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Unfall im Ausland - nachträglich v. Gericht ziehen?


13.03.2006 08:36 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,
im Sommer 2005 hatten wir auf der Heimfahrt aus dem Urlaub einen Autounfall. Zwischen der Slowenischen und Kroatischen Grenze fuhr ein Auto in unseres hinein. Da wir die kroatische Polizei zur Unfallaufnahme riefen, wurde alles (angeblich) nach Kroatischem Recht behandelt.
Der Unfallfahrer bzw. seine Versicherung ist aus Italien.
Unser Wagen war bzw. ist ein Totalschaden. Da wir ADACplus versichert sind haben wir uns dort rat geholt. Wir liessen den Wagen dort grob (Verkehrssicher) reparieren und fuhren 7 Tage verzögert zurück nach Hause.
Nach dem Unfall ereigneten sich einige Dinge, u.a. musste unser Hund der bei dem Unfall dabei war wg. Rückenprobleme in Behandlung, der Wagen weist immer wieder neue Mängel auf, etc.
Wir liessen den Wagen hier zu unserer eigenen Sicherheit sowie für die ausländische Firma von der DEKRA untersuchen (Kosten mussten wir tragen) und der Wagen wäre eigentlich ein Totalschaden, hätten wir Ihn nicht wie auf anraten anderer, in Kroatien reparieren lassen, sondern per Zug nach Hause bringen lassen. Mittlerweile nach langem Hin und Her haben wir das Angebot der Versicherung vor einigen Wochen (4-5)unterschrieben. Ebenso die Klausel, mit dieser UNetrschrift von sämtlichen weiteren Forderungen abzusehen. NUn weist der Wagen jedoch immer weider versteckte Mängel auf, die das Fahren zum Risiko machen. Wir fühlen uns als Unfallopfer einfach betrogen, der Unfallfahrer muss evtl. 20 Euro mehr Versicherungsbeiträge im Mon. zahlen, udn wir sitzen auf über 1.000 Euro fest, sowie einem Totalschaden den uns keiner ersetzt.
Fakt ist, wir haben unterschrieben; Gibt es eine Möglichkeit diese Sache nun nachträglich erfolgreich vor Gericht zu bringen, bzw. zu regeln?
Vielen Dank für eine Interessante und hoffentlich helfende Antwort.
Wir sind aus 51469 Bergisch Gladbach, NRW
13.03.2006 | 09:28

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage beantworte ich auf Grundlage der vorliegenden Informationen wie folgt.

Zunächst stellt sich die Frage, nach welchem Recht die Schadensersatzansprüche zu regulieren sind. Hier ist dies das Recht des "Tatortes" mithin Kroatien. Wenn Sie also einen Rechtsstreit führen würden, müsste dieser in Kroatien durchgeführt werden.

Problematisch ist in Ihrem Fall, dass Sie gegenüber der gegnerischen Versicherung die Verzichtserklärung auf die Geltendmachung weitergehender Schadensersatzansprüche unterschrieben haben.

Diese Erklärung Ihrerseits stellt das Eingehen auf einen angebotenen außergerichtlichen Vergleich dar. Dieser ist (zumindest nach deutschem Recht) zunächst einmal bindend.

Eine Möglichkeit wäre, dass Ihnen ein vertragliches Widerrufsrecht vom Vergleich eingeräumt wurde. Ihrer Schilderung entnehme ich jedoch, dass ein solches nicht vereinbart wurde, so dass ein Vergleichswiderruf ausscheidet.

Dann käme unter Umständen noch die Anfechtung des Vergleichs in Betracht.
Die Anfechtung eines solchen Vergleichs ist nur in sehr engen Grenzen möglich. Dies ist primär dann der Fall, wenn ein auffälliges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung besteht, der Vergleich also gegen die guten Sitten verstößt. Ob dies in Ihrem Fall so wäre, lässt sich im Rahmen dieser Erstberatung nicht abschließend beurteilen. Hierzu wäre die Kenntnis des gesamten Schriftverkehrs mit der Versicherung sowie des genauen Klauselinhaltes erforderlich.

Ich tendiere jedoch dahin, dass Ihnen weitere Ansprüche verwehrt sein dürften, da Sie die nun aufgetretenen Mängel hätten bei Vergleichsabschluss kennen müssen (ggf. durch Einholung eines weiteren Gutachtens), das schädigende Ereignis lag ja bereits eine ganze Zeit lang zurück. Insoweit dürfte eine neuerliche Geltendmachung eines weitergehenden Schadensersatzanspruches wohl leider nicht erfolgversprechend sein.

Bitte beachten Sie, dass das zuvor gesagte sich auf die
Rechtssituation in Deutschland bezieht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in Kroatien eine ähnliche Regelung existieren dürfte.

Es tut mir leid, Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können. Gerne stehe ich für Ergänzungen im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt


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