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Unfreiwillige Entlassung aus dem Vorbereitungsdienst am Gym. in Ba.-Wü.

| 07.01.2013 17:03 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


Schul-Beamtenrecht :
mit dem §23 Abs.4 BeamtStG bin ich vertraut.
Beginn des Referendariats: Dez. 2011
****************************************************
Sehr geehrter Anwalt,

mit Euphorie und Motivation habe ich bereits im Februar meine ersten drei begleiteten Unterrichtseinheiten begonnen. Diese verliefen nahezu parallel. Bereits hier kam es zu einem Missverständnis, da ein Referendar normalerweise nicht mehr als maximal zwei Einheiten parallel am Anfang halten sollte.
Von meiner Mentorin wurde eine Einheit reserviert. Eine andere Lehrerin, Frau Y hat für mich auch eine Einheit reserviert. Jedoch wurde mir nicht mitgeteilt, wann ich diese Einheit halten sollte. Frau Y bestand darauf, dass ich ihre Einheit zeitnah beginnen sollte, da sie ihren Stoff nicht länger aufschieben kann. Für einen Kompromiss war sie nicht bereit. Bereits ab diesem Moment, war sie nicht für den Referendar eingestellt. Unglücklicherweise habe ich mich wenige Minuten vor dieser Bekanntgabe des Einheitsbeginns bei einer anderen Lehrerin um eine zweite Einheit gekümmert und ihr zugesagt, da uns am Seminar nahe gelegt wurde, mit dieser Thematik zu beginnen. Aus dieser angedachten zweiten Einheit wurde dann sozusagen die dritte Einheit.
Ich habe also bereits einen Start gehabt, der vollkommen ‚überfrachtet’ mit Unterrichtseinheiten war. Es ist naheliegend, dass die Zeit zu knapp war, um mich für alle Einheiten gleich gut vorzubereiten. Ich hatte zwei Wochen lang pro Woche neun gehaltene Unterrichtsstunden. Im Zeitraum davor und danach meistens fünf Stunden. Hospitationsstunden sind extra.

Diese unfreiwillige Situation (drei Einheiten) wurde aber vor allem von Frau Y abgetan, dass es alleine meine Schuld gewesen sei und es keine Entschuldigung hierfür gebe. Bereits in den Nachgesprächen kam eine massive Antipathie bei ihr rüber. Dies zeigte sich auch in einigen gravierenden und übertriebenen Vorwürfen, die sie schriftlich im Beurteilungsbogen fixiert hatte, obwohl ich diese Punkte mit ihr Wochen zuvor für geklärt und erledigt gehalten habe. Die Vorwürfe wurden stark verallgemeinert. In ihren Nachbesprechungen wurde ich selten gelobt, sondern sehr destruktiv kritisiert. Zu dieser Kritik wäre es nicht gekommen, wenn sie mit mir einen Unterrichtsentwurf zur Thematik exemplarisch gemacht hätte.

Meine Fachleiterin gab mir nach dem ersten Unterrichtsbesuch ein sehr positives Feedback. Sie lobte die Interaktion mit den Schülern und meiner Lehrerpersönlichkeit. So etwas habe sie selten gesehen. Sie betonte, dass ich von diesem positiven Feedback lange zehren kann.
Ich hatte also bereits im ersten Ausbildungsabschnitt einen großen Vorsprung mit meinen gehaltenen Stunden vor den anderen Referendaren und bin rasch auf meine 60 Pflichtstunden gekommen.
Es war jedoch eine große Überforderung, da ich den Großteil aller Materialien selbst recherchieren und aufarbeiten musste. Unterstützung habe ich von den Lehrern nicht bekommen. Meine Selbständigkeit zog sich auch bis zum Ende des zweiten Ausbildungsabschnitts durch. Gewürdigt wurde dies von den meisten Lehrern nicht.

Meine Hauptschwierigkeiten hatte ich in den Einheiten des ersten Abschnitts in den Phasen per se, der Strukturierung und dem Zeitmanagement.
Ich konnte mit der bloßen Begrifflichkeit „Auswertung II" nichts anfangen. Theoretische Erklärungen und weitere Abstraktionen wurden mir in Nachgesprächen naheleget. Jedoch fiel der Praxisbezug. Am Seminar wurde weder in Deutsch noch in Ethik anfangs darauf explizit eingegangen. Dies wurde in einem Fach nur oberflächlich und theoretisch besprochen. Diese Theorie konnte ich nicht in die Praxis umsetzen. Erst während der Verlängerung gelang es mir.


Als ich diese drei Einheiten hinter mir hatte, habe ich eine Einheit in Ethik bei Herrn M gemacht. Dieser war direkt aus dem Referendariat im ersten Jahr als Lehrer an unserer Schule. Zu den gehaltenen Stunden gab es kaum Vor- und Nachbesprechungen. Da es keine Nachbesprechungen gab, dachte ich, es sei kein Verbesserungsbedarf nötig. Auf dem Weg ins Lehrerzimmer sagte er, mein Unterricht sei soweit gut. Ich solle nur noch mehr Schüler zum Melden motivieren und mehr Zeit für Unterrichtsgespräche einplanen. Ausgedehnte Gespräche fanden keine statt, da er immer in den nächsten Unterricht musste. Einmal hat er erwähnt, dass ich besseren Unterricht mache als er. Das war natürlich Bestätigung pur.


Kurz vor den Sommerferien haben wir vom Seminar eine schriftliche Information für die Lehrer an allen Schulen bekommen, in dem darauf hingewiesen wurde, dass eine Transparenz bei den schriftlichen Beurteilungen empfohlen wird. Das heißt, dass die Referendare Einsicht in die schriftlichen Feedbackbögen erhalten sollen.
Vor den Ferien hatte ich jedoch nur von drei Lehrern meine schriftlichen Beurteilungen gelesen. Mündliche Gesamtbesprechungen gab es nicht immer.
In den Beurteilungsbögen mussten die Lehrer ihren Gesamteindruck schildern und am Ende ein Kreuz machen, ob sich der Referendar zum eigenständigen Unterricht gut, eingeschränkt oder gar nicht eignet.

Meine Mentorin hat nach der ersten gehaltenen Einheit bei ihr Ende April darauf hingewiesen, dass ich ihrerseits an eine Verlängerung nachdenken solle. Dies war mir zu dem Zeitpunkt jedoch noch nicht klar.
Am Ende des ersten Abschnitts waren sich alle Lehrer bis auf eine einig, dass eine Verlängerung das beste für mich sei. Herr M hat auch der Verlängerung zugestimmt. Meine Mentorin sagte, sein Feedback aus dem Beurteilungsbogen viel nicht so gut aus. Dies hat mit seinem mündlichen Feedback mir gegenüber nicht übereingestimmt !

Die Entscheidung wurde mir dann vor den Sommerferien mitgeteilt.

Meine beiden Fachleiter haben der Entscheidung der Lehrer über die Verlängerung schweigend zugestimmt.
In den gesehenen Stunden haben sie eine Verlängerung jedoch nicht in Betracht gezogen.
Über die Verlängerung haben also hauptsächlich meine Lehrer entschieden.
Danach dachte ich daran die Schule zu wechseln.

Anerkennung und Wertschätzung für den Zeitaufwand oder meine Lehrerpersönlichkeit gab es von dem Großteil der Lehrer weder im ersten noch im zweiten Abschnitt. Da das Verhältnis bei den meisten Lehrern und mir eher distanziert war, kam das Menschliche auch immer zu kurz.

Zweiter Ausbildungsabschnitt mit Verlängerung:
Auch nach den Sommerferien habe ich noch keine weiteren Beurteilungsbögen gesehen. Herr M weigerte sich sogar im September vor meiner Mentorin mir diesen zu zeigen. Er wusste nicht, dass der Referendar diesen sehen dürfe. Bei ihm wusste ich daher nie woran ich bin. Denn aus den kurzen mündlichen Feedbacks ging keine gravierende Kritik hervor. Das heisst, ich wurde von ihm immer in Sicherheit gewiegt und habe grünes Licht gesehen (1. Abschnitt).
Es hieße von den Lehrern, dass sie die Beurteilungen noch schreiben würden. Ein Lehrer würde keine Beurteilung schreiben, da er mich nur fünf Stunden gesehen hatte.

Mit neuem Elan habe ich mich im September um neue Einheiten bemüht. Jedoch musste ich bei drei Lehrern Einheiten machen, die mich im ersten Abschnitt bereits begleitet haben. Das war sehr unglücklich, da diese mich bereits abgestempelt hatten (im Nachhinein auch Herr M). Dieses Gefühl hatte ich zumindest immer.
Ich habe in diesem Abschnitt also nur bei zwei neuen Lehrern Unterricht gehalten.

Eine Einheit in Ethik bei Herrn S, den ich zuvor noch nicht hatte, verlief erfreulich. Mit ihm kam ich menschlich sofort sehr gut aus. Hier war das Verhältnis auf einer ganz anderen Ebene. Er lobte bereits vor dem Unterricht meinen gut geplanten und strukturierten Entwurf und meine klare Phasentrennung. Anschließend lobte er meine Tafelanschriebe, den wertschätzenden Umgang mit den Schülern und meine Lehrerpersönlichkeit.
Jedoch bekam ich von ihm in der Konferenz kurz vor den Weihnachtsferien kein grünes Licht. Obwohl dies das naheliegendste war, da die Nachbesprechungen dementsprechend gut ausfielen. Wieder war die verbale Information nicht konform mit dem Feedback am Konferenztisch mit allen Lehrern, die mich bisher gesehen hatten.


Ab Februar 2013 sollte ich die Klasse 9 von Herrn U übernehmen. Bei ihm hatte ich bereits eine Einheit im ersten Abschnitt unterrichtet. Er fragte mich, ob ich in meiner Klasse in spe eine Einheit übernehmen möchte. Obwohl ich kein gutes Gefühl hatte, stimmte ich zu. Die Einheit verlief u.a. nicht gut, da er einen anderen Fokus auf die Thematik legte, als das Seminar vorschlug. Sein Feedback fiel nach den Herbstferien gravierend miserabel aus. Hier zeigte er mir zum ersten Mal den Beurteilungsbogen aus dem ersten Abschnitt und wir verglichen diesen mit dem Beurteilungsbogen aus dem zweiten Abschnitt. Auf Positives ist er nur am Rande lapidar eingegangen, als ich ihn darauf ansprach. Er meinte: „Ihr Unterricht sei langweilig und einschläfernd. Ihre letzte Unterrichtseinheit war nicht gut, sie war nicht mittelmäßig sondern schlecht. Richtig schlecht." Nach diesem Gesamtgespräch war ich vollkommen demotiviert und entrüstet. Mit so einer negativen und destruktiven Bewertung habe ich nicht gerechnet.
Er ging weder im ersten, noch im zweiten Ausbildungsabschnitt wertschätzend auf meine Lehrerpersönlichkeit ein.


Mein Rektor und meine Ausbildungsleiterin haben ein - zwei Stunden von mir gesehen (der Rektor musste in der Doppelstunde nach 30 Minuten gehen. Meine Ausbildungsleiterin sah die gesamte Doppelstunde). Im Nachgespräch haben sie nur Kleinigkeiten kritisiert.
Im Schlussgespräch, eine Woche später, als eine Entlassung des Referendariats im Raum stand, waren sie davon überzeugt, dass ihre gesehene Stunde bereits auch große Defizite aufwies. Dies liegt daran, da sie zu dem Zeitpunkt andere Lehrermeinungen gehört hatten !

Zu meinen drei Fachleiterbesuchen im anderen Fach: Mein Fachleiter hat mir nach dem ersten Fachleiterbesuch grünes Licht gegeben. Er sagte nach dem dritten Besuch, dass es für mich jetzt noch um nichts gehe, da ich ja erst im Herbst 2013 Lehrproben hätte. Auch er ging also nicht von einer ENTLASSUNG aus.


Am 20. Dez. 2012 habe ich die endgültige lebenslängliche Entscheidung von meinem Rektor bekommen, dass es zu keinem eigenständigen Unterricht komme und ich entlassen werde, da die Schüler zu wenig Erkenntnisgewinn bekämen.
Diese Entscheidung kam vollkommen unerwartet, da ich im zweiten Abschnitt immer davon ausgegangen bin, dass es zum selbständigen Unterricht komme. Stoffverteilungspläne habe ich von meinen drei Klassen in spe auch gemacht. Meine Fachleiterin und meine Mentorin haben kurz zuvor meine positive Entwicklung auch hervorgehoben. Mir wurde bestätigt, dass ich nun eine klare Struktur und eine Phasentrennung im Entwurf aufweise.

Meine Fachleiterin hat mir einen Tag vor der Entscheidung, auf mein Fragen, mitgeteilt, das sie es unterstützen würde, wenn mir ab Feb. 2013 eigenständiger Unterricht übertragen werden würde. Dies habe ich am nächsten Tag dem Rektor gesagt. Er meinte lapidar, dass sie dies nicht zu ihm gesagt hätte.

