einer (Teil)-zahlung zu bewerkstelligen sein, weil der Bonitätsschaden höher wäre als die VB-Summe, bliebe Ihnen immer noch im Innenverhältnis den Rückgriff auf Ihre Frau.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.10.2014 | 12:55

Muss mir das Inkassobüro die gewünschten Unterlagen zukommen lassen, damit ich den Anspruch prüfen kann.
Bereits 2x wurde der GV nicht aktiv und das tut er nicht ohne Grund. Es könnte doch bedeuten, dass die Forderung zu Unrecht erhoben wurde weil ich von dem VB nichts wusste (falsche Anschrift).
Sollte das so sein, wäre der Anspruch verjährt.....

Danke.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.10.2014 | 17:46

Nicht die Unterlagen im Original, wohl aber können Sie die Darlegung des Anspruchs im Einzelnen verlangen, etwa anhand von Durchschriften, Rechnungen, Belegen etc.
Schon der Eingang des Antrags auf Erlass eines Mahnbescheides bei Gericht hemmt gem. § 167 ZPO die Verjährung, wenn die Zustellung demnächst erfolgt.
Ob die Zustellung wirksam erfolgt ist, vermag ich anhand Ihrer Angeben nicht zu beurteilen, weil das von weiteren Fakten abhängig ist, etwa die des formal gültigen Wohnsitzes nach EMA-Eintrag zum Zeitpunkt der Zustellung. Allerdings kann eine unzureichende Darlegung des Anspruchs im Mahnbescheid auch ausnahmsweise dazu führen, dass die Verjährung nicht gehemmt wird.
Freundliche Grüße,
Ihr W. Burgmer
- Rechtsanwalt

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