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Unfall mit eigenem PKW bei der Arbeit


14.06.2005 12:48 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Hallo!
Ich hatte im Rahmen meiner Tätigkeit als Fahrer für eine Bäckerei einen Auffahrunfall, den ich verschuldet habe. Normalerweise habe ich für meine Fahrten einen Transporter. Die Firmentransporter sind jedoch aufgrund technischer Mängel über einen Zeitraum von ca. 2 Wochen nicht nutzbar gewesen. Ich bekam daher den Firmenwagen vom Chef zum Liefern. An dem Tag des Unfalls war ich jedoch mit meinem Privat-PKW unterwegs, da der Chef bereits einen Tag eher als sonst nach Hause (ca 200 km entfernt) fahren wollte und ich deshalb meinen PKW benutzen sollte. Eine Kilometerpauschale für die Fahrt habe ich nicht erhalten. Mein PKW erlitt bei dem Unfall einen Totalschaden. Der Wiederbeschaffungswert beläuft sich auf 5000,-€. Mein Chef sagte mir mehrfach, auch vor Zeugen, zu, den Schaden an meinem Fahrzeug zu ersetzen. Er besaß allerdings keine entsprechende Versicherung. Meine Frage ist: Ist mein Chef zum Schadensersatz verpflichtet, da ich auf seine Anweisung mit dem eigenen PKW fuhr? Hätte er eine entsprechende Versicherung haben müssen? Muß er auch meine höhere Einstufung in der Versicherung ersetzen?

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Guten Tag!

Auf der Grundlagen der von Ihnen gemachten Angaben kann ich Ihnen folgendes mitteilen:

Grundsätzlich haben Sie als Arbeitnehmer gegen Ihren Arbeitgeber einen Aufwendungsersatzanspruch, wenn Sie mit Ihrem privaten Pkw auf Weisung oder betrieblich veranlasste Fahrten unternommen haben. Erstattungsfähig sind dabei die tatsächlich entstanden Aufwendungen, mindestens die Benzinkosten, höchstens die steuerlich anerkannte Kilometerpauschale. Bei entsprechender Vereinbarung zwischen den Parteien kann dies aber auch mehr sein.
Sie sollten hierzu die gefahren Kilometer, Abfahrts- und Zielorte mit Zeitangaben und Aufträge genau auflisten.

Grundsätzlich bestehen insoweit auch Ersatzansprüche, wenn der private Pkw bei solchen Fahrten beschädigt wird. Problematisch ist hier jedoch, dass Sie den Unfall verschuldet haben. Leider teilen Sie nicht mit, wie es zu dem Unfall kam. Die Frage, ob und inwieweit Ihr Arbeitgeber auch hier zum Ersatz verpflichtet ist, richtet sich nämlich u.a. danach, ob Sie leicht, mittel oder grob fahrlässig den Unfall herbeigeführt haben.

Der Arbeitgeber kann nur seine eigenen Firmenfahrzeuge versichern. Die Versicherung Ihres Autos obliegt allein Ihnen. Der Chef kann sich jedoch Im Rahmen einer Aufwendungsersatz-Vereinbarung an den Beiträgen beteiligen. Dies kann dann aber auch wieder Auswirkungen auf die Ersatzpflicht haben.

Auch die Frage, ob ein Höherstufungsschaden vom Arbeitgeber ersetzt werden muss, hängt von Ihrer Vereinbarung ab und evtl. dann auch von der Frage des Verschuldens am Unfall.

Allein die Aussage Ihres Chefes, den Schaden zu ersetzen ist kein Anerkenntnis, das Sie selbständig einklagen können. Es fehlt an der Schriftform.
Dennoch kann Ihnen die Äußerung helfen, wenn Ihr Chef zu diesem Zeitpunkt schon wußte, wie der Unfall passiert war. Es ist jedoch eine Frage der Auslegung, wie die Aussage zu verstehen war. Wollte Ihr Arbeitgeber Sie entlasten, unabhängig von einer Verpflichtung hierzu und ohne nähere Prüfung? Dies wird wohl kaum der Fall gewesen sein.

Im Streitfall zum Aufwendungsersatz, insbesondere auch zum Ersatz des Totalschadens, sollten Sie sich vorsorglich an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht vor Ort wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Susanne Ziegler
Rechtsanwältin, Witten

Nachfrage vom Fragesteller 14.06.2005 | 18:16

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Zu dem Unfall kam es wie folgt: Ich fuhr auf dem linken Fahrstreifen einer Autobahn mit etwa 130-140 km/h. Vor mir fuhr ein PKW, den ich überholen wollte. Ich sah also in den Aussenspiegel, um den rückwärtigen Verkehr zu beobachten. Als ich wieder nach vorne sah, war der Abstand zum Fahrzeug vor mir jedoch so gering, dass ich auffuhr. Wie sich dann herausstellte fuhr die Fahrerin mit einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h. Ich habe ihre Geschwindigkeit und somit auch den Abstand schlichtweg falsch eingeschätzt. Mein Chef wusste, wie der Unfall sich ereignete und sicherte mir trotzdem zu, den Schaden zu regulieren. Schriftliches habe ich leider nicht, aber einige Mitarbeiter waren anwesend. Er hat seine Aussage zu späteren Zeitpunkten noch 2 mal wiederholt, wieder waren einmal Zeugen anwesend. Wie ist die Sachlage zu beurteilen, wenn man bedenkt, daß notwendige Reparaturen der Transporter nicht getätigt wurden, der Wagen des Chefs aber zur teuren Inspektion musste, damit im Falle eines Schadens die Garantie greift? Ansonsten hätte ich ja einen Transporter gehabt und mein Wagen wäre heil! Wie hoch wäre der einzuklagende Betrag besten-, bzw. schlimmstenfalls einzuschätzen? Vielen Dank und freundliche Grüsse!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.06.2005 | 09:14

Wie schon beschrieben haben Sie wegen der Fahrt mit dem eigenen Pkw Aufwendungsersatzansprüche gegen Ihren Arbeitgeber, da Sie die Fahrten auf seine Anweisung durchgeführt haben und der Transport ohne Fahrzeug garnicht möglich war. Warum der Firmenwagen nicht zur Verfügung stand ist eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass es zwingend notwendig war, dass Sie mit Ihrem eigen Pkw einspringen mussten.

Sie haben den Unfall zwar verschuldet. Jedoch heißt dies nicht zwangsläufig, dass die auch grob fahrlässig gehandelt haben. Nach ihrer Schilderung gehe ich hiervon auch nicht aus.

Sie hätten also grundsätzlich, zumindest teilweise, auch wegen des Schadens am Auto Ersatzansprüche gegen Ihren Arbeitgeber. Die Äußerung Ihres Arbeitgebers kann Ihnen bei der Anspruchsgeltendmachung helfen, den Beweis erleichtern. Sie ist jedoch für sich genommen keine Anspruchsgrundlage.

Reden Sie nochmal mit Ihrem Chef wegen der Fahrkosten und dem Schaden an Ihrem Auto.
Vorsorglich sollten Sie auch die bereits erwähnte Liste über die Fahrten fertigen und den Schaden am Pkw sichern.
Bei Aufwendungsersatz und Schäden im Rahmen betrieblich veranlasster Tätigkeiten gibt es stets viele zu berücksichtigende Faktoren und Wertungen, so dass Sie im Streitfall mit Ihrem Chef einen Anwalt vor Ort mit der Anspruchsgeltendmachung beauftragen sollten.

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