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Unfall mit Fahrschule

23.12.2019 23:06 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Abend,

bei Dunkelheit und Regen ereignete sich im Begegnungsverkehr ein Unfall mit einer Fahrschule.
Die Straße verbindet zwei Ortsteile, ist etwa 4 Km lang und führt durch Wohn- und Waldgebiete.
Sie ist sehr eng, hat keine Fahrbahnmarkierungen und wird ständig durch Barken eingeengt, um den Verkehr "zu beruhigen".
Der Unfall ereignete sich auf einem relativ geraden Abschnitt im Waldbereich. Der Fahrschüler fuhr zu weit links und touchierte meinen Wagen. Wegen der Dunkelheit und des starken Regens sah ich nur die abgerissenen Spiegel und vereinbarte mit dem Fahrlehrer, dass jeder seinen Schaden selber zahlt.
Die Polizei holte ich nicht, da ich davon ausgegangen bin, dass ohnehin die 50:50 Regel greift.

Am nächsten Morgen stellte ich fest, der abgerissene Spiegel hat auch die Fahrertür beschädigt,
die hintere rechte Tür und der hintere rechte Kotflügel sind ebenfalls betroffen. Demnach hat der Fahrschüler meinen Wagen auch noch gestreift.

Insgesamt habe ich nun "schlechte Karten".

Mich würden Urteile interessieren, in denen festgestellt wurde, dass von Fahrschulen/Fahrschülern eine erhöhte Gefährdung im Straßenverkehr ausgeht.

Lohnt es sich, einen Fachanwalt für Verkehrsrecht zu beauftragen, oder muss ich dieses Erlebnis als "weitere besondere Lebenserfahrung" verbuchen?

Um die Relationen zu verdeutlichen:
Ich bin 67 Jahre alt, habe seit 49 Jahren meinen Führerschein und fahre 43 Jahre lang unfallfrei. Der Fahrschüler hat keine Fahrpraxis.

Wenn Sie mich auf Differenzierungen in der Rechtssprechung hinweisen könnten, wäre ich sehr dankbar.

Freundliche Grüße

HW Klein







24.12.2019 | 00:14

Antwort

von


(481)
Harmsstraße 86
24114 Kiel
Tel: 0431 88 70 49 75
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Die Einschaltung eines Fachanwaltes kann sich hier aufgrund des Schadensbildes lohnen, insbesondere wenn die Gegenseite den Verursachungsbeitrag bestreitet.

Die Haftungsquote wird aber wohl hier auch bei 50:50 liegen, bestenfalls und meines Erachtens nur ausnahmsweise kämen Sie auf 70:30 . Problematisch wäre schon hier allein die Beweisfrage , sodass es allgemein schwierig ist über 50:50 hinaus zu kommen. Jedoch wenn bei ihnen ein höherer Schaden entstanden ist, kann es sich aber dennoch auszahlen.

Daher sollten Sie zunächst den Schaden dokumentieren und der Fahrschule schriftlich anzeigen um einen einvernehmlich Versuch zu unternehmen.

Sollte dies nicht gelingen kann in zweiter Stufe ein Fachanwalthinzugezogen werden, wobei aber hier auch die Kosten aufgrund der zu Quote mitzuberücksichtigen sind.

Es handelt sich vorliegend um einen sog. Begegnungsunfall.

Unter Begegnungsunfällen werden hier Kollisionen verstanden, bei denen die beteiligten Fahrzeuge auf derselben Straße, jedoch in entgegengesetzter Fahrtrichtung fahren.

OLG Frankfurt am Main v. 04.03.2014: Zum Anscheinsbeweis bei einem Begegnungsunfall
Das OLG Frankfurt am Main (Beschluss vom 04.03.2014 - 15 U 144/12 ) hat entschieden:

Bei einem Unfall im Begegnungsverkehr spricht der Anscheinsbeweis gegen den Fahrer, der mit seinem Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geraten ist und dadurch die entscheidende Ursache für die Kollision gesetzt hat. Ihn trifft daher wegen des daraus folgenden groben Verkehrsverstoßes die alleinige Haftung.

Je nach Beweislage ist daher zwar eine höhere Quote oder alleinige Haftung möglich, gerade wenn ein Fahranfänger dabei beteiligt ist. Jedoch kommt es dabei eben auch auf die Aussagen der Beteiligten an.

Eine pauschale Erhöhung der Gefahr durch Fahrschulen besteht m.E. nicht. Eher müssen sogar im Zweifel andere Verkehrsteilnehmer besondere Rücksicht walten lassen, soweit dies erkennbar ist.

Insoweit wäre auch der Fahrlehrer in der Pflicht.

Je nach Verhalten der Gegenseite kann daher ein Verkehrsspezialist im Zweifel ratsam sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Sascha Lembcke


Rechtsanwalt Sascha Lembcke

ANTWORT VON

(481)

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24114 Kiel
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