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Unfall bei Hundbetreuung

| 19.07.2006 14:13 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Markus Timm


Meine 20jährige Tochter, seit Abschluss ihrer Ausbildung im Januar 2006 arbeitslos gemeldet, bezieht Arbeitslosengeld und hat hin und wieder, um dieses aufzubessern Hunde gegen ein geringes Entgeld betreut.
Am 29.06.2006 hat sie wieder 2 Hunde eines Besitzers im Wald ausführen wollen, als beide Hunde plötzlich auf einen anderen Hund losstürmten und dabei meine Tochter, die die Hunde an der Leine führte, umrissen.
Bei dem Sturz zog sich meine Tochter einen Bruch des rechten unteren Sprunggelenkes zu.

In der Unfallaufnahme des Krankenhauses gab meine Tochter den Vorfall aus Unsicherheit über die rechtliche Wertung als Freizeitunfall an, um den Hundehalter und sich vor möglichen Rückfragen des Arbeitsamtes zuschützen.

Zwischenzeitlich hat sich der Bruch als weitaus komplizierter erwiesen als ursprünglich angenommen und eine 2.Operation mit entsprechenden Klinikaufenthalt bedingt. Der weitere Heilungsprozess ist zur Zeit noch nicht absehbar. Die Behandlungskosten wurden bis jetzt von der Krankenkasse meiner Tochter getragen. Die jeweiligen notwendigen Zuzahlungen, Fahrtkosten etc. durch mich.

Darüber hinaus musste meine Tochter ein Stellenangebot, das sie 2 Tage nach dem Unfall aufgrund einer vorher eingereichten Bewerbung erhielt absagen.

Meine 1.Frage lautet, ob der Hundehalter, der sich bis auf einen kurzen Telefonanruf bei meiner Tochter nicht weiter um den Vorgang gekümmert hat, für die bisherigen sowie eventuell noch auftretenden Kosten haftbar gemacht werden kann.

Und 2. hätte ich gerne erfahren, welche Folgen diese Zuverdienst von 1- 3 pro Monat von jeweils 25,00 Euro im Bezug auf das Arbeitslosengeld meiner Tochter hat.

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt summarisch beantworten will:

Ein Arbeitsverhältnis liegt nicht vor. U. a. der hierfür erforderliche Grad der Abhängigkeit und Weisungsgebundenheit ist nicht gegeben. In dem Unfall hat sich die in dem Dienstverhältnis innewohnende Gefahr verwirklicht. Diese Gefahr kannte Ihre Tochter. Deshalb gehe ich davon aus, dass zumindest ein nicht unerhebliches Maß an Mitverschulden gegeben war, welches einen möglichen Anspruch gegen den Hundehalter mindert. Ob ein Gericht das Mitverschulden zur 100 % bejahen würde (was nicht unwahrscheinlich ist) oder nur zu 30 %, kann nicht mit Bestimmtheit vorausgesagt werden.

Deshalb empfehle ich Ihnen, die Hundehalter auf der Verantwortlichkeit für ihre Hunde hinzuweisen und eine Einigung anzustreben. Hierbei würde ich eine Kostenteilung von 50-50 vorschlagen. Sollte keine Einigung zustande kommen, empfehle ich einen Anwalt vor Ort aufzusuchen, um Ihren Anspruch zu prüfen und durchzusetzen.

Bei Alg II liegt ein Freibetrag von 165,00 EUR im Monat vor. Trotzdem muss der Nebenverdienst angezeigt werden, da sonst mit Sanktionen zu rechnen ist. Dies wäre in Ihrem Fall für die Zukunft zu berückstichtigen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Auskunft weiter geholfen zu haben. Selbstverständlich stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

M. Timm
-Rechtsanwalt-
www.peukerttimm.de

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