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Unfall führt zu Folgekrankheit


25.04.2007 15:16 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht



Lieber Rechtsanwalt, liebe Rechtsanwältin,

Vorab die Information, dass ich Rechtsreferendarin bin. Sie können daher in Ihrer Antwort ruhig Fachbegriffe benutzen.

Folgendes hat sich zugetragen:
Meine Schwester war Beifahrerin in einem Auto, das vor einer Kreuzung hielt, um den kreuzenden Verkehr vorbeizulassen.
Das hinterherfahrende Fahrzeug bremste nicht rechtzeitig, so dass es zu einem Auffahrunfall kam.

Von einer vollen Schuld des hinteren Fahrzeugs ist auszugehen.

Ich habe ein Schreiben an die Versicherung aufgesetzt, in dem ich die Praxisgebühren, Rezeptgebühren etc. für meine Schwester geltend mache.
Ebenfalls geltend machen möchte ich Schmerzensgeld für einen ärztlich festgestellten HWS-Vorfall. Meine Schwester war 9 Tage krankgeschrieben.

Frage 1: Wieviel Schmerzensgeld kann ich hierfür geltend machen (evtl. mit Musterurteilen)

Die Geschichte geht aber noch weiter:

Meine Schwester hatte auch nach dem Unfall noch Beschwerden. Es wurde festgestellt, dass sie Multiple Sklerose hat.
Sie hat durch die Verspannungen und Schmerzen des HWS ausgelöst einen ersten MS-Schub erlitten (Kausalität ist gegeben). Vor dem Vorfall war Sie beschwerdefrei.
Nun ist Sie für drei Monate krankgeschrieben. In dieser Zeit war Sie eine Woche im Krankenhaus und einen Monat in AHB.

Ich weiss aus dem Studium, dass der Unfallverursacher keinen Anspruch hat, einen gesunden Menschen anzufahren.

Kann ich den MS-Schub ebenfalls als kausalen Schaden bei der Versicherung geltend machen, oder gibt es Besonderheiten zu beachten. Insbesondere habe ich keine Ahnung, wie hoch das Schmerzensgeld hier anzusetzen sein könnte.

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Sehr geehrter Fragestellerin,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Frage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall die Beratung durch einen Anwalt / Anwältin ersetzen kann.

Die rechtliche Beurteilung kann unter Umständen anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen, wenn bestimmte Angaben hinzugefügt oder weggelassen werden.

Ihre Frage beantworte ich aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben und unter Berücksichtigung des eingesetzten Betrages, wie folgt:

Ich muss Sie darauf hinweisen, dass man nicht konkret sagen kann, welche Summe für eine bestimmte Verletzung als Schmerzensgeld angemessen ist. Vielmehr ist immer auf den konkreten Einzelfall abzustellen. Dies ergibt sich daraus, dass jeder Fall etwas anders liegt und darüber hinaus Schmerzen nicht durch Geld ausgeglichen werden können.

Ein Anhaltspunkt bei der Bezifferung ergibt sich aus den jeweiligen Schmerzensgeldtabellen, die auf einer Sammlung von Gerichtsentscheidungen beruhen.

Hinsichtlich des HWS:

- HWS-Schleudertrauma 1. + 2. Grades: 500 € / AG Ludwigshafen 19.4.1996 AZ: 2 f C 39/96
(2 Wochen Schanzsche Krawatte, anschließend 8 Wochen ambulante Behandlung, Elektrotherapie und Krankengymnastik, keine Arbeitsunfähigkeit)

- HWS-Schleudertrauma 300 € / AG Gifhorn 6.7.2000 AZ: 13 C 353/00 (13 Tage arbeitsunfähig)

Jedoch sollten Sie bei der Bezifferung des Schmerzensgeldes beachten, dass Ihre Schwester einen MS-Schub erlitten hat. Dieser muss unter Umständen bei der Berechnung des Schmerzensgeldes berücksichtigt werden. Hierbei kommt es entscheidend darauf an, ob tatsächlich eine Kausalität zwischen dem Unfallereignis und der Erkrankung besteht. Sie geben an, dass eine solche Kausalität bereits festgestellt wurde. Daher sind die Auswirkungen dieses Schubes ebenfalls von der Versicherung auszugleichen.
Hierbei kommt es entscheidend darauf an, in welcher Weise sich der MS-Schub äußert. Erst wenn genau feststeht, wie die Auswirkungen sind kann überhaupt abgeschätzt werden wie hoch das Schmerzensgeld sein kann.

Ein Schmerzensgeld von 4.000 DM ist angemessen, wenn der Geschädigte infolge eines Verkehrsunfalles ein HWS-Syndrom erleidet und über zwei Monate hinweg eine Halskrause tragen muss und eine Streckfehlhaltung der Halswirbelsäule eingetreten ist. Besonders berücksichtigt ist die bestehende Erkrankung an multipler Sklerose, die durch das HWS-Syndrom verschlimmert wurde. (OLG Koblenz, 03.08.1992, AZ 12 U 948/91).

Zu beachten ist jedoch weiter, ob Sie sich die Geltendmachung von weiteren Verschlechterungen offen halten wollen. Die Versicherung wird versuchen mit einer einzigen Zahlung alle Schäden abzugelten. Sie können sich jedoch auch die spätere Geltendmachung ausdrücklich vorbehalten.
Abschließend empfehle ich Ihnen einen ortsansässigen Anwalt mit der Geltendmachung der Ansprüche zu beauftragen. Dieser kann die Einzelheiten des Falls genau beurteilen und besitzt mehr Erfahrung mit dem Umgang mit Versicherungen, als ein Laie. Dies kann sich unter Umständen durchaus positiv auf das Schmerzensgeld auswirken.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit der Antwort weiterhelfen. Sollten Sie noch weiteren Klärungsbedarf haben, nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.

Mit freundlichen Grüßen

Christopher Tuillier
Rechtsanwalt

info@rechtsanwalt-tuillier.de
www.rechtsanwalt-tuillier.de

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