Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unfall in London

| 18.03.2013 14:59 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Philipp Wendel


Mein Sohn ist in London von einem Auto in der Nacht angefahren worden.Er hat einen Filmriss.Er weiss nur noch dass er auch angetrunken war und einen Schlag erhalten hat, das Auto hat er noch registriert. Die Polizei hat im Protokoll aufgenommen ein Betrunkener ist gestürzt. Einige Zeit später nach dem ganzen Schock hatte er so schlimme steißbeinschmerzen er hatte sich ins Krankenhaus mit dem Taxi fahren lassen.Dort wurde er nicht behandelt, da er seine Versicherungskarte vergessen hatte.Er hatte so starke Schmerzen , dass er richtig um Hilfe geschrien hat. Worauf die Polizei gerufen wurde.Die hat ihm sehr Angst gemacht entweder Gefängnis oder er verpisst sich.Mein Sohn wieder ins Hotel mit den sehr starken Schmerzen, holte die Versicherungskarte . Diesmal wurde er im gleichen Krankenhaus angenommen. Er lag auf dem Boden , da es so starke Schmerzen hatte. Das er immer wieder beteuerte. Man hat ihn wahrscheinlich als betrunkenen gesehen. man hat dann Blutdruck gemessen und ihn Stunden ohne Versorgung warten lassen. Dann ging er heim. Abends haben wir ihn am Flughafen abgeholt. Kann man da etwas machen wegen unterlassener Hilfe Leistung. Oder hat man da gar keine Chance. Das Problem ist jetzt nicht nur der körperliche Schmerz sondern der seelische Schmerz. Alleingelassen mit brüllenden sSchmerzen, kann das sein?Ich möchte, das der Text nicht öffentlich erscheint,da mein Sohn nichts von der Anfrage weiß. Vielen dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Vorab wünsche ich Ihrem Sohn eine schnelle Genesung.

Grundsätzlich besteht - wie auch hier in Deutschland - bei jeder Dienststelle der dortigen Polizei Anzeige wegen aller in Betracht kommenden Delikte zu stellen. Insbesondere der Umstand, dass Ihr Sohn von einem Auto angefahren wurde, dessen Fahrer dann anstatt Hilfe zu Leisten das "Weite" gesucht hat, lässt hier eine strafbare Handlung nahe liegen.

Im Falle der Ermittlung des Fahrers besteht natürlich ein Anspruch auf Ersatz der Heilbehandlungskosten sowie ein Anspruch auf Schmerzensgeld.

Diese Forderungen lassen sich auch in England einklagen. Aber: Versuchen Sie es am besten zu vermeiden, überhaupt im Vereinigten Königreich klagen zu müssen.

Für Ausländer ist die Begegnung mit Her/His Majesty’s Courts and Tribunal System (http://www.justice.gov.uk/about/hmcts) ein zwar interessantes, aber meist kompliziertes und teures Erlebnis. Falls ein Prozess in England doch einmal unvermeidbar ist, hier die wichtigsten Infos:

Nach EU-Recht kann ein deutscher Anwalt auch vor englischen Gerichten auftreten. Theoretisch. Praktisch ist die EU-Begeisterung der Briten bekannt. Faktisch ist die Einschaltung eines englischen Solicitors (vor höheren Gerichten auch eines Barristers) daher unvermeidbar.

Die Gerichtskosten sind aber relativ niedrig und daher nicht die eigentliche Hürde. Problematischer sind die Anwaltskosten. Im Unterschied zu Deutschland gibt es in England keine verbindliche Anwaltsgebührenordnung. Englische Solicitors und Barristers (die eigentlichen Prozessanwälte) rechnen in der Regel nach Stundenaufwand ab (hourly fees). Es gibt aber auch die Optionen Pauschalhonorar (fixed fee) und sogar das – in Deutschland faktisch immer noch verbotene – Erfolgshonorar (no win no fee). Theoretisch gibt es auch Prozesskostenhilfe (Legal Aid), das kann man als Ausländer aber getrost gleich wieder vergessen.

Ähnlich dem deutschen Mahnverfahren kann man auch in England versuchen, seinen Anspruch im sog. "Money Claim Online" geltend zu machen. Das empfiehlt sich aber nur – wie auch in Deutschland – bei sehr einfachen Sachverhalten.

Grundsätzlich:
Bei Gegenstandswerten unter 5.000 Pfund (sog. "small money claims") wird es sich nur selten rechnen, einen Anspruch einzuklagen, insbesondere werden sie kaum einen englischen Anwalt finden, der hier begeistert mit Ihnen in die Schlacht zieht (es sei denn Sie zahlen ihm ein hohes Honorar, auf dem Sie dann aber auch bei erfolgreichem Prozessausgang mindestens zum Teil sitzen bleiben).

In der Regel empfiehlt es sich bei dem von Ihnen geschlderten Fall, wenn Sie eine Rechtsanwaltskanzlei finden, welche Kooperationen mit englischen Kanzleien unterhält. Auf dieser Basis lässt sich der Sachverhalt juristisch aufarbeiten und nach England in geeigneter Weises übermitteln.

Hier noch ein Link als Informationsquelle:
https://www.gov.uk/make-court-claim-for-money/overview

Trotz allem bleibt es dabei: Prozessieren in England ist aufwendiger und teurer als in Deutschland.

Es tut mir leid Ihnen vorab keine besseren Informationen übermitteln zu können.

Ich hoffe dennoch, dass meine Antwort Ihnen hinsichtlich einer ersten Einschätzung weitergeholfen hat.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Philipp Wendel

Rückfrage vom Fragesteller 01.04.2013 | 18:22

Meine Frage sollte dahin gehen, ob man gegen das Krankenhaus wegen unterlassener Hilfestellung klagen kann?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.04.2013 | 18:33

Sehr geehrte Fragestellerin,

man kann das Krankenhaus verklagen, wenn Sie nachweisen können, dass es eine Pflichtverletzung begangen hat - was ich unter den von Ihnen geschilderten Umständen auch annehme.

Liegt eine solche vor, besteht ein Anspruch auf Schmerzensgeld.

Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Ostermontag

-Philipp Wendel-
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.04.2013 | 18:40

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Der Anwalt war sehr freundlich,verständnisvoll und auf jeden Fall seh kompetent.Vielen Dank"