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Unfall auf dem Parkplatz, gegnerische Versicherung zahlt nur 50% meines Schadens

20.09.2014 12:39 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Zusammenfassung: Haftungsquote bei einem Parkplatzunfall

Guten Tag,

auf einem größeren Parkplatz fuhr ich in Richtung Ausfahrt. Plötzlich kam der Unfallgegner von rechts und
rammte meine vordere rechte Seite + Beifahrertür. Er kam aus einer "Seitenstraße" des Parkplatz. An unserem Wagen entstand ein Schaden von ca. 6800,-€, an seinem ca. 1900,-€. Die herbeigerufene Polizei nahm den Unfall nicht auf.
Wie wir mittlerweile wissen, gilt auf dem Parkplatz kein rechts vor links, sondern das Gebot
der Gegenseitigen Rücksichtnahme. Ich bin in Schrittgeschwindigkeit gefahren und war bremsbereit, da ja evtl. Fußgänger plötzlich auf die Straße laufen könnten. Trotzdem konnte ich das KFZ nicht rechtzeitig sehen. Außerdem war ich schon fast an der Einmündung vorbei.
Als ich 1 Tag später mit meinem Mann uns die Unfallstelle näher anschaute, stellten wir fest,
das das gegnerische Fahrzeug nicht rechts auf seiner Spur gefahren sein muss (erklärt auch, warum ich ihn nicht gesehen habe) sondern er auf der linken Spur dieser Straße gefahren ist.
Bilder belegen dies, außerdem fuhr er mir diagonal von hinten rechts kommend, mit seiner linken Seite in mein KFZ. Dienen die Bilder als Beweiß? Beide Versicherungen sagen nein.
Auch aufgrund der Höhe unseres Schadens, kann man davon ausgehen, dass er viel zu schnell war. Was können wir tun, um nicht auf 3400,-€ Schaden sitzen zu bleiben? Es kann doch nicht angehen, dass beide Versicherungen davon ausgehen, dass auf einem Parkplatz immer die Schuldfrage geteilt wird??? Wie gesagt, Bilder belegen es, daß er von rechts hinten kam. Leider haben wir keine Verkehrsrechtschutz.
Kann ich das gegnerische Versicherungsschreiben anfechten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Ansicht der Versicherungen, dass die Haftung auf Parkplätzen generell zu teilen ist, ist nicht zutreffend. Auch auf einem Parkplatz kann "rechts vor links" gelten. Entscheidend für die
Beurteilung sind die baulichen Verhältnisse. Der an das typische Erscheinungsbild inner- und außerstädtischer Straßen gewohnte Verkehrsteilnehmer muss darin typische Straßenmerkmale wiedererkennen. Solche Merkmale können sein:

Markierungen auf der Fahrbahn (Mittel- und Seitenstreifen,deutliche Abgrenzung zu den Parkboxen.)

Verkehrsleitende Hinweise.

Beschilderung.

Ausreichende Breite der Fahrspuren.

Asphaltierung (Gegensatz: Unbefestigte oder gepflasterte Oberfläche).

Fehlen von Parkboxen entlang der Fahrbahn.

Kommt es dann im Kreuzungsbereich zu einem Unfall, spricht der sog. Beweis des ersten Anscheins für einen Verstoß des Wartepflichtigen. Führt die Vorfahrtverletzung bei fehlendem Mitverschulden des Bevorrechtigten im Normalfall zu einer Alleinhaftung des Wartepflichtigen, gelten auf Parkplätzen andere Haftungsmaßstäbe. Das liegt zum einen daran, dass der Vorfahrtberechtigte hier in besonderem Maße mit Vorfahrtverletzungen rechnen muss und sich deshalb nicht auf den Vertrauensgrundsatz berufen kann.

Zum anderen stellt die Verletzung der Vorfahrt auf einem Parkplatz i. d. R. keinen schwerwiegenden Regelverstoß dar, der ein Zurücktreten der einfachen Betriebsgefahr des vorfahrtberechtigten Fahrzeuges rechtfertigt. Eine Mithaftung des Bevorrechtigten von 20 bzw. 25% wird daher ohne Hinzutreten weiterer gefahrerhöhender Umstände regelmäßig verbleiben.

Im Rahmen der allgemeinen Rücksichtnahmepflicht wird man dann die Verschuldensbeiträge der einzelnen Verkehrsteilnehmer gegeneinander abwägen müssen. Hierzu sind jedoch genaue Kenntnisse des Unfallablaufes und der örtlichen Gegebenheiten notwendig, es handelt sich stets um eine Frage des Einzelfalles. Eine "einzig richtige" Haftungsquote kann ich Ihnen hier daher nicht nennen.

Anhand Ihrer Sachverhaltsangaben dürfte eine zu hohe Geschwindigkeit des Unfallgegners mit in die Abwägung einfließen, zu Ihren Lasten könnte gehen, dass Sie wohl nicht mit äußerster Vorsicht an der nicht einsehbaren Stelle vorbei gefahren sind. Ob hier ein "Verstoß" gegen das Rechtsfahrgebot auch noch in Betracht kommt, ist ebenfalls mit äußerster Vorsicht zu betrachten, da auch dieses auf Parkplätzen nur eingeschränkt gilt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Gerne stehe ich Ihnen auch für eine Mandatsübernahme zur Verfügung; in diesem Rahmen können dann auch alle Einzelheiten von mir nachgefragt und berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.09.2014 | 15:37

Hallo. Zählen die gemachten Fotos als Beweis, und bin ich mitschuld, wenn der Gegner von hinten rechts in mich rein gefahren ist. Er ist mir in die
Seite reingefahren, ich war langsam und kam schnell zum stehen. selbst wenn ich gestanden hätte, wäre er mir reingefahren.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.09.2014 | 17:21

Sehr geehrter Fragesteller,

selbstverständlich sind Fotos ein geeignetes Beweismittel. Den Beweiswert kann ich ohne Einsicht in die Bilder nicht bewerten.

Es ist durchaus möglich, dass Ihnen eine Teilschuld an dem Unfall zukommt, auch wenn das andere Fahrzeug im hinteren Bereich erst mit Ihrem Fahrzeug kollidiert ist. Es kommt, wie eingangs gesagt, stets auf den Einzelfall an. In Betracht kommt auch eine Haftungsquote, bei der die Betriebsgefahr Ihres Fahrzeuges - eine abstrakte Gefahr, die schon alleine durch die Benutzung des Fahrzeuges entsteht - berücksichtigt wird.

Ich bleibe dabei, dass der Unfallhergang in allen Einzelheiten, auch im Blick auf die Beweislast, bewertet werden muss, um eine zuverlässige Antwort zur Haftungsquote geben zu können.

Gerne stehe ich Ihnen für eine anwaltliche Vertretung in dieser Angelegenheit zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie mich dafür per E-Mail oder auf einem anderen Wege.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Nowack, Rechtsanwalt

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