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Unfall auf Standstreifen der Autobahn

23.02.2012 14:45 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Hallo,
vor kurzem hatte ich (PKW) einen Unfall mit einem LKW (LKW mit Anhänger), der mir beim Spurwechsel in die Fahrertür gefahren ist.

Es lief so ab:
Die Autobahn war zum Zeitpunkt des Unfalls auf diesem Streckenabschnitt gesperrt (ich stand zunächst im Stau). Um die Autobahn über die sich in Sichtweite befindliche Abfahrt zu verlassen, fuhren ich und viele andere Autofahrer eine kurze Strecke über den Standstreifen zu dieser Abfahrt. Diese Spur war stark überfüllt und es ging nur sehr langsam im stop-and-go-Verkehr vorwärts.
Zum Unfall kam es, als sich zwischen mir und dem vor mir fahrenden PKW eine Lücke auftat und der LKW in diese Lücke fahren wollte, um ebenfalls die Autobahn über den Standstreifen zu verlassen. Dabei übersah er anscheinend meinen PKW, der zu diesem Zeitpunkt noch stand d.h. sich noch nicht in Fahrt befand. Der LKW fuhr dabei seitlich in meinen PKW, wodurch u.a. die Fahrertür erheblich beschädigt wurde

Der Schaden an meinem PKW beläuft sich auf EUR 3000,- Der LKW hat anscheinend keinen Schaden (hat sich bisher nicht bei meiner Versicherung gemeldet).

Polizei habe ich gerufen, die hat eine Unfallmitteilung aufgenommen. Ich erhielt eine Verwarnung über EUR 10,- da ich die Linie (zum Standstreifen) überfahren hatte, der LKW Fahrer eine Verwarnung über EUR 35,- wegen §7,5 StVO. Wir haben beide die Verwarnung akzeptiert.

Ich lasse den Schaden gerade in meiner Werkstatt beheben, da mein PKW wegen der Beschädigung nicht mehr verkehrstauglich ist. Die gegnerische Versicherung hat die Höhe des Schadens und die Reparatur durch meine Werkstatt akzeptiert aber zunächst keine Freigabe aufgrund der ungeklärten Schuldfrage gegeben. Während der Reparatur habe ich mir für 2 Tage einen Leihwagen genommen.

Auf tel. Anfrage sagt mir die Versicherung, nur 66% des Schadens zu übernehmen, da ich eine Teilschuld am Unfall habe. Ich habe der Versicherung mitgeteilt, ich sehe meine Schuld nicht gegeben und würde deshalb wieder auf sie zukommen.

Die Zusage von 66% möchte ich allerdings gerne zunächst annehmen, um nicht auf der vollen Rechnung zu sitzen. (Schaden an die Werkstatt abgetreten). Ich gehe davon aus, das diese Annahme der 66% mich nicht daran hindert, später auch den Rest von der gegnerischen Versicherung einzufordern.

Durch recherchieren im Netz konnte ich leider kein vergleichbares Urteil zu diesem Fall finden. Wie ist mein Anteil an der Schuld des Unfalls zu beurteilen? Wie sehen meine Chancen aus, direkt mit der Versicherung/vor Gericht zu einem besseren Ergebnis (kein oder weniger Schuld-Anteil) zu kommen?
Geben Sie mir bitte eine Empfehlung, ob ich diesen Fall weiterverfolgen soll oder nicht.
Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Aufgrund des geschilderten Unfallgeschehens muss man tatsächlich von einer Mitschuld Ihrerseits ausgehen, da Sie verkehrswidrig den Seitenstreifen der Autobahn benutzt haben. Nach § 2 StVO müssen Fahrzeuge die Fahrbahn benutzen, wozu der Seitenstreifen nicht gehört. Anders ist dies nur dann zu beurteilen, wenn der Seitenstreifen für solche Situationen durch entsprechende Beschilderung freigegeben worden wäre. Das überwiegende Verschulden dürfte jedoch tatsächlich den LKW-Fahrer treffen, da diesen bei einem Spurwechsel eine höhere Sorgfaltspflicht trifft (so z.B. LG Berlin NZV 00, 45). Dies gilt zumindest, wenn es beim Abfahren von der Autobahn zu einem Unfall kommt. Ihre Situation ist hiermit durchaus vergleichbar. Die Rechtsprechung nimmt hier eine Mitverschuldensquote von 2/3 desjenigen an, der die Spur wechselt. Aus diesen Gründen ist die von der gegnerischen Versicherung angedachte Haftungsverteilung nicht zu beanstanden. Weitere für Sie günstige Rechtsprechung konnte ich im Rahmen der Zeitvorgabe zur Beantwortung der Frage ebenfalls nicht finden. Sie sollten dennoch die Versicherung zur Zahlung der vollen Summe auffordern und abwarten, welcher Betrag tatsächlich gezahlt werden wird. Die Differenz könnte später immer noch geltend gemacht werden. Aus Kostengründen sollte hier aber vor Klageerhebung eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Abwägung stattfinden.

Zur weiteren Vertretung Ihrer Interessen steht Ihnen meine Kanzlei gern zur Verfügung.
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