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Unfallversicherung

22.08.2019 08:35 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Florian Reinhardt


Ich habe mir beim privaten Sägen eines Brettes mit der Kreissäge in den linken Daumen gesägt. Die Wunde wurde ambulant versorgt/genäht. Es sah so aus, dass alle Funktionen zunächst erhalten geblieben sind.
Nach 7 Tagen wurde beim Verbandswechsel festgestellt, dass die Wunde infiziert ist. Im Rahmen der darauf hin angesetzten Operation musste eine Sehen entfernt werden, was zu Funktionseinschränkungen führen wird.
Meine Frage: Leistet da noch die Unfallversicherung, oder redet die sich mit der Begründung "Folgeschaden" raus ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Bei Ihrem Unfall ist zunächst eine Weigerung der Unfallversicherung zu erwarten.

Die Weigerung wäre aber rechtswidrig.

Dies ergibt sich aus §§ 178,180 VVG :

178 Leistung des Versicherers

„(1) Bei der Unfallversicherung ist der Versicherer verpflichtet, bei einem Unfall der versicherten Person oder einem vertraglich gleichgestellten Ereignis die vereinbarten Leistungen zu erbringen.
(2) Ein Unfall liegt vor, wenn die versicherte Person durch ein plötzlich von außen auf ihren Körper wirkendes Ereignis unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung erleidet. Diese Unfreiwilligkeit wird bis zum Beweis des Gegenteiles vermutet."

180 Invalidität

„Der Versicherer schuldet die für den Fall der Invalidität versprochenen Leistungen im vereinbarten Umfang, wenn die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit der versicherten Person unfallbedingt dauerhaft beeinträchtigt ist. Eine Beeinträchtigung ist dauerhaft, wenn sie voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und eine Änderung dieses Zustandes nicht erwartet werden kann."


Der Versicherer kann nun nicht einwenden, es handele sich bei der Verletzung, die zur Invalidität führt, um eine, die nicht auf den Unfall zurückzuführen ist. Zumindestens dann, wenn bei der notwendigen Behandlung eine typische Krankheit auftritt, deren Auftreten nicht gänzlich außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit liegt.

Es reicht -so der BGH ganz aktuell- aus, wenn der Unfallablauf und die zusammenhängende Verletzung nicht „gänzlich außerhalb aller Wahrscheinlichkeit liegen". Selbst das „Vorhandensein von Vorschäden" schließt demnach die Kausalität nicht aus.
(BGH 19.10.2016, IV ZR 521/14 , VersR 2016, 1492 ).

Nach allgemeiner Lebenserfahrung ist das Auftreten einer Entzündung in Folge einer OP regelmäßig zu beobachten und insofern nicht "außerhalb jeder Wahrscheinlichkeit".

Das o.g. BGH Urteil ist noch relativ jung und wird meiner Praxiserfahrung nach von den Unfallversicherern gerne komplett ausgeblendet.

Lassen Sie sich davon nicht beirren. Mit der vom Arzt festgestellten Invalidität sollten Sie sich an den Unfallversicherer wenden und auf Ihre Ansprüche beharren.

Bitte prüfen Sie selbstständig, ob ausweislich Ihrer Versicherungsbedingungen eine unverzügliche Schadenmeldung angezeigt ist (meistens ja).

Die Kausalität zwischen Verletzung und Unfall ist auch nach der Adäquanztheorie zu bejahen: denn wäre der Unfall nicht gewesen, hätten Sie nicht operiert werden müssen und die Entzündung wäre nicht entstanden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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