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Unfall im Globusmarkt

| 10. März 2020 19:47 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Zusammenfassung:

Schmerzensgeld für durch Fahrlässigkeit verursachten Hüftbruch

Guten Tag, ich habe folgende Frage:
meine 90 jährige Mutter sollte am 21.02. wegen Arthrose an der rechten Hüfte ein neues Hüftgelenk bekommen.
Am 12.02. wurde sie beim Einkaufen von einer Mitarbeitin eines Globus-Einkaufmarktes verletzt.
Die Mitarbeiterin rangierte einen Geschirrwagen übersah meine Mutter und fuhr ihr von hinten in die Beine. Meine Mutter stürze und wurde mit einem Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Dort wurde am 13.02. ein Hüftbruch festgestellt und meine Mutter musste auf Grund der starken Schmerzen am 14.02. operiert werden.
Die Haftpflichtversicherung des Globus schreibt uns
"aufgrund der vorliegenden Informationen gehen wir von einer Haftung für das Unfallereignis aus"
und bittet unfallbedingt entstandene Aufwendungen und Kto-Verbindung mitzuteilen.
Meine Frage: Welche Schmerzengeldhöhe halten Sie für angemessen und kann der Anspruch einfach persönlich gestellt werden.
MfG

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es tut mir leid, dass Ihrer Mutter solch ein Unglück widerfahren ist!

Leider gibt es im rechtlichen Bereich des Schmerzensgeldes keine festen Beträge. Oftmals wird gerichtlich um das Schmerzensgeld gestritten, denn im Gegensatz zu den relativ leicht festzustellenden tatsächlichen Kosten eines Schadensereignisses (Schadensersatz) ist der subjektiv empfundene Schmerz keiner generalisierenden Betrachtung zugänglich, zumal das deutsche Recht sehr zurückhaltend, um nicht zu sagen geizig ist mit dem Ausgleich immaterieller Schäden.

Es gibt freilich in der Rechtsprechung Anhaltspunkte für eine Wertung verschiedener Verletzungsfolgen. So hat das OLG München im Falle eines komplexen Beckenbruchs mit Fraktur des linken Hüftgelenks ein Schmerzensgeld in Höhe von 57.000 € zugesprochen (Az. 10 U 3298/08 ).

Im Falle Ihrer Mutter kommen verschiedene Faktoren zum Tragen: Etwa das hohe Alter, die erhöhte Schmerzempfindlichkeit und größere Angst vor Eingriffen und Veränderungen, die physische und psychische Belastung einer Operation und eines Krankenhausaufenthaltes mit anschließender Rehabilitation.

All diese Aspekte müssen vorgetragen werden. Dies können Sie natürlich erst einmal selbst tun und in einem Schreiben an Globus darlegen, so dass es vielleicht zu einer außergerichtlichen Einigung auch über das Schmerzensgeld gemäß § 253 Abs. 2 BGB kommt. Wenn sich Globus darauf nicht einlassen will, werden Sie eine gerichtliche Geltendmachung (Klage) in Erwägung ziehen müssen. Dann wird sich eventuell ein Gutachter mit den Kriterien befassen, welche von der Rechtsprechung aufgestellt wurden, um zu individuell richtiger Bemessung von Schadensersatz zu kommen:

Schwere der Verletzung und Beeinträchtigung im Alltag

Ausmaß und Stärke der Schmerzen
Umfang der medizinischen Behandlung und stationären Versorgung

Existenz und Ausmaß von Spätfolgen

Darüber hinaus können auch die Umstände, welche zur Verletzung führten, beim Schmerzensgeld für einen Beckenbruch eine Rolle spielen. So kann eine fahrlässige Tat eine geringere Entschädigung rechtfertigen, aber das ist nicht abstrakt zu beurteilen, zumal hier alles für eine gewichtige Berücksichtigung des hohen Alters und die damit einhergehende höhere Belastung bei geringerer allgemeiner Flexibilität sowie zusätzlich eingeschränkter Mobilität spricht, von dem Schock und den akuten Schmerzen zu schweigen.

Ein älterer Mensch ist stets vorsichtig, weil die Angst vor einem Sturz berechtigterweise groß ist - dass dann ein Dritter aus Unachtsamkeit einen solchen Sturz mit schlimmen Folgen verursacht, erhöht meiner Ansicht nach den Ausgleichsanspruch Ihrer Mutter für die erlittenen Schmerzen und sonstigen Folgen erheblich. Zumal in diesem Alter von bleibender Immobilität und seelischer Erschütterung auszugehen ist.

Was allerdings keine (negative) Rolle spielen dürfte, ist der Umstand, dass sich Ihre Mutter ohnehin einer Hüft-OP unterziehen wollte. Eine Notoperation ist anders zu bewerten als ein geplanter und entsprechend vorbereiteter Eingriff, die nervliche und seelische Belastung ist eine ganz andere, zumal wenn die Operation beschleunigt vorgenommen werden muss, um Schmerzen zu lindern. Diese ohnehin beabsichtigte OP müssen Sie auch nicht erwähnen gegenüber Globus.

Darzulegen ist das Gesagte, verbunden mit der konkreten Forderung nach Schmerzensgeld in Höhe von - zum Beispiel - 25.000 €. Globus wird sich aller Voraussicht nach nicht darauf einlassen, es wird die Angelegenheit der Haftpflichtversicherung überlassen, und diese wird abwarten, ob Sie vor Gericht gehen. Dann werden Sie Klage erheben müssen mit dem Antrag auf Zahlung von Schmerzensgeld in vom Gericht zu bestimmende Höhe. Sie werden wegen des entsprechend hohen Streitwertes zum Landgericht gehen müssen, und dort herrscht Anwaltszwang. Insofern ist es wohl ratsam, sich bereits jetzt nach einem Anwalt umzuschauen.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 10. März 2020 | 21:39

Da ich keine Rechtsschutzversicherung habe, ging es mir darum ob es überhaupt Sinn macht einen
Rechtsanwalt hinzu zuziehen um einen Anspruche geltend zumachen.
Wenn ich alles richtig verstanden habe, macht es durchaus Sinn, auch wenn die Anwaltskosten auf den ersten Blick immer etwas abschreckend sind.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10. März 2020 | 22:05

Ja, das kann ich gut verstehen. Deshalb rate ich Ihnen ja, es zunächst selbst zu versuchen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass auch Globus daran interessiert ist, einen Rechtsstreit (mit Kostenrisiko) zu vermeiden. Aber dass Ihre Mutter Anspruch auf Schmerzensgeld wegen des fahrlässig verursachten Sturzes mit den besagten Folgen hat, steht dem Grunde nach fest. Streit könnte es nur wegen der Höhe geben.

Bewertung des Fragestellers 10. März 2020 | 21:44

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Ich bin mit der Beantwortung meiner Frage sehr zufrieden. Eine solch detailierte und gut verständliche juristische Beantwortung meiner Frage
hatte ich mir in einer so kurzen Zeitspanne nicht vorgestellt.
Ich bedanke mich ausdrücklich bei Frau von Dorrien.

"
Stellungnahme vom Anwalt:

Ich danke Ihnen für die freundliche Bewertung!