Am 13. Dezember war bereits die erste Konferenz mit allen Lehrern aus dem zweiten Abschnitt. Am 18.Dezember hat der Rektor mir erst mitgeteilt, dass alle fünf Lehrer zu dem gleichen Ergebnis gekommen seien (kein eigenständiger Unterricht). In den dazwischen liegenden Tagen war ich in reiner Ungewissheit und habe noch unterrichtet.

Im Gespräch habe ich dem Rektor dann von meinem anfänglichen Unbehagen an der Schule berichtet, dass sich bis zum Ende durchgezogen hat. Er war überrascht, dass ich bereits zu Beginn wenig Entgegenkommen von Kollegen bekam.
Er schlug mir vor, falls es zum eigenständigen Unterricht käme, dass ich eine gesonderte Auflage bekomme, und einige Stunden in der Woche begleiteten Unterricht halten dürfe. Zusätzliche müsste ich hospitieren. Ich stimmte ein.

Er sagte, dass er am 19. Dezember eine zweite Konferenz einberufen wird, bei der alle Lehrer aus beiden Abschnitten geladen werden. Dies ist natürlich nicht produktiv für mich, da der alte, für mich längst abgeschlossene Ballast, wieder aufflammte. Auch meine Mentorin bestätigte mir am gleichen Tag, dass dies destruktiv für mich sei.

Es liegt auf der Hand, dass es von meinen Lehrern und dem Rektor zu keiner neutralen Entscheidung kam, da sich alle von den vorherrschenden Meinungen haben beeinflussen lassen. Das Ergebnis war das Resultat einer kollektiven Gruppendynamik bei der es an Loyalität fehlte.

Am 20. Dezember ist der Rektor auf die Sondervorlage für meinen selbständigen Unterricht nicht mehr eingegangen.

Ich habe mich mit vielen Mitreferendaren unterhalten. Diese haben auch noch die gleichen Probleme wie ich: Auswertungsphase II + Vertiefung. Jedoch haben sie bereits im Sept. eigenständigen Unterricht bekommen.
Alle Auszubildenden in unserem Land werden gefördert und in ihrer gesamten Ausbildung durchweg unterstützt. Auch wenn es nicht nur Erfolgserlebnisse gibt, führt dies zu einer abgeschlossenen Berufsausbildung.

Mein Praxissemester habe ich erfolgreich am an einem anderen Gym. absolviert. Davon habe ich eine sehr gute Beurteilung bekommen. Man kann sogar sagen, eine gegenteilige wie an meiner jetzigen Schule. Mit allen Kollegen bin ich hier gut ausgekommen.

Ich halte es für sinnvoll, wenn ich im Februar oder ggf. zum neuen Schuljahr die Chance auf eigenständigen Unterricht an einer neuen Schule bekomme, da ich an meiner alten Schule aus den genannten Gründen keine Weiterentwicklung und freie Entfaltung sehe. Mein negatives Bild von Anfang an ist nicht mehr zu tilgen.
Eine Fortführung des Referendariats ohne Vorurteile und unvoreingenommene Meinungen wäre mein Wunsch.
In einem Jahr kann ich beweisen, dass ich das Gelernte, sowohl in fachdidaktischer- , als auch in pädagogischer Hinsicht umsetzen kann

Fazit: Mein Engagement, Einsatz und meine Motivation wurde von den Lehrern nicht gewürdigt. Stattdessen haben sie Fehler gesucht und dies kund getan. In der Konferenz waren plötzlich alle gegen mich, obwohl mein verbales Feedback von einigen gut war. Das heisst, dass sich diese Lehrer im Kollektiv auf die Seite der absoluten Mehrheit gestellt haben und das Ergebnis daher verfälscht war (Komplott).


Etwas Formales: Der Rektor hat die Frist überschritten, das RPS über meine Lage zu informieren, ob es zum eigenst. Unterricht kommt od. nicht (15.12).
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Ich habe mich bereits mit dem Regierungspräsidium auseinandergesetzt und plane einen Widerspruch.
Welche Lücken gibt es, dass ich doch zu eigenst. Unterricht komme ?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
07.01.2013 | 18:35

Antwort

von


(2321)
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Tel: 0511 1322 1696
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See geehrte Fragestellerin,

Im Bereich des Verwaltungsverfahrens herrscht Amtsaufklärung, das bedeutet, dass alle Umstände auch von behördlicher Seite ermittelt werden müssen.

Der selbstständige Unterricht ist Teil Ihrer Ausbildung und wird Ihnen nunmehr verwehrt, da man Sie entlassen möchte.

Wenn Sie bereits einen Bescheid erhalten haben, sollten Sie hiergegen unverzüglich Widerspruch einlegen und Akteneinsicht verlangen und sodann die Begründung ausarbeiten.

Wenn der Widerspruch keine aufschiebende Wirkung haben sollte, müsste außerdem ein einstweiliges Rechtsschutzverfahren vor Gericht angestrengt werden.
Als Begründung könnte auch hier gelten, dass die mündlichen Bewertungen nicht mit der nachfolgenden Entscheidung übereinstimmten und es dafür keinen sachlichen Grund gibt. Sie könnten Ihre Situation daher nicht richtig einschätzen und entsprechend verbessern.
Dies stellt einen groben Verfahrensverstoß dar, der Sie dann auch dazu berechtigen sollte, den Vorbereitungsdienst wieder aufzunehmen und anschließend auch selbstständigen Unterricht leiten zu können.

Wichtig wäre nur die Akteneinsicht, mit Hilfe dieser auch weitere Verfahrensfehler aufgedeckt werden können.

Solange Sie noch keinen Bescheid erhalten, sollten Sie schriftlich die selbstständige Unterrichtseinheit anfordern, dass Ihnen nicht später vorgeworfen werden kann, dass Sie keine Eigeninitiative gehabt hätten.

Wegen der Fristversäumung des Rektors hat dies allerdings keine formalen Auswirkungen.


Nachfrage vom Fragesteller 15.01.2013 | 13:54


Sehr geehrter Herr Hoffmeyer,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe nun den schriftl. Bescheid der Entlassung vom Regierungspräsidium bekommen und verfasse einen Widerspruch (Frist = 2 Wochen).

Gestern habe ich erfahren, dass ich meine restl. 12 Pflichtstunden (damit ich auf insg. 60 Pflichtstunden am Ende des Vorbereitungsdienstes komme), nicht mehr machen müsse. Es steht mir laut Juristin vom Regierungspräsidium frei, ob ich mir dies physch. zutraue. Falls es zu keiner Entlassung käme, müsste ich die fehlenden Stunden "irgendwie nachholen".

Letzten Fr. fand eine Gremiumssitzung mit einer Juristin vom RP und Bezirkspersonalräten statt.
Am 25.Jan. findet erneut eine Gremiumssitzung über meinen Fall statt in der entgültig beschlossen wird, ob ich entlassen werde.

Was würden Sie mir empfehlen ?

Ein Vorsitzender des Bezirkspersonalrats hat mir im Vorfeld empfohlen, dass ich ggf. in einem anderen Bundesland mein REF neu beginnen bzw fortsetzen könnte.
Können Sie dies rechtl. nachvollziehen ?

Mir kommt dies alles vage vor. Mein Rektor ist neu an der Schule und hat daher noch keine Erfahrung/Kompetenz.

Kann ich mich an die oberste Schulaufsichtsbehöre (Ministerium) Ba.-Wü. wenden ? Diese sind über dem RP.

Besten Dank für Ihre Nachricht

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.01.2013 | 14:01

Sehr geehrte Fragestellerin,

um zu vermeiden, dass Sie alles noch einmal machen müssen, würde ich mich auf jeden Fall mit dem Widerspruch und notfalls einer verwaltungsgerichtlichen Klage dagegen wehren, da oftmals auch im Gericht bessere Lösungen gefunden werden, als außerhalb.

Ich würde Ihnen aber empfehlen, dass Sie sämtliche Stunden noch nehmen, die Sie bekommen können, um auch zu zeigen, dass Sie gewillt sind, die Ausbildung zu Ende zu führen.

Natürlich können Sie sich an das Ministerium wenden, allerdings ist dieses sodann nicht verpflichtet, etwas zu unternehmen. Hier müsste dann der Verwaltungsgerichtsweg eingehalten werden.

Wenn Sie dafür Hilfe brauchen sollten, steht Ihnen meine Kanzlei gerne zur Seite.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben sollten, sprechen Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber weiterhin Auskunft geben möchte.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17.01.2013 | 11:51

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"Alles bestens- herzlichen Dank !"
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 17.01.2013
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Alles bestens- herzlichen Dank !


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