Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfallfreies KFZ mit verdecktem Unfallschaden gekauft

06.01.2011 09:43 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe im August 2010 bei einem freien KFZ-Händler einen unfallfreien BMW gekauft. Das Fahrzeug machte einen sehr gepflegten Eindruck, war scheckheftgepflegt und innen und außen neuwertig. Das Fahrzeug hatte drei Vorbesitzer..

Bei einem Routineaufenthalt in einer BMW Niederlassung wurde entdeckt, dass im Bereich der Heckschürze einige Träger abgebrochen sind und die Abgasanlage verzogen ist. Der Servicemitarbeiter vermutete, dass es sich um einen leichten Auffahrunfall handelt. Lackschäden oder ähnliches sind nicht vorhanden.

Daraufhin habe ich den freien KFZ-Händler kontaktiert, der mir glaubhaft versicherte, nichts von dem Unfallschaden gewusst zu haben. Er hat das Auto auch als unfallfrei angekauft.

Deshalb ich habe den Vorbesitzer kontaktiert, der mir ebenfalls versicherte, nichts von dem Unfallschaden gewusst zu haben und mir seinerseits den Kaufvertrag vorlegte, mit dem er den Wagen als unfallfrei gekauft hat. Allerdings waren in dem Kaufvertrag einer großen BMW Niederlassung Bemerkungen über diverse Nachlackierungen enthalten.

Natürlich möchte ich den Schaden repariert haben aber logischerweise nicht die Kosten dafür tragen. Der Beweis, welcher der Vorbesitzer den Schaden verheimlicht hat, dürfte schwer zu erbringen sein und möglicherweise ist ja auch einem der Vorbesitzer der Schaden unwissentlich entstanden.

Daher meine Frage: lohnt sich in diesem Fall der juristische Weg zum Erhalt von Schadenersatz überhaupt?

06.01.2011 | 10:49

Antwort

von


(1984)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Wenn das Auto tatsächlich bereits einen Unfallschaden hatte, als Sie es vom Händler gekauft haben, haben Sie Gewährleistungsansprüche gegen den Händler gemäß der §§ 437 ff BGB . Dieser hatte Ihnen Unfallfreiheit zugesichert. Bei gewerblichen Händlern bedeutet dies im Gegensatz zum Privatkauf üblicherweise, dass ein Mangel vorliegt, wenn es sich dennoch um einen Unfallwagen handelt. Dies begründet sich daraus, dass ein Händler die Möglichkeit hat, das Fahrzeug vor dem Kauf „auf Herz und Nieren" zu überprüfen. Es kommt daher nicht darauf an, ob der Händler Kenntnis von dem Unfall hatte oder nicht. Vielmehr hat der Bundesgerichtshof bei Zusicherung der Unfallfreiheit „ins Blaue hinein" sogar eine arglistige Täuschung des Händlers bejaht, BGH, Urteil vom 07.06.2006 – VIII ZR 209/05 .

Wenn Sie den Wagen als Privatperson von dem Händler gekauft haben, konnten diese Gewährleistungsrechte auch nicht wirksam ausgeschlossen werden, § 475 BGB . Da der Kauf nicht länger als 6 Monate zurückliegt, greift zu Ihren Gunsten zudem die gesetzliche Vermutung, dass der Wagen bereits bei Übergabe mangelhaft war, § 476 BGB .

Sie haben daher einen Nacherfüllungsanspruch gemäß § 439 BGB gegen den Händler. Sie sollten diesen unter Fristsetzung zur Beseitigung der unfallbedingten Schäden auffordern. Sollte diese Frist erfolglos ablaufen oder der Händler die Nachbesserung verweigern, können Sie den Kaufpreis gemäß § 441 BGB mindern oder die Reparatur selbst in Auftrag geben und die Kosten als Schadensersatz gemäß § 281 BGB geltend machen.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

ANTWORT VON

(1984)

Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Arbeitsrecht, Wettbewerbsrecht, Medienrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 89198 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Die Rechtsanwältin Frau Dr. Scheibeler hat meine Fragen zu meiner vollsten Zufriedenheit beantwortet. Ich empfehle sie deshalb jederzeit gern weiter. Vielen Dank nochmals Frau Dr. Scheibeler. Mit freundlichen Grüßen ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr präzise, ausführlich und mit einem guten Rat vesehende Antwort. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die ausführliche Beratung! ...
FRAGESTELLER