Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfallfluch ohne Beteiligung am Unfall ???


03.04.2006 12:13 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Ich fuhr auf einer normal befahrenden Autobahn. Ich fuhr auf der linken Spur und war dabei ein Fahrzeug zu
Überholen.Die Fahrgeschwindigkeit betrug ca. 130 km/h. Plötzlich nahm ich im Blickwinkel war das sich das
Fahrzeug rechts von mir sich etwas näherte die/der Fahrer etwas erschrocken schaute und dann wieder leicht
gegenlenkte. Ich ging davon aus das alles okay sei und konzentrierte mich auf die Weiterfahrt.
Plötzlich bemerkte ich das die/der Fahrer wohl doch die Kontrolle über das Fahrzeug verlor und in die
Leitplanke knallte.
Ich kam ca. 300m weiter zum stehen, war mir keinerlei Schuld bewußt, da ich während des Überholvor-
ganges keinerlei Lenkbewegungen machte. Meine Frau war ebenfalls erschocken und wir riefen die Polizei,
Von weiten sahen wir das einige Autos anhielten oder weiterfuhren, es wurde sich also um den verunfallten
gekümmert.
Da wir ja "eigentlich" nichts mit dem Unfall zu tun hatten fuhren wir weiter, da wir eine gewisse Entfernung
weg waren und ich mir keinerlei Schuld bewußt war.
Nach dem Unfall war das alles klar jetzt kommen mir jedoch einige Zweifel !

Hier nun meine Fragen :

1) Habe ich mich falsch Verhalten oder war es sogar Unfall/Fahrerflucht ?
2) Soll ich mich nachträglich bei der Polizei als Zeuge oder ??? melden ?
3) Sollte ich einen Anwalt aufsuchen und das klären lassen, damit Akteneinsicht
genommen werden kann ?


Danke und Gruß

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf den vorliegenden Informationen gerne summarisch beantworte.

1.) Unfallbeteiligter ist nach der Legaldefinition jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen hat.
Bei einer möglichen lediglich mittelbaren Mitverursachung muss ein verkehrswidriges Verhalten oder eine über die normale Verkehrsteilnahme hinausgehende Einwirkung auf den Straßenverkehr vorliegen.

Ein Unfallbeteiligter muss einen Unfall nicht zwangsläufig selbst mitverschuldet haben. Ausreichend ist allein schon die Tatsache, dass er dem äußeren Anschein nach an dem Unfall beteiligt war (BayObLG in NZV 2000, S. 133). Insoweit müssen objektiv zureichende Anhaltspunkte dafür vorliegen, den Unfall zumindest mitverursacht zu haben.
Hat das Verhalten allerdings zweifelsfrei nicht zur Unfallverursachung beigetragen, so entfällt die Wartepflicht (OLG Stuttgart, Urteil v. 22.05.03, Az.: 4 Ss 181/2003).

Nach Ihrer Schilderung besteht kein Anhaltspunkt den Unfall mitverursacht zu haben. Dies schließt allerdings nicht aus, dass es für nachfolgende Fahrer oder den Verunfallten anders aussah. Klärung kann hier nur die Einsichtnahme in die Ermittlungsakte bringen.

Nach § 323c (Unterlassene Hilfeleistung) macht sich der strafbar, der bei Unglücksfällen nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und zumutbar war. Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung riefen Sie die Polizei und es wurde sich um den Verunfallten bereits gekümmert. Eine Strafbarkeit ist somit m.E. nicht gegeben.

2.)
Bei der Zeugenpflicht handelt sich um eine sog. „staatsbürgerliche“ Pflicht. Sie trifft jeden deutschen Staatsangehörigen, auch im Ausland. Sie müssen sich daher auf jeden Fall als Zeuge melden.

3.)
Da es zumindest für nachfolgende Fahrer so aussehen konnte, als seien Sie am Unfall beteiligt gewesen, rate ich Ihnen dazu, einen Anwalt Ihres Vertrauens zu kontaktieren.


Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Sie kann nur dazu dienen, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres rechtlichen Problems zu erhalten.
Sofern Sie eine abschließende Beurteilung Ihres Sachverhaltes wünschen, stehe ich Ihnen gerne für eine weitere Beratung oder Vertretung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Weingart
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 03.04.2006 | 19:22

Hallo,
ist es wirklich Sinvoll sich jetzt schon zu melden bei der Polizei als Zeuge oder bei einem Rechtsanwalt. In der einschlägigen Presse und im Internet wurden bisher keinerlei Anstalten gemacht einen angeblichen Unfallzeugen zu finden.
Was bedeutet Zeugenpflicht, belaste ich mich vielleicht selber wenn ich mich als Zeuge melde ?
Ich sehe schon es wäre wohl sinnvoller direkt einen Anwalt autzusuchen oder kennen sie eine andere Möglichkeit an Infos über den Unfall zu bekommen ?

Danke und Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.04.2006 | 14:01

Sehr geehrter Fragesteller,

nach Ihrer Sachverhaltsschilderung besteht kein Anlaß zu vermuten, Sie könnten sich selbst belasten. Sie waren danach an dem Unfall noch nicht einmal mittelbar beteiligt.
Wollen Sie nur einen Rechtsanwalt aufsuchen, um mehr über den Unfallhergang zu erfahren, so bringt dies zum jetzigen Zeitpunkt in der Tat nichts. Akteneinsicht kann auch ein Rechtsanwalt nur erlangen, wenn Sie einer Straftat beschuldigt wurden. Wollen Sie aber eine vollumfängliche Beratung haben, unter Berücksichtigung aller Sachverhaltsfacetten, gegebenenfalls auch solcher, die Ihnen im Beratungsgespräch erst bewusst werden, so bleibe ich bei meinem Rat einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Weingart
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER