Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfallopfer: Wie gegen Spätfolgen der Unfallschäden absichern?

26. März 2014 14:55 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor gut einem Jahr bin ich bei einem Autounfall als Beifahrer schwer verletzt worden. Ein Falschfahrer kam uns auf der Autobahn entgegen und es kam zum Frontalzusammenstoß.

Die Versicherung des Unfallgegners hat uns gegenüber die Schuld anerkannt. Der Falschfahrer ist rechtskräftig zu Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er trägt die volle Schuld.

Ich habe bei dem Unfall schwere Verletzungen erlitten. Mein Leben war unmittelbar bedroht. Insgesamt war ich zwei Monate im Krankenhaus, lange Zeit davon auf der Intensivstation. Durch eine Komplikation schwebte ich zwischenzeitlich wiederum in Lebensgefahr. Insgesamt habe ich mich 13 Operationen unter Vollnarkose unterziehen müssen. Ich habe zahlreiche Knochenbrüche und schwere innere Verletzungen davongetragen. Ohne diese im Detail aufzuzählen, sei gesagt, dass ein Teil meiner Lendenwirbelsäule dauerhaft durch Implantate versteift wurde und dass es durch die zahlreichen OPs zu einem sogenannten Verwachsungsbauch gekommen ist.

Glücklicherweise sind bisher alle Verletzungen gut verheilt und ich führe einen geregelten Alltag. Abgesehen von Narben und Rückenschmerzen und gelegentlichen Schmerzen im Beim bin ich zu Hause und in der Arbeit (im Büro) kaum eingeschränkt. Jedoch kann ich noch nicht wieder Sport treiben, wie ich es früher getan habe.

Nun habe ich ein Schmerzensgeld von der gegnerischen Versicherung gefordert. Die gegnerischere Versicherung hat nach einem Regulierungsgespräch eine Abfindung angeboten. Die Abfindung entspricht in etwa der Höhe des geforderten Schmerzensgeldes. Jedoch beinhaltet sie die Klausel, dass mit Annahme der Abfindung jegliche Forderungen gegenüber der gegnerischen Versicherung abgegolten sind.

Meine Sorge ist nun, dass gesundheitliche Spätfolgen auftreten könnten, die mit erheblichen Kosten verbunden sind. Würde ich die Abfindung annehmen, könnte ich keine Forderungen mehr stellen. Als Beispiel sei die (hypothetische) Situation genannt, dass ich aufgrund der während des Unfalls erlittenen Rückenverletzung arbeitsunfähig werde oder an den Rollstuhl gebunden werde.

Kurzum kann ich als juristischer und medizinischer Laie das Risiko, dass bezüglich meiner ungewissen gesundheitlichen Entwicklung besteht, kaum einschätzen. Daher bin ich auch nicht bereit, dieses Risiko gegen Zahlung eines Schmerzensgeldes auf mich zu nehmen.


Meine Fragen:

Welche Forderungen kann ich gegenüber der gegnerischen Versicherung stellen, um mich dauerhaft bezüglich einer eventuellen gesundheitlichen Verschlechterung abzusichern, die auf den Unfall zurückzuführen ist?

Wie kann ich verhindern, dass eine Verjährung solcher Ansprüche eintritt?

Wenn ich nun eine Lebens-, Berufsunfähigkeits-, oder private Gesundheitsversicherung abschließen würde, müsste ich wahrscheinlich aufgrund der Verletzungen eine erhöhte Premie zahlen. Kann ich von der gegnerischen Versicherung verlangen, für die erhöhten Versicherungskosten aufzukommen? Was ist, wenn ich aufgrund der Unfallverletzungen nun keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen kann?

26. März 2014 | 16:59

Antwort

von


(1181)
Hauptstraße 16 a
25488 Holm
Tel: 04103/9236623
Web: http://www.kanzlei-roth.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:


Welche Forderungen kann ich gegenüber der gegnerischen Versicherung stellen, um mich dauerhaft bezüglich einer eventuellen gesundheitlichen Verschlechterung abzusichern, die auf den Unfall zurückzuführen ist?

