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Unfall 13-jähriger Tochter


26.07.2007 10:21 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer



Guten Tag,

am 10.7. wurde meine 13-jährige Stieftochter unverschuldet schwer verletzt. Der Unfall ereignete sich wie folgt:

Mein Mann und seine Tochter fuhren gemeinsam mit dem Fahrrad auf dem Radweg, vorschriftsmäßig auch auf der richtigen Seite in Fahrtrichtung. Vor einer großen Kreuzung hielten sie an einer Fußgängerampel, die rot zeigte. Als die Ampel auf grün umsprang, fuhr die Tochter los.

Auf der linken Seite der Kreuzung befindet sich eine Autobahn-Abfahrt, an deren Ende eine Ampel steht. Ein LKW-Fahrer überfuhr die Ampel, obwohl keine Grünphase mehr angezeigt wurde, also über rot. Er überquerte die komplette Kreuzung, muss theoretisch eigentlich auch gesehen haben, dass die Tochter auf ihr Fahrrad stieg und losfuhr, bremste jedoch nicht ab. Meine Stieftochter fuhr mit ihrem Rad auf die Seite des LKWs auf und stürtzte.

Der LKW wurde kurz langsamer und fuhr nur noch Schrittgeschwindigkeit, gab dann aber wieder Gas und fuhr die Straße weiter hinunter. Mein Mann rannte dem LKW hinterher und brachte ihn durch Rufen dazu, an den Straßenrand zu fahren. Ein weiterer Autofahrer hielt neben meinem Mann an und achtete darauf, dass der LKW-Fahrer nicht wegfuhr.

Der LKW-Fahrer stieg aus, verschränkte die Arme und sagte sofort, er hätte nichts falsch gemacht, wäre über grün gefahren. Zu keinem Zeitpunkt zeigte er sich einsichtig oder erkundigte sich nach dem Kind.

Innerhalb weniger Minuten war ein Krankenwagen mit Notarzt sowie die Polizei vor Ort. Es gibt viele Zeugen, die alle von der Polizei aufgenommen wurden und bestätigen, dass meine Stieftochter sich absolut korrekt verhalten hat und der LKW über rot gefahren sein muss. Die Polizei hat auch die Ampelphase überprüft und teilte uns mit, dass die Schuldfrage klar sei.

Durch den Aufprall auf die LKW-Seite erlitt meine Stieftochter folgende Verletzungen:
- Schädelbruch (ohne schlimme Folgen, Gehirn nicht verletzt)
- schwerer Mehrfach-Splitterbruch des unteren Oberarms über dem Ellbogengelenk (linke Seite)
- Schien- und Wadenbeinbruch am Sprunggelenk (linke Seite)
- Quetschung des linken Fußes (vermutlich ist ein Reifen über den Fuß gefahren)

Die Verletzungen waren lt. Aussage des Arztes nicht lebensbedrohlich, weil sie noch jung ist.

Meine Stieftochter wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und wurde ca. 3 Stunden operiert. Sie musste 2 Tage auf der Intensivstation verbringen und 1,5 Tage künstlich beatmet werden.

Am Arm und am Bein wurde ihr ein Fixateur angebracht. Die Brüche am Arm wurden innenliegend mit Stahlplatten zusammengesetzt, am Sprunggelenk wurden 2 Nägel eingesetzt. Der Spann am linken Fuß wurde durch einen ca. 5 cm langen Schnitt geöffnet und eine Woche später geschlossen, damit die Stauung durch die Quetschung zurückgehen konnte.

Sie wird eine Langzeittherapie machen müssen, damit sie sich irgendwann wieder vollständig bewegen kann. Vermutlich werden bei gutem Verlauf keine Schäden zurückbleiben, jedoch kann man dazu erst später etwas sagen.

Meine Stieftochter wird sich mehrere Monate nicht ohne Hilfe bewegen können und muss im Rollstuhl sitzen. Ebenfalls ist eine tägliche Krankengymnastik erforderlich, wozu sie jeden Tag ins Krankenhaus gefahren werden muss.

Wir verfügen nicht über ein Auto, sind also gezwungen, jeweils diese Fahrten mit einem Taxi zurückzulegen.

Außerdem ist nach der Entlassung aus dem Krankenhaus eine ständige Betreuung notwendig. Dafür habe ich von meinem Arbeitgeber die Möglichkeit erhalten, für vorerst 4 Wochen nur an 3 Tagen arbeiten werde, somit aber natürlich einen enormen Verdienstausfall in Kauf nehmen muss. Die restlichen 2 Wochentage wird mein Mann arbeiten, der ebenfalls seine Arbeitszeit verkürzen konnte. Somit ist die Versorgung und Betreuung meiner Stieftochter gesichert.

Ich wäre nun interessiert zu wissen, welche Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche wir fordern können und in welcher Höhe das Schmerzensgeld ungefähr angesetzt werden könnte.

Vorgesehen haben wir eine Schmerzensgeldforderung, die erst mal von unserem Anwalt in Höhe von 30.000 Euro angesetzt wurde sowie als Nebenkläger bei der Strafanzeige der Staatsanwaltschaft aufzutreten. Haben wir noch etwas übersehen, was man zusätzlich bedenken sollte?

Die Versicherung der Gegenseite fragte zwischenzeitlich danach, ob meine Stieftochter einen Schutzhelm trug, was nicht der Fall war. Wird dieser Sachverhalt Nachteile für sie bringen?

Vielen Dank im Voraus für die Antwort.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Die Problematik des Tragens eines Schutzhelmes bei unverschuldeten Fahrradunfällen hat in letzter Zeit zu folgenden Urteilen geführt:

"Wer bei einem nicht selbst verschuldeten Fahrradunfall Kopfverletzungen erleidet, weil er keinen Helm getragen hat, muss sich eine gewisse Mitschuld anrechnen lassen". Das entschied das Landgericht Krefeld.
"Kinder hingegen erhalten bei einem Fahrradunfall mit Kopfverletzungen auch dann vollen Schadensersatz, wenn sie keinen Schutzhelm getragen haben". Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden.
In so weit kommen auf Sie keine Nachteile zu, wenn man der Rechtsansicht des OLG Düsseldorfs folgt.

Bezüglich der Höhe des Schadensersatzes und Ihrem weiteren vorgehen sollten Sie dem von Ihnen beauftragen Rechtsanwalt vertrauen, da nur dieser Einblick in die gesamten Unterlagen besitzt.
Bei dieser Schadenshöhe und der vorhandenen Problematik ist grundsätzlich zu einem im Verkehrsrecht versierten Rechtsanwalt zu raten.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

RA Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt
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