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Unfallversicherung +


20.09.2007 10:15 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Vor ca. 15 Jahren habe ich eine Unfallversicherung abgeschlossen.

Am 15. Januar 1996 erlitt ich einen Nervenzusammenbruch, gefolgt von schwerer Psychose (schizophrene und paranoide Elemente mit Depression im Wechsel).

Zweimalige stationäre Einweisung war gegeben und schliesslich die
Frühverrentung.

Seit etwa 7 Jahren bin ich jedoch beschwerdefrei.

Fragen:
1.)Ist diese Erkrankung im Sinne des Versicherungsgesetzes eine
´Geisteskrankheit´?
2.) Besteht überhaupt Versicherungsschutz (ich habe die Erkrankung nicht gemeldet)?
3.) Falls kein Versicherungsschutz besteht, kann ich die ab Krankheitseintritt gezahlten Beiträge zurückverlangen
mfg

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst möchte ich den Versicherungsumfang einer Unfallversicherung darstellen:

Die Unfallversicherung gilt für Unfälle auf der ganzen Welt und - soweit nichts anderes vereinbart - rund um die Uhr für Unfälle im Beruf und in der Freizeit.

"Die Unfallversicherung bietet Versicherunsschutz gegen die Folgen von Unfällen wie Invalidität, vorrübergehende Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, Tod und Krankenhausaufenthalt.
Unfällen gleichgestellt sind:Verrenkungen, Zerrungen und Zerreißungen an Gliedmaßen und der Wirbelsäule, die durch Kraftanstrengung des Versicherten hervorgerufen wurden;
Wundinfektionen bei denen der Ansteckungsstoff durch eine Unfallverletzung in den Körper gelangt ist."

Eine Erkrankung des Psyche ist grds. nicht vom Leisungsumfang einer Unfallversicherung abgedeckt. Hier wäre eine Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig. Bitte überprüfen Sie deshalb Ihren Versicherungsvertrag genau auf dessen Leistungsumfang anhand der Police und der AUB (allgemeine Bedingungen). Sollte ein atypischer Vertrag vorliegen (sehr unwahrscheinich), sollten Sie diesen einem Kollegen zur Prüfung vorlegen.

Eine Einstandspflicht der Unfallversicherung besteht demnach nach Ihrer Schilderung nicht. Trotzdem können Sie die Beiträge nicht zurückfordern, weil Sie gegen die oben genannten Risiken durchgehend versichert waren.


Ich hoffe meine Antwort kann Ihnen zu einer ersten Orientierung dienen. Sie ersetzt nicht die persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt, weil bei Überprüfung des Sachverhaltes, insbesondere anhand der zu prüfenden Unterlagen sich Umstände ergeben, können die zu einer abweichenden Beurteilung führen.


Mit freundlichen Grüßen

Oliver Martin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.09.2007 | 10:56

Ich meinte nicht die Einstandspflicht der Vers. aufgrund meiner psych. Erkrankung, sondern eine angenommene solche, wenn ein Unfall eingetreten wäre.
Lt. Versicherungsvertrag gehören Personen mit ´Geisteskrankheiten´
zu den nicht versicherbaren Personen.
Demnach hätte ich doch ab Eintritt der Krankheit die Beiträge umsonst gezahlt, denn ab diesem Zeitpunkt war ich nicht versicherbar, sofern meine geschilderte Erkrankung zu den ´Geisteskrankheiten´ zählt

mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.09.2007 | 11:45

Sehr geehrter Fragesteller,

nicht versicherbar sind idR pflegebedürftige Personen ab einer bestimmten Pflegestufe oder Personen, die unter schweren Geisteskrankheiten leiden.

Der versicherungsrechtliche Begriff des Geisteskranken ist weder im Gesetz noch in den Versicherungsbedingungen definiert. Er ergibt sich unter Zugrundelegung von Rechtsprechung und Literatur. Hiernach ist unter Geiesteskrankheit eine " so hochgradige geistige oder seelische Störung" zu verstehen, welche "den Versicherten außer Stande verstetzt, seine Angelegenheiten zu besorgen und ihn weitgehend vom allgemeinen Leben ausschließt (Grimm, Unfallversicherung, AUB Kommentar. 2 Auflage § 3 (4)).
Die geistige Störung muss also ein erhebliches Ausmaß haben, wann dies der Fall ist kann im Zweifel nur ein Sachverständiger beurteilen. Es kommt also weniger auf die konkrete Art der Erkrankung, sondern auf deren Auswirkung an.

Tritt während der Vertragslaufzeit eine Geisteskrankheit oder dauernde Pflegebedürftigkeit der versicherten Person ein, wird die Unfallversicherung wegen Nichtversicherungsfähigkeit idR beendet (§ 3 AUB), allerdings kann bei Eintritt einer Geisteskrankheit / Pflegebedürftigkeit während der Vertragsdauer, bei einigen Gesellschaften die versicherte Person auf Antrag versichert bleiben.

Endet die Versicherung sind die überbezahlten Beiträge idR zurückzubezahlen. Da Sie allerdings Ihrer Mitteilungspflicht nicht nachgekommen sind, könnte die Versichung sich auf erhöhten Aufwand berufen. UU wird sie argumentieren, die Schwere der Erklarnkung habe zugenommen, deshalb habe die Versicherung erst vor kurzem geendet(wenn Anhaltspunkte vorhanden).
Fordern Sie die Versicherung ggf auf die bezahlten Beiträge zurückzuerstatten.


Ich hoffe meine Antwort auf Ihre Nachfrage hat nun den Kern des Problemes getroffen.


Mit ferundlichen Grüßen


Oliver Martin
Rechtsanwalt

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