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Unfallgegner macht falsche Angaben; der Zeuge auch

09.07.2015 17:15 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich war kürzlich in einen Unfall verwickelt. Dabei hat das gegnerische Fahrzeug vor mir gehalten um rückwärts einzuparken - dabei ist er mir aber auf meine Stossstange gefahren.

Ich dachte, das ist alles nur eine Formalität, habe die Versicherungsinformationen ausgetauscht und dann den Schaden seiner Versicherung gemeldet.

Allerdings hat er den Schaden auch bei meiner Versicherung gemeldet! Auf Nachfrage nach ca. 6 Wochen bei meiner Versicherung wurde mir gesagt, dass er behauptet, ich sei bei ihm hinten aufgefahren. Ausserdem scheint er eine Rechtschutzversicherung zu haben (ich nicht).

Ich habe als Zeuge meiner Schwester (verwandt), er hat seine Lebensgefährtin, meines Wissens nach nicht verheiratet.

Die Sache ist bis jetzt nicht final entschieden, aber der Sachbearbeiter bei meiner Versicherung fürchtet, dass die Sache zu meinem Ungunsten enden wird.

Spricht etwas dagegen, jetzt schon den Unfallgegner (Fahrer) und seine Zeugin (Beifahrer) bei der Polizei wegen Falschaussage anzuzeigen? Ist so etwas möglich? Haben Sie generell noch einen Rat für mich?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen!

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Dass sich Unfallbeteiligte, die einen Verkehrsunfall verschuldet haben, ihrer Haftung entziehen wollen, gehört fast schon zum Alltag. Das hilft Ihnen aber nicht weiter.

Sie sollten gegenüber der Haftpflichtversicherung des gegnerischen Fahrzeugs Ihre Schadensersatzansprüche geltend machen. Dann werden Sie sehen, ob die gegnerische Versicherung eine Zahlung, gegebenenfalls 50 % des geltend gemachten Schadens, erbringt.

Der Unfallgegner wird seinerseits gegen Sie Schadensersatzansprüche anmelden. Sie sollten der Haftpflichtversicherung Ihres Fahrzeugs mitteilen, wie sich der Unfall aus Ihrer Sicht zugetragen hat und der Versicherung raten, die geltend gemachten Ansprüche seitens der Gegenseite nicht zu regulieren. Die Versicherung braucht sich daran aber nicht zu halten, da sie das Direktionsrecht hat. D.h., der Haftpflichtversicherer Ihres Fahrzeugs kann den Schaden, den der Unfallgegner anmeldet, nach eigenem Ermessen auch in vollem Umfang regulieren.

Hier werden Sie einfach warten müssen, wie sich die Versicherungen verhalten.


2.

Angenommen, Sie erhalten keine Zahlung von der gegnerischen Versicherung, werden Sie in Erwägung ziehen müssen, Klage zu erheben. Ob eine Klage sinnvoll ist, hängt natürlich auch von der Höhe des Schadens ab. Handelt es sich nur um eine kleine Delle oder gar einen Kratzer, wird man sich überlegen müssen, ob ein Rechtsstreit lohnt. Ist der Schaden dagegen erheblich, werden Sie nicht umhin kommen, Ihre Ansprüche gerichtlich geltend zu machen.


3.

In dem Prozess wird es letztlich auf die Aussagen der Zeugen ankommen. Ob hier ein Verwandtschaftsverhältnis besteht oder nicht, ist unmaßgeblich.

Anhand der Aussagen der Zeugen muss sich das Gericht einem Meinung bilden.

Kommt das Gericht zu dem Ergebnis, dass man anhand der Zeugenaussagen nicht beurteilen kann, wie sich der Unfall zugetragen hat, wäre richtigerweise dahingehend zu entscheiden, dass Sie die Hälfte des geltend gemachten Schadens zugesprochen erhalten. Da im Fall eines Rechtsstreits die Gegenseite auch, eventuell im Wege der Widerklage, gegen Sie Ansprüche geltend machen dürfte, wird auch Ihre Versicherung an die Gegenseite die Hälfte des eingeklagten Schadens zu zahlen haben.

Meines Erachtens kann sich das Gericht hier nicht auf die Grundsätze des Beweises des ersten Anscheins, der zu ihren Lasten ginge, berufen. Das folgt daraus, dass Sie einen plausiblen Unfallhergang vortragen und unter Beweis stellen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.07.2015 | 08:35

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Mein Frage war ja auch noch, ob es vorab schon eine Möglichkeit gibt, dem Unfallgegner "ins Gewissen zu reden", indem man z.B. eine Anzeige bei der Polizei stellt, um zu betonen, dass es eine schwerwiegende Sache ist, die Unwahrheit zu sagen; und damit ggf. auch andeutet, dass es bei eine Klage zu eine Zeugenaussage, und dort bei einer Falschaussage ggf. zu schwerwiegenden Konsequenzen kommen kann.

Mein Vorgehen wäre jetzt - da ich die Adresse des Unfallgegners ja habe - seiner Versicherung, meiner Versicherung und ihn und die Zeugin in Kopie anzuschreiben, den Sachverhalt nochmal deutlich zu machen, und darauf hinzuweisen, dass ich notfalls auch eine Klage anstrebe, so dass die Zeugenaussage im Rahmen eines Gerichtsverfahrens wiederholt werden muss.

Spricht aus Ihrer Sicht gegen dieses Vorgehen? Hätten Sie einen anderen Vorschlag.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.07.2015 | 09:30

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Bedenken Sie, daß der Unfallgegner bewußt falsche Angaben macht, um sich einerseits einer Haftung zu entziehen und andererseits selbst durch Schadenersatzforderungen den Unfall mit Gewinn abzuschließen.

Da werden Sie keine Aussicht damit haben, wenn Sie Anzeige erstatten. Schließlich würde man dem Gegner die Falschaussage nicht nachweisen können.

Das kann ich Ihnen als Rechtsanwalt, der sich seit vielen Jahren mit Unfallschadenregulierung befaßt, sagen.


2.

Die Schadenregulierung verläuft so: Sie melden den Schaden unter Vorlage eines Kostenvoranschlags oder eines Sachverständigengutachtens bei der gegnerischen Versicherung an. Sodann benennen Sie die Zeugin namentlich mit Anschrift. Die Versicherung wird sodann die Zeuginn anschreiben.


3.

Im Hinblick darauf, wie Sie diesen, vielleicht nicht ganz einfach gelagerten Fall angehen wollen, sollten Sie unbedingt anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen und einen Rechtsanwalt damit beauftragen, den Schaden zu regulieren. Als Privatperson und Unfallbeteiligter werden Sie keinen Erfolg haben.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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