Immer dann, wenn Folgeschäden bei körperlichen Verletzungen nicht absehbar sind, muss darauf geachtet werden, dass bei einer von der Versicherung "aufgedrängten" Abfindungsvereinbarung ein Vorbehalt mit aufgenommen wird, der es Ihnen ermöglicht bei in der Zukunft auftretenden Komplikationen weitere Schmerzensgeldforderungen geltend zu machen.

Wenn die Versicherung einen solchen Vorbehalt nicht akzeptiert, ist dringend von einer Unterzeichnung der Vereinbarung abzuraten.
Aus einer solchen Ablehnungshaltung können Sie unschwer erkennen, dass das Verletzungsbild bagatellisiert wird.

Dieses "Spielchen" sollten Sie keinesfalls dulden.

Darüber hinaus sollte durch Konsultation eines Rechtsanwalts geklärt werden, ob die angebotene Abfindung als angemessen eingestuft werden kann. Die Höhe des Schmerzensgeldes hängt immer vom Einzelfall und den einzelnen Verletzungen und Beeinträchtigungen ab.


Wie kann ich verhindern, dass eine Verjährung solcher Ansprüche eintritt?

Schadensersatzansprüche aus sog. unerlaubter Handlung verjähren grundsätzlich in drei Jahren, vgl. § 195 BGB , und beginnen regelmäßig mit dem Schluss des Jahres, in dem

1. der Anspruch entstanden ist und
2. der Gläubiger von den den Anspruch begründenden Umständen und der Person des Schuldners Kenntnis erlangt oder ohne grobe Fahrlässigkeit erlangen müsste.

Nach § 199 Absatz 2 BGB verjähren Schadensersatzansprüche, die auf der Verletzung des Lebens, des Körpers, der Gesundheit oder der Freiheit beruhen, ohne Rücksicht auf ihre Entstehung und die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis in 30 Jahren von der Begehung der Handlung, der Pflichtverletzung oder dem sonstigen, den Schaden auslösenden Ereignis an.

Nach Ihrem Sachvortrag führen Sie mit der Versicherung sog. Verhandlungen.
Dies führt nach § 203 BGB zu einer Hemmung der Verjährung, bis der eine oder der andere Teil die Fortsetzung der Verhandlungen verweigert.

Ansonsten wird durch eine Klageerhebung und dieser gleichgestellten Handlungen einer Rechtsverfolgung, die sich insoweit aus § 204 BGB ergeben, die Verjährung ebenfalls gehemmt.

Der Zeitraum, während dessen die Verjährung gehemmt ist, wird in die Verjährungsfrist nicht eingerechnet.


Wenn ich nun eine Lebens-, Berufsunfähigkeits-, oder private Gesundheitsversicherung abschließen würde, müsste ich wahrscheinlich aufgrund der Verletzungen eine erhöhte Premie zahlen. Kann ich von der gegnerischen Versicherung verlangen, für die erhöhten Versicherungskosten aufzukommen?

Wenn durch das schädigende Ereignis höhere Versicherungsprämien verursacht werden, gehört dies grundsätzlich zum ersatzfähigen Schaden.

Es geht hier generell um versicherungsrechtliche Nachteile.


Was ist, wenn ich aufgrund der Unfallverletzungen nun keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen kann?

Vor diesem Hintergrund ist der Vorbehalt in der Abfindungsvereinbarung, den ich oben ausgeführt habe, so eminent wichtig.

Ich vertrete Sie gerne gegenüber der Versicherung und nehme Ihre Interessen wahr. Kontaktieren Sie mich einfach.



Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg


Rechtsanwalt Karlheinz Roth

ANTWORT VON

(1181)

Hauptstraße 16 a
25488 Holm
Tel: 04103/9236623
Web: http://www.kanzlei-roth.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Vertragsrecht, Erbrecht, Miet- und Pachtrecht, Internet und Computerrecht, Arbeitsrecht, Zivilrecht, Immobiliensteuern, Strafrecht, Baurecht, Gesellschaftsrecht, Wettbewerbsrecht, Familienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 98624 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr kompetente, auf den Punkt gebrachte Beratung ...
FRAGESTELLER
3,8/5,0
Die Antwort war gut gemeint, und hat die Rechtslage durchgeleuchtet, nach meiner langen Schilderung des nicht so einfachen Falles. Aber keiner von meinen zwei Kurze fragen wurde überhaupt beantwortet. Übrigens war die Antwort ... ...
FRAGESTELLER