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Ungerechtfertigte Diebsstahlanschuldigung

28.07.2008 03:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Meine Frau war letzte Woche in einem namhafte Drogeriemarkt. Dort hat Sie Ihr eigene Lipgloss Tube (15ml) aus der Tasche geholt und Ihre Lippen aufgefrischt. Die Tube trug Sie dann noch in der Hand herum, weil sie Ihren Rucksack im Augenblick nicht vom Rueckennehmen wollte. Als sie den Laden verlassen wollte wurde Sie von einem Detektiv festgehalten und in einen Raum zur weiteren Behandlung gefuehrt. Der Detektiv und die Markleiterin stellen dann fest, dass die Tube das Eigentum des Marktes ist und erstellten Anzeige und nahmen meiner Frau die Tube (nicht ganz billiges Produkt)weg. Es gab natuerlich keine Beweise, kein Kameraueberfuehrung. Die Tube hat keinen Barcode oder kein Preisaufkleber, es handelte sich auch nicht um die Verkaufsverpackung sondern war ein Bestandteil einer dreier Packung, die wir im Flugzeug bei Air Fance gekauft haben. Meine Frau ist Amerikanerin und war am Boden zerstoert. Sie hat sich vor allen anderen Leuten im Geschaeft unschulding am Pranger gefuehlt und wahnsinnig geschaemt. Der Detektiv sagte Ihr, sie kann den Raum nicht verlassen, wenn sie die Anzeige nicht unterschreibt und Sie kann ihre Tube nicht wieder zurueckbekommen. Ich habe ihr uebers Handy geraten auf die Polizei zu bestehen. Nach Ankunft der Polizei war die Tube dann keine neue Tube mehr, die gestohlen wurde, sondern die Probetube (Die Tube war allerdings noch ganz voll). Irgendwann ist auch dem Markt aufgefallen, dass es sich hier nicht um eine Verkaufsverpackung handelt. Die Polizei gab meiner Frau die Tube zurueck und sagte ihr, sie solle in Zukunft vorsichtiget sein, was sie aus Ihrer Tasche holt. Alles zog sich so 2 Stunden hin.
Es gab in diesem Fall also keine Beweise, meine Frau wurde gegen ihren Willen festgehalten und Ihr Eigentum wurde Ihr weggenommen. Man ist in so einem Fall dem Geschaeft, so scheint es, hilflos ausgeliefert.
Ein befreundeter Polizist hat uns erzaehlt, dass es darueberhinaus ueblich ist, dass die Detektive Outa erfuellen muessen und entsprechende Boni bekommen.

Koennen wir in irgeneiner Form Anzeige gegen das Geschaeft stellen?

Gibt es "Selbsthilfegruppen" die etwas gegen solche Faelle tun und eventuell diese Vorfaelle und "Opfer" sammeln?

Wie koennen wir dem Unternehmen nahebringen, dass sich meine Frau durch die Vorgehensweise des Detektives und der Marktleiterin sehr in Ihren Rechten aber auch in ihrer Ehre verletzt gefuehlt hat?

Ich glaube nicht, dass wir ein Einzelfall von uebereifrigen Ladendetektiven sind. Besonders, wenn es hier auf die Erfuellung von Quota ankommt.
Vielen Dank fuer Ihre Antwort.

Sehr geehrter Ratsuchender,

hier kann Ihre Ehefrau zivilrechtliche Ersatzansprüche stellen.

Denn diese Vorwurf stellt eine sogenannte unerlaubte Handlung des Detektivs dar, wonach auch Schmerzensgeld in einer Größenordnung um 500,00 EUR zu zahlen ist (AG Osnabrück, Az.: 40 C 269/88; LG Koblenz, Az.: 6 S 212/86).

Daneben sollte der Vorfall auch der Geschäftsführung des Drogeriemarktes gemeldet werden, da auch diese für Fehlverhalten des Detektivs als Mitarbeiter einzustehen haben.

Auch hier könnte dann ein zukünftiges Unterlassen und ein Widerruf für diesen Vorfall, ebenso wie gegenüber dem Detektiv gefordert werden, wobei der Widerruf dann aber gegenüber unbeteiligten Dritten erfolgen müsste.


Machen Sie diese Ansprüche mit einer Frist von 14 Tagen schriftlich geltend. Nach Ablauf der Frist sollten Sie dann einen Kollegen vor Ort einschalten, um die Ansprüche durchzusetzen, wobei die Erstattungspflicht sich aber nur auf die zivilrechtlichen Ersatzansprüche beziehen;die Kosten für einen Strafantrag müssten Sie selbst tragen.


Denn neben diesen zivilrechtlichen Ansprüchen kann auch Strafantrag wegen Beleidigung nach § 185 StGB gestellt werden, da eben der unberechtigte Vorwurf einer Straftat eine solche Beleidigung darstellt. Dieses kann Ihre Frau aber ohne anwaltliche Hilfe selbst machen, so dass dann dafür keine Kosten entstehen.


Eine Selbsthilfegruppe gegen solche Detektive ist mit nicht bekannt.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 28.07.2008 | 08:54

Sehr geehrte Fr. True-Bohle,

vielen Dank fuer Ihre Antwort.
Wo und wie koennen wir den Strafantrag wegen Beleidigung stellen und wo und wie die zivilrechtlichen Ansprueche wegen Schmerzensgeld geltend machen?

Vielen Dank fuer Ihre Auskunft.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.07.2008 | 09:16

Sehr geehrter Ratsuchender,

der Strafantrag kann bei jeder Polizeidienststelle oder der Staatsanwaltschaft direkt gestellt werden. Dazu sollten Sie den Vorfall aufschreiben und mögliche Beweise, so auch Ihre Aussage, dass es Ware Ihrer Frau gewesen ist, beifügen. Dieses Verfahren ist, wenn Sie es selbst machen, dann nicht mit weiteren Kosten verbunden.

Bezüglich der zivilrechtlichen Ansprüche sollte zunächst außergerichtlich die Frist gesetzt werden. Dann sollte ein Anwalt eingeschaltet werden, der eine Nachfrist setzen und dann Klage beim Amtsgericht erheben wird.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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