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Unfall, keine Daten vom Gegner

| 01.09.2010 02:07 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Guido Matthes


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frau hat im März ein Neufahrzeug geleast. Im Zuge des Leasingvertrages wurde dann auch die Versicherung incl. Vollkasko abgeschlossen. Der Betrag wird von der finanzierenden Autobank mit eingezogen.

Nun hatte sie heute abend einen Unfall. Wir wohnen an einer zweipurigen Ortsstraße, und müssen, um auf das gemietete Grundstück zu kommen, rückwärts in die Einfahrt fahren, damit wir vorwärts wieder aus der Einfahrt kommen. Meine Frau blinkte also rechts, und fuhr ein Stück an der Einfahrt vorbei, legte den Rückwärtsgang ein, und setzte dann zurück, um in die Einfahrt zu kommen. Ein nachfolgener PKW-Fahrer versuchte bei dieser Gelegenheit zu überholen, und kollidierte dann mit dem Fzg. meiner Frau.

Die Tür auf der Fahrerseite (Cabrio, 2-türig) wurde dabei eingedellt, und leicht verzogen (tür schließt nur durch anheben und sanfte Gewalt.)

Nun hat sie allerdings den größten Fehler gemacht. Sie war durch den Unfall so geschockt, dass sie dem Fahrer sagte, dass es ihr Fehler gewesen wäre, und hat ihm unsere Telefonnummer gegeben. Von ihm hat sie nicht einmal das Kennzeichen. Der Gegner ist uns also im Prinzip völlig unbekannt. Er meinte anscheinend, dass es nicht sein Fzg. wäre, und der Schaden nicht allzu groß, weshalb er davon ausginge, dass keine Regressforderung auf sie zukomme.

Meiner Ansicht nach hat der Gegner den Unfall zumindest mit-, wenn nicht sogar selbst verschuldet. Überholen bei unklarer Verkehrslage. Der Gegner will sich angeblich morgen bei uns telefonisch melden. Ich gehe davon aus, dass wir von dem nichts mehr hören, da er sicherlich selbst weiss, dass er zumindest eine Mitschuld trägt.

Hier nun mein Fragen:

1. Wenn ich den Schaden nun so der Vollkaskoversicherung melde, kann diese dann durch das nichtvorhandensein einer gegnerischen Adresse die Schadensregulierung ablehnen? Wir wissen ja nichts zu dem Unfallgegener.

2. Welches Vogehen würden Sie empfehlen?

Mit freundlichen Grüßen

Der Fragesteller.

Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre gestellte Frage beantworte ich wie folgt:

Es ist damit zu rechnen, dass sich der Versicherer auf eine Verletzung der Aufklärungsobliegenheit berufen wird. Danach ist der Versicherungsnehmer verpflichtet, alles zu tun, was zur Aufklärung des Tatbestandes und zur Minderung des Schadens dienlich sein kann. Die Rechtsprechung hat diese Pflicht weiter konkretisiert, dass "der Versicherungsnehmer dem Versicherer alle Umstände mitzuteilen habe, die mit dem Unfallereignis im Zusammenhang stehen. Dem Versicherer solle somit eine sachgemäße Prüfung der Voraussetzungen seiner Leistungspflicht ermöglicht werden. Von daