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Ungerechtfertigte Mandatsniederlegung

| 22.10.2012 18:16 |
Preis: ***,00 € |

Anwaltsrecht, Gebührenrecht


Beantwortet von


20:45
Guten Tag

Ich habe einen Anwalt beauftragt, dass er für mich einen Mahnbescheid gegen einen Schuldner erlässt. Daraufhin hat der Schuldner diesem widersprochen und ich wollte vor Gericht. Plötzlich habe ich vom Anwalt per Post einen Brief erhalten, dass mein Mandat niedergelegt werde, da ich mich nicht mehr gemolden hätte. Mein Anwalt machte aber auch keinen Kontaktversuch um mich zu erreichen. Er legte einfach das Mandat direkt nieder, als er von mir kein Mail fand.
Als ich den Anwalt zur Rede stellen wollte meldete sich seine Kanzlei auf viele Mails nicht und erst nach ca. einem Monat kam die erste Antwort. Dies war nicht das erste Mal, dass meine Anfragen (Mails) an die Kanzlei erst Wochen später überhaupt beachtet wurden.

Ich erhielt letzte Woche folgende Antwort von der Kanzlei:
"[...] Offenbar gibt es ein Problem bei der Übermittlung der E-Mails [...]"

Als ich die Auslagen (das Geld, dass ich an den Anwalt bezahlt habe) zurück wollte kam folgende Antwort:
"ich habe das Mandat niedergelegt, weil ich über einen langen Zeitraum keine eindeutige Antwort erhielt, ob wir nun Klage erheben sollen. Eien Rückzahlung der Gebühren für meine erfolgte Tätigkeit erfolgt selbstverständlich nicht."

Dass er nicht rückgefragt hat, wenn er keine eindeutige Antwort vorliegen hat, sondern sofort das Mandat niederlegt, finde ich seltsam.

Nun meine Fragen:
------------------------------------------------

- Darf mein Anwalt einfach ein Mandat niederlegen (ohne nochmals zu versuchen mich zu kontaktieren)? Immerhin gibt es für den Fall auch bereits ein Gerichtsaktenzeichen wegen des Mahnbescheids und ihm hat, nach eigener Aussage, nur eine "eindeutige Antwort" gefehlt.

- Darf ich die Mehrkosten (Differenz), die durch das beauftragen eines anderen Anwalts zur Bearbeitung der ursprünglichen Falls entstehen, vom ersteren zurückfordern?

- Darf ich von ihm die Kosten für die Antwort dieser Frage und für den Anwalt gegen ihn von ihm zurückfordern?

- Darf ich die Herausgabe aller Unterlagen/Informationen und die Vernichtung von Kopien fordern?
22.10.2012 | 19:41

Antwort

von


(265)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Zu Ihrer ersten Frage (Niederlegung des Mandats):
In der Tat darf der Anwalt "einfach so" das Mandat niederlegen - sogar ohne Grund. Etwas anderes gilt dann, wenn die Kündigung zur Unzeit erfolgen würde, etwa einen Tag vor einem Gerichtstermin, und sich der Mandant auf die Schnelle keiner anderen anwaltlichen Hilfe mehr bedienen könnte.
Eine Kündigung zur Unzeit liegt in Ihrem Fall jedoch eindeutig nicht vor. Somit durfte Ihr Anwalt das Mandat niederlegen.

Zu Ihrer zweiten Frage (Erstattung der Mehrkosten):
Leider haben Sie keine Möglichkeit, die Mehrkosten für die Beauftragung eines anderen Kollegen erstattet zu bekommen. Dies könnte dann gelten, wenn Ihr Anwalt einfach ohne jeglichen Grund das Mandat niedergelegt hätte. Wenn er im Streitfall aber vortragen würde, dass Sie keine eindeutige Rückmeldung hinsichtlich der Klageerhebung gegeben hätten, dann wird es Ihnen nach m. E. leider nicht gelingen, die Mehrkosten erstattet zu bekommen. Ich bedaure, Ihnen auch hier keine positivere Nachricht überbringen zu können.

Zu Ihrer dritten Frage (Kosten für diese Frage):
Auch die Kosten für die Beantwortung dieser Frage muss Ihnen Ihr Anwalt nicht erstatten.

Zu Ihrer vierten Frage (Herausgabe von Unterlagen):
Ja, Sie können von Ihrem Anwalt die Herausgabe Ihrer Unterlagen fordern. Ihr Anwalt ist, da Sie auch bereits bezahlt haben, verpflichtet, die Unterlagen herauszugeben. Jedoch können Sie nicht verlangen, dass Ihr Anwalt eventuelle Kopien vernichtet. Ihr Anwalt unterliegt ohnehin einer sehr umfassenden Schweigepflicht, so dass dieser Schritt nicht vorgesehen ist.

Sie sollten versuchen, den Anwalt nochmals zu kontaktieren. Möglicherweise liegt auch ein Missverständnis vor, denn einfach so endgültig das Mandat niederzulegen, halte ich auch für übertrieben. Vielleicht ist der Kollege ja doch noch bereit, den Fall weiter zu bearbeiten.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Auskunft erteilen zu können, wünsche Ihnen gleichwohl Alles Gute in dieser Angelegenheit!

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sofern hier relevante Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sind, kann die rechtliche Einschätzung auch völlig anders aussehen. Den Gang zu einem Berufskollegen vor Ort kann und will diese Plattform nicht ersetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

www.zimmlinghaus.de


Nachfrage vom Fragesteller 22.10.2012 | 20:09

Sehr geehrter Herr Zimmlinghaus

Herzlichen Dank für die umgehende Auskunft.

Gleich im Voraus: an einer weiteren Zusammenarbeit mit meinem bisherigen Anwal bin ich nicht interessiert, da mein Vertrauen nicht mehr da ist und die Berarbeitungsdauer beim Anwalt (wie erwähnt) sehr lange dauert. Da ich die Kanzlei nach Mandatsniederlegung nicht erreichen konnte habe ich einen neuen "Bevollmächtigen" beauftragt.

Nochmals zurück zu meinen Fragen:

Aber verhält es sich nich so, dass die bisherige Arbeit des Anwalts für "unbrauchbar"/"nutzlos" zu betrachten ist, da ich gezwungen bin, einen Teil der angefallenen Gebühren einem anderen Vertretter nochmals zu bezahlen (da dieser nun den Fall weiterführt aber zu einem gewissen Teil die Arbeit wiederholen muss)?
[Vgl. BGH, Urteil vom 29. 9. 2011 - IX ZR 170/10 – http://lexetius.com/2011,4995]

Somit habe ich an der bisherigen Leistung eigentlich "kein Interesse" bzw. keinen Nutzen (§628 BGB).

Deshalb würde ich konkret mit folgender Forderung dem Anwalt gegenübertretten:

---
Die Gebühren, welche ich doppelt zu bezahlen habe, möchte ich zurückvergütet. Das Mandat wurde durch den Anwalt niedergelegt, wodurch ein Teil seiner Arbeit (wie im Gerichtsurteil erwähnt) für mich "unbrauchbar" wurde.
---

Danke für eine kurze Rückmeldung hierzu.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.10.2012 | 20:45

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Nach meiner Einschätzung ist Ihr Fall nicht so gelagert, dass die bisherige Arbeit des Kollegen nutzlos ist. Er hat das Mahnverfahren auftragsgemäß bearbeitet und, so hoffe ich, auch nur die Gebühren für das Mahnverfahren abgerechnet.

Wenn nun ein anderer Anwalt das Klageverfahren führt, so dürfte das vorgeschaltete Mahnverfahren im rechtlichen Sinne nicht als nutzlos zu bewerten sein. Der Mehraufwand für die Beauftragung eines anderen Anwalt resultiert ja nur daraus, dass die RA-Kosten für das Mahnverfahren auf das sich anschließende Verfahren angerechnet werden. Dies führt aber nicht dazu, dass der durch den alten Anwalt erledigte Teil der Arbeit unbrauchbar wäre.

Wie gesagt, ich bedaure, Ihnen keine für Sie bessere Antwort geben zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 29.05.2016 | 10:36

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 29.05.2016
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ANTWORT VON

(265)

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