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Unfall mit Rückrechnung der BAK

18.07.2009 20:13 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich habe heute um ca. 5 Uhr mein Auto in einem Waldrand versenkt. Habe versucht es selbst abzuschleppen aber ohne Erfolg. Ich dachte mir ich warte bis um 10 Uhr und rufe dann meine Bruder an, dass der mir hilft.
Aber natürlich steht um 9:30 die Polizei vor meiner Tür: Sie lässt mich blasen und ich habe 0,28 o/00 . Daraufhin musste ich mitfahren und 2 Bluttests machen( im Abstand von 20min). Sie wollen damit rückrechnen wie viel ich um 5 Uhr hatte.
Ich sagte ihnen, dass ich dann aus lauter frust zu hause noch bis um 7 zwei Bier reingekippt hab.
Jetzt haben sie mir den FS abgenommen bis das Ergebniss da ist(ca. 3 Wochen).

Nun meine Frage: mit was habe ich zu rechnen? Können die mir Trunkenheit am Steuer andrehen?

18.07.2009 | 22:14

Antwort

von


(1103)
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Seht geehrte Fragesteller,


Ihr frage beantworte ich wie folgt.


I.
1.
Der Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB ) macht sich strafbar, wer ein Fahrzeug führt, obwohl er in Folge des Genusses alkoholischer Getränke [...] nicht in der Lage ist, das Fahrzeug sicher zu führen.

Unwiderleglich wird vermutet, dass bei einer Blutalkoholkonzentration (BAK) ab 1,1 ‰ absolute Fahruntüchtigkeit vorliegt.

Aus den Werten der Blutproben kann durch Rückrechnung die Tatzeit-blutalkoholkonzentration ermittelt werden.
Die ersten beiden Stunden nach Trinkende sind dabei ausgenommen.
Pro Stunde wird ein Abbauwert von 0,1 ‰ angenommen.

Da Sie keine Angaben zum Trinkende machen, gehe ich davon aus, dass Trinkende 5 Uhr war. Kann das Trinkende nicht festgestellt werden, muss auch die Polizei von einem Trinkende zum Zeitpunkt des Unfalls ausgehen
Da Sie den Blutentnahmezeitpunkt nicht angeben, nehme ich 10 Uhr an.
Mangels anderer Angaben nehme ich an, dass die BAK auch 0,28 ‰ beträgt.

Es ergibt sich damit durch Rückrechnung eine BAK zum Unfallzeitpunkt von 0,58 ‰.
(0,28 + 3*0,1; bei unterstelltem Trinkende 5 Uhr, bleiben die zwei Stunden bis 7 Uhr unberücksichtigt, 3 Stunden von 7 bis 10 Uhr).

Sie waren somit relativ fahruntüchtig da unter Alkoholeinfluss, mit Fahrunsicherheit [Abkommen von der Fahrbahn] und Fahrunsicherheit Folge des Alkohols).
Sie müssten darlegen, dass der Unfall nicht Folge des Alkohols war.



Sie behaupten einen Nachtrunk von 2 Flaschen Bier (also etwa 0,7 ‰).
Nur wenn Sie das Bier nüchtern direkt nach dem Unfall getrunken hätten, wäre der Wert einigermaßen schlüssig.

Über eine Begleitstoffanalyse des Blutes lässt sich Ihre Behauptung überprüfen.


Eine Verfolgung wegen Trunkenheit im Straßenverkehr scheidet aus, die Bestätigung des Atemalkoholwerte durch die Blutuntersuchung vorausgesetzt.

2.
a)
Trunkenheit im Verkehr wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft
Soweit sie kein Wiederholungstäter sind kommt eine Freiheitsstrafe nicht in Betracht.

b)
Sie müssen mit der Entziehung der Fahrerlaubnis rechnen, § 69 StGB .
Der Führerschein wurde ja bereits vorläufig eingezogen, § 111a Abs., 1 StPO .
Von Gesetzes wegen wird vermutet, dass bei Trunkenheit im Verkehr der Täter zum Führen eines Kfz ungeeignet ist.

c)
Mit Entziehung der Fahrerlaubnis ist zugleich eine Sperre für die Wieder-Erteilung auszusprechen.
Bei Ersttätern beträgt sie mindestens sechs Monate (§ 69a Abs. 1 S. 1 StGB ).


II.

Bei relativer Fahruntüchtigkeit kann der Versicherer seine Leistung kürzen.

Der Nachtrunk führt als vorsätzliche Verletzung der Aufklärungsobliegenheit zur Leistungsfreiheit des Kaskoversicherers.


III.
Die Angabe des Unfallzeitpunktes gegenüber der Polizei ist für Sie nachteilig.

Es ist Ihnen zur Wahrung Ihrer Interessen dringend anzuraten, einen auf Verkehrsstrafrecht spezialisierten Rechtsanwalt Ihres Vertrauens einzuschalten, der Sie konkret - auch nach Akteneinsicht – berät.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben.


ANTWORT VON

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