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Unfall mit eigenem PKW für Betriebsfahrt


27.11.2015 17:25 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Guten Tag,
ich musste mit meinem PKW zu einer Weiterbildung für den Betrieb. Der Wagen ist auch für solche Fahrten dort angemeldet. Leider war es sehr voll vor dem Gebäude, es gab nicht genug Parkplätze und ich musste rückwärts von einem Parkplatz runter. Dabei bin ich gegen einen Wagen hinter mir gefahren, den ich übersehen hatte. Mein Wagen hat nur leichte Kratzer, der andere Wagen ein paar Dellen an der Seite vorn. Die Fahrerin arbeitet in demselben Betrieb wie ich. Jetzt soll meine Autoversicherung für den Schaden an ihrem Auto aufkommen und die betriebliche Versicherung für den Schaden an meinem Wagen. Ist das rechtens?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kann Ihre Frage mit den hier enthaltenen Informationen nicht abschließend beantwortet werden. Dazu müssten die genaue Vereinbarung über die betriebliche Nutzung sowie eventuelle Nutzungsentschädigungen des Arbeitgebers für die dienstliche Nutzung vorliegen. Von daher versuche ich die Beantwortung pauschal zu formulieren.

Wenn bei Fahrten zu Lehrgängen das Fahrzeug nur zur persönlichen Erleichterung oder mit der Absicht der Zeitersparnis eingesetzt wird, dann trifft den Arbeitgeber keine Erstattungspflicht. Im vorliegenden Fall gehe ich nun mal davon aus, dass Sie auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitgebers Ihr eigenes Fahrzeug zum Lehrgangsbesuch benutzt haben. Dann würde dem Arbeitgeber grundsätzlich eine Pflicht zur Erstattung des Schadens obliegen. Ihr Schaden besteht nun zum einem in Ihrem eigenen Schaden und dem Schaden an dem Fahrzeug der Kollegin. Ihr eigener Schaden wird durch die betriebliche Versicherung abgedeckt. Von daher ist dieser Schaden nun nicht relevant für die Beantwortung Ihrer Frage.

Entscheidend scheint im vorliegenden Fall der Schaden am Fremdfahrzeug zu sein. Laut Ihrer Darstellung soll dieser Schaden durch Ihre eigene Haftpflichtversicherung reguliert werden. Folglich besteht Ihr Schaden in der Rückstufung in der Haftpflichtversicherung. Dabei ist nun entscheidend, ob und wenn in welcher Höhe Ihr Arbeitgeber Ihnen für die Nutzung Ihres Privatfahrzeugs eine Auslagenpauschale zahlt. Ist die gewährte Auslagenpauschale so hoch wie die maximalen steuerfreien zulässigen Sätze für Kilometerpauschalen, ist davon auszugehen, dass das Risiko des Arbeitgebers abgedeckt ist, soweit es den Rückstufungsschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung betrifft, da die steuerlich vorgegebene Kostenpauschale neben den allgemeinen Betriebskosten (z.B. Abnutzung) auch diese Kosten einschließt.

Auch im Rahmen der Fahrlässigkeit könnte es eine Aufteilung des Schadens zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber geben. Aber dazu liegen auch keine weiteren Anhaltspunkte vor.

Im Ergebnis ist wohl zunächst entscheidend, ob und in welcher Höhe Sie eine Auslagenpauschale für die Nutzung Ihres Privat-PKW`s erhalten. Sollte diese hoch genug sein, dann dürfte der Rückstufungsschaden in der KFZ-Haftpflichtversicherung nicht durch den Arbeitgeber zu tragen sein. Sollte Ihr Arbeitgeber keine Auslagenpauschale für die Nutzung Ihres Privatfahrzeugs zahlen, so müsste Ihr Arbeitgeber auch den Rückstufungsschaden in der KFZ-Haftpflichtversicherung zahlen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
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