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Unfall durch Hund des Vermieters/Schadensersatz


| 21.11.2017 22:04 |
Preis: 55,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Der Vermieter in einem 2-Familienhaus schaffte sich einen Neufundländer an als der Hund 8 Wochen alt war. Nach der Eingewöhnung im Haus wurde ich (einzige Mieterin im Haus) gebeten mich zu melden wenn ich die Wohnung verlassen wollte wenn der Hund im Garten ist. Er wurde dann gerufen und am Halsband gehalten damit ich das Haus oder die Wohnung verlassen konnte. Das habe ich etliche Monate akzeptiert um des Hausfriedens willen. Ab und zu fragte ich nach, ob nicht in der Hundeschule eine solche Problematik behandelt würde (Hund des Hauseigentümers + Mieter im Haus). Die Vermieter sind beide berufstätig. Darauf gab es keine Reaktion. Langsam wurde es mir nicht nur lästig sondern ich fühlte mich auch quasi interniert in der Zeit wenn der Hund im Garten war und ich mich melden musste und zum Briefkasten, in den Keller oder zu meinem Auto, kurzum aus der Wohnung gefahrlos gehen zu können. Als der Hund ca. 12 Monate alt war bin ich auch ohne Anmeldung aus dem Haus gegangen weil mich der Hund gut kannte habe aber aufgepasst, dass ich immer Rückendeckung hatte.
Im Sommer dieses Jahres wollte ich durch den Garten in den Keller und hatte einen Tennisball dabei um ggf. den Hund damit ablenken zu können aber keine Rückendeckung durch eine Mauer oder Zaun. Aber der Ball interessiert den Hund nicht sondern er zerrte an dem Wäschebeutel den ich in der Hand trug und wollte mit mir spielen. So drückte er mich weiter der kleinen Geländeneigung zu und brachte mich zu Fall mit dem Ergebnis, dass ich mir einen Lendenwirbel-Knochenbruch zuzog. Nach dem Sturz warf sich der ca. 65 kg. schwere Hund auf mich und leckte mein Gesicht ab. Er schien sich zu freuen.
Die Haftpflichtversicherung argumentiert, dass mir nur 50% Schadensersatz zusteht, weil ich mich mit dem Arrangement einverstanden erklärt hatte. Mein Argument ist dagegen, dass der Hund mit 12 Monaten gelernt haben sollte, den Mieter nicht zu attackieren und die Vermieter die Freiheit des Tieres nicht über die Persönlichkeitsrechte des Mieters zu stellen. Denn bei Besuchen (auch mit Kindern) die der Vermieter erhält gibt es keine Probleme im Garten.
Eine fachärztliche Bescheinigung sagt aus, dass ich bis auf Weiteres zu 80% behindert bin, mich nicht bücken und nicht mehr als 5 kg heben darf und deshalb eine Hilfe beschäftigen muss. Ich habe einen Anwalt mit der Vertretung meiner Interessen beauftragt, aber ich bin mit dem Verlauf der Angelegenheit unzufrieden.
Für Ihre fachliche Meinung dazu danke ich im Voraus ganz herzlich.
21.11.2017 | 23:31

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Versicherung des Vermieters / Hundehalters geht offensichtlich davon aus, dass Sie an dem Unfall eine Mitschuld von 50% tragen. Eine Mitschuld wirkt sich dahingehend aus, dass Schadensersatzansprüche in der entsprechenden Höhe reduziert werden.

Zutreffend ist, dass Sie zumindest anfangs zugestimmt hatten, die Wohnung erst zu verlassen, wenn Sie dies vorher angekündigt hatten und der Hund unter Kontrolle war. Es müsste daher geklärt werden, ob es sich bei dieser Maßnahme nur um ein vorübergehendes Arrangement oder um eine dauerhafte Lösung handeln sollte. Hier käme es darauf an, ob Sie beweisen können, dass es entweder nicht mehr notwendig war, dass Sie die Wohnung nur nach Vorankündigung verlassen oder dass dieses „Arrangement" aufgehoben wurde.

Meiner Meinung nach kann man von einem Mieter nicht dauerhaft verlangen, dass er nur nach vorheriger Ankündigung die Wohnung verlässt, damit der Hund zurückgehalten werden kann. Vielmehr obliegt es dem Hundehalter dafür zu sorgen, dass die übrigen Hausbewohner nicht von dem Hund bedrängt werden und gefahrlos die Gemeinschaftsflächen wie Treppenhaus, Keller, Zugänge und gemeinschaftliche Gartenflächen bzw. Gartenwege nutzen können. Der Hund hätte also entweder entsprechend erzogen werden müssen oder aber es hätte durch den Hundehalter eine Vorkehrung getroffen werden müssen, dass der Hund in Abwesenheit der Vermieter nicht frei im Garten herumläuft und Sie angehen kann.

Der Vermieter als Hundehalter hat hier also sicherlich schuldhaft gehandelt, wenn er wusste, dass der Hund Sie in irgendeiner Form attackieren konnte und er nichts dagegen unternommen hat, um dies möglichst zu vermeiden.

Für eine gewisse Mitschuld Ihrerseits spricht hier aber auch, dass Sie offenbar davon ausgingen, dass der Hund auf Sie reagieren wird, wenn Sie ihm im Garten begegnen. Sie hatten einen Tennisball dabei, um den Hund notfalls ablenken zu können, was dahin gehend verstanden werden kann, dass Sie quasi davon ausgingen, sich gegen den Hund zur Wehr setzen zu müssen. Des Weiteren hätten Sie m. E. wohl auch damit rechnen können oder vielleicht sogar damit rechnen müssen, dass der Hund das Ballspielen evtl. missversteht oder fortsetzen möchte, wodurch er Sie erst recht bedrängen würde.

Nach Ihren Angaben hatten Sie zumindest bei früheren Begegnungen mit dem Hund darauf geachtet, dass Sie in irgendeiner Form Rückendeckung, also eine zusätzliche Sicherheit hatten. Sie gingen also selbst davon aus, dass es dazu kommen konnte, dass Sie von dem Hund bedrängt werden. Sie wussten also, dass es besser ist, sich zu schützen und dass der Hund eine nicht unerhebliche Gefahr für Sie darstellen könnte.

Der Umstand, dass Sie am Tage des Unfalls eine der sonst getroffenen Sicherungsvorkehrungen, die Rückendeckung, außer Acht gelassen haben, könnte ebenfalls für eine Mitschuld Ihrerseits sprechen, da Sie dadurch das Ihnen bekannte Risiko von dem Hund attackiert und möglicherweise zu Fall gebracht zu werden, erhöht haben.

Insgesamt gehe ich daher davon aus, dass Ihnen wohl eine gewisse Mitschuld deshalb angelastet wird, weil Sie in Kenntnis der „Gefährlichkeit" des Hundes den Garten betreten haben, ohne dass der Hund zurückgehalten wurde und zudem im Vergleich zu anderen Begegnungen weniger Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben.

Die Frage, die sich dann stellt, ist, in welcher Höhe Ihre Mitschuld anzunehmen ist. Die Versicherung geht von 50% aus. Ob dies zutrifft, scheint mir fraglich.

Sie geben an, dass Sie auch schon früher dem Hund im Garten begegnet sind, wenn das Tier nicht von den Besitzern zurückgehalten wurde. Sie hatten dann für ausreichend Rückendeckung gesorgt und zudem wahrscheinlich auch ein Ablenkungsmittel wie den Tennisball dabei.

Könnten Sie beweisen, dass diese Sicherheitsvorkehrungen bis zum Tag des Unfalls ausreichend waren, um den Hund von sich fernzuhalten oder eine Attacke abzuwehren, könnte dies dafür sprechen, dass Sie die Gefahr, die von dem Hund ausgeht, einschätzen konnten.

Hätten Sie die Gefahr hinreichend eingeschätzt und alle üblichen und notwendigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und konnten Sie nicht damit rechnen, dass der Hund plötzlich nicht mehr auf den Ball reagiert sondern an dem Wäschebeutel zerrt, könnte dies ein Argument dafür sein, dass es sich um einen unvorhersehbaren Verlauf handelte. Ihre Mitschuld könnte dann geringer ausfallen.

Es wird daher darauf ankommen, ob Sie die Versicherung davon überzeugen können, dass es zum einen nicht zuzumuten ist, dass Sie im Haus quasi eingesperrt werden, wenn der Hund frei im Garten herumläuft und zum anderen, dass Sie das Risiko, dem Hund zu begegnen bzw. die Gefahr einer Begegnung ausreichend einschätzen konnten. Sie müssten nachweisen, dass Sie sich keiner unnötigen Gefahr ausgesetzt haben und alle Ihnen bekannten und in der Vergangenheit ausreichenden Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben.

Ob Ihnen der Nachweis gelingt, hängt sicherlich auch davon ab, ob es evtl. Beweismittel für Ihren Vortrag gibt.

Sie sollten daher mit Ihrem Anwalt noch einmal besprechen und prüfen, wie frühere Begegnungen mit dem Hund abgelaufen sind. Ggf. wäre vielleicht auch in den Raum zu stellen, ob die Hundehaltung in der Form, dass das Tier im Garten frei herumläuft und eine Gefahr andere darstellt, überhaupt akzeptabel ist. Gerade bei großen Hunden sollte der Besitzer auch selbst das Gefahrenpotential bedenken und die bekannte Gefahrensituation minimieren.

Die erlittenen Verletzungen sowie die noch andauernden Beeinträchtigungen lassen sich in der Regel durch ärztliche Atteste und Stellungnahmen nachweisen. Ziel sollte daher sein, die Quote für Ihr Mitverschulden möglichst gering zu halten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen konnte und wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg. Bei Verständnisfragen oder Nachfragen, nutzen Sie bitte die Nachfrageoption.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


Rechtsanwältin Silke Jacobi

Bewertung des Fragestellers 26.11.2017 | 21:53


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"Die immanente Frage (bin unzufrieden mit dem Stand der Angelegenheit mit 50% Anteil persönlicher Schuld) wurde meiner Meinung nach unverbindlich beantwortet. Erwartet hätte ich eine Aussage zu meinen Chancen bei Gericht. Als Ergänzung zum besseren Verständnis: Das Ansinnen des Vermieters war scheinbar auf unbestimmte Dauer angelegt. Als ehemalige Besitzerin dieses Hauses empfand ich es aber als Zumutung und Demütigung meinen Wunsch das Haus zu verlassen zu melden. Das ich darauf eingegangen bin, liegt daran, dass ich als Seniorin im Bedarfsfall auf die Hilfe der neuen Besitzer angewiesen bin und deshalb dem Wunsch dieser vorgeschlagenen Regelung zugestimmt habe nicht ahnend, dass es vom Vermieter aus wohl auf Dauer verstanden worden ist. Es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben, vor allem die Erziehung des Hundes betreffend.
Ihren sachlichen Ausführungen entnehme ich, dass ich vor Gericht und bei meiner Rechtschutzversicherung schlechte Karten hätte. Für Ihre Mühe besten Dank.


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26.11.2017
3,6/5.0

Die immanente Frage (bin unzufrieden mit dem Stand der Angelegenheit mit 50% Anteil persönlicher Schuld) wurde meiner Meinung nach unverbindlich beantwortet. Erwartet hätte ich eine Aussage zu meinen Chancen bei Gericht. Als Ergänzung zum besseren Verständnis: Das Ansinnen des Vermieters war scheinbar auf unbestimmte Dauer angelegt. Als ehemalige Besitzerin dieses Hauses empfand ich es aber als Zumutung und Demütigung meinen Wunsch das Haus zu verlassen zu melden. Das ich darauf eingegangen bin, liegt daran, dass ich als Seniorin im Bedarfsfall auf die Hilfe der neuen Besitzer angewiesen bin und deshalb dem Wunsch dieser vorgeschlagenen Regelung zugestimmt habe nicht ahnend, dass es vom Vermieter aus wohl auf Dauer verstanden worden ist. Es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben, vor allem die Erziehung des Hundes betreffend.
Ihren sachlichen Ausführungen entnehme ich, dass ich vor Gericht und bei meiner Rechtschutzversicherung schlechte Karten hätte. Für Ihre Mühe besten Dank.



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