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Unfall - Metro


16.02.2005 10:04 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Sehr geehrte Damen und Herren,

mir ist folgender Fall passiert,

war am 23.12.2003 in der Metro Nürnberg. Im Bereich der Rolltreppe, die in das 1. Obergeschoß der Niederlassung führt, befinden sich Regale mit Zeitschriften und Zeitungen. Ich wollte eine Zeitschrift entnehmen. Der Gang in den fraglichen Bereich hatte bis zum nächsten Regal, wie sich inzwischen herausgestellt hat, eine Breite von 2,05 m und war blockiert durch eine dort abgestellte Euro-Gitterpalette. Diese Palette hatte ein Maß von 1,2m Länge und eine Breite von 0,80 m. Ich stand neben der Palette und wollte gerade eine Zeitschrift entnehmen als sich von hinten ein Kunde mit Einkaufswagen näherte. Um diesen Kunden mit Einkaufswagen Breite (0,61m ) passieren zulassen trat ich ein Stück zurück ( mir blieben nur noch 0,24 m Platz, bin 1,76 m groß und wiege 100kg ), dabei blieb ich mit dem Fuß im unteren Teil der Palette hängen und kam dadurch zu Sturz auf den Granitboden und verletzte mir das rechte Knie. Meine Brille ging durch den Sturz zu Bruch. Noch am Boden liegend wurde ich von einem Mitarbeiter von Metro angesprochen, ob er mir helfen könnte. Durch den Sturz war ich noch so erschrocken dass ich dies verneinte, da ich ja auch noch keinerlei Schmerzen im rechten Knie spürte.
Nach ca. 15 Minuten, die Schmerzen waren zwischenzeitig fast unerträglich ging ich zur Kasse und bat um Hilfe. Da die rechte Kniescheibe ein Hämatom in Faustgröße hatte, wurde sofort ein Krankenwagen gerufen der mich in die Unfall- Klink fuhr. Dort konnte erst nach einer Blutbehandlung, ich bin Marcumar-Patient, operiert werden, was einen Aufenthalt über Heiligen Abend, 1. + 2. Weihnachtsfeiertag und Silvester bis 5.01.2004 erforderte. Mit Krücken konnte ich dann am 05.01.2004 die Unfall-Klinik verlassen. In der Folgezeit war ich noch 3-4 Wochen zuhause und habe Krankengymnastik erhalten. Inzwischen ist die Verletzung abgeheilt, jedoch weist das rechte Knie eine große Narbe von 10 cm auf, ich habe immer noch Schmerzen bei stehen und Autofahren, und ich kann das Knie nicht mehr so belasten wie vor den Unfall.

Meine Frage: Wie breit muss der Durchgang in einen Supermarkt sein, sodass 2 Kunden mit Einkaufswagen ohne Probleme aneinander vorbeifahren können?
Gibt es hierfür Vorschriften oder Richtlinien. Ist es überhaupt zulässig, dass Warenpaletten zu Kundenöffnungszeiten in den Gängen sein dürfen, wenn ja ist eine Absicherung Vorschrift bzw. zwingend notwendig zum Schutze des Kunden.

Meine Rechtsanwältin hat Klage wegen Verkehrsicherungspflichtverletzung gegen die Metro eingereicht und Schadensersatzansprüche sowie Schmerzensgeldansprüche in Höhe von 1.320,70€ (darin sind 1000.--€ Schmerzensgeld enthalten) gestellt.

Habe ich hier eine Chance? Hatte erhebliche Auslagen, Krankenhaus, Brille.
Wie hoch kann ich das Schmerzensgeld ansetzen?


Bitte Sie hier um Rat, wie soll ich mich beim nächsten Gerichtstermin am 21.02.05 verhalten, denn von meiner Rechtsanwältin habe ich das Gefühl, als ist sie mit diesen Fall überfordert.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Rechtssuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Frage lässt sich leider nicht abschließend beantworten.

Im Bereich der Verletzung einer Verkehrssicherungspflicht in einem Supermarkt hängt die Entscheidung des angerufenen Gerichts immer von den Umständen des Einzelfalles ab, insbesondere ob dem Supermarktbetreiber ein Verschulden nachgewiesen werden kann.

Grundsätzlich ist es aber so, dass jeder Supermarktbetreiber während der Geschäftszeiten Hubwagen oder sonstige Warenlieferungen in den Fluren abstellen darf, da er ja die Regale auffüllen muss. Entscheidend ist einzig, ob der Mitarbeiter und somit der Supermarktbetreiber, der sich das Verhalten seines Mitarbeiters zurechnen lassen muss, das Hindernis so aufgestellt hat, dass eine Gefährdung von Kunden ausgeschlossen ist.

Die dazu ergangene Rechtsprechung ist sehr unterschiedlich.

So hat das OLG Nürnberg (in dessen Bezirk dürfte Ihre Klage ja anhängig sein) mit Urteil vom 26.09.2001 (4 U 2159/01) einer Kundin, die über einen im Gang eines Supermarktes stehenden Karton gestolpert war, ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000,00 EUR zugesprochen und jegliches Mitverschulden der Kundin ausgeschlossen.

Umgekehrt hat das OLG Frankfurt in einem Urteil (23 U 3/00) entschieden, dass ein Supermarktkunde, der über einen abgestellten Transportwagen fällt den Supermarktbetreiber nicht zur Haftung heranziehen kann, selbst wenn der Hubwagen nicht ordnungsgemäß abgestellt war. In einem anderen Urteil hat dasselbe OLG genauso entschieden (3 U 87/99). Dort war eine Kundin über ein Präsentationspodest gestolpert. In beiden Fällen lautete die Begründung, dass das Hindernis groß genug gewesen sei, um es zu bemerken.

Unter Zugrundelegung der Rechtsprechung des OLG Nürnberg dürften Ihre Chancen gar nicht so schlecht stehen, zumindest ein anteiliges Schmerzensgeld und Schadensersatz zugesprochen zu bekommen.

Ich denke, dass das von Ihrer Rechtsanwältin angesetzte Schmerzengeld sehr angemessen ist und sich eher am unteren Rand bewegt. Die geltend gemachte Schadensersatzhöhe erscheint mir sehr niedrig, da Sie von erheblichen Auslagen sprechen. Ohne eine genaue Übersicht Ihrer Auslagen kann hierzu jedoch keine abschließende Bewertung vorgenommen werden.

Ich hoffe, Ihnen damit zunächst weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver R. Klein
Rechtsanwalt

Feldmannstraße 76
66119 Saarbrücken

Tel. 0681/76196-0
Fax 0681/76196-29

Email: anwalt@hanauer-klein.de

Nachfrage vom Fragesteller 21.02.2005 | 14:53

Sehr geehrter Herr Klein,
zuerst vielen Dank für Ihre Antwort.
Komme soeben vom OLG Nürnberg wo ich mir eine geschwärzte Kopie des Urteils vom 26.09.01 (4 U 2159/01) aushändigen lies.
Bei diesen Urteil handelt es sich um einen Autounfall mit einer Palette Pflastersteinen, und nicht wie von Ihnen geschrieben um einen Unfall im Supermarkt.
Ist es möglich, dass der von Ihnen beschriebene Unfall ein anders Aktenzeichen hat, oder das Aktenzeichen verwechselt wurde?
Da die Sache eilt, wäre ich Ihnen für eine schnelle Antwort sehr dankbar.
Wenn Sie möchten kann ich Ihnen das Urteil per e-mail schicken, bitte Sie um Ihre e-mail Adresse.
Mit freundllichen Grüßen
Peter Schneider

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2005 | 18:44

Leider bin ich einem Druckfehler in der Kommentierung aufgesessen. Ich habe dort nochmals nachgesehen, dort ist dieses Urteil mit dem von mir wiedergegebenen Sachverhalt geschildert.
Eine Recherche hat jedoch ergeben, dass das Urteil tatsächlich vom Landgericht Bielefeld, dort unter Az. 8 O 363/00, gefällt wurde. Ich bitte das Versehen zu entschuldigen.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver R. Klein
Rechtsanwalt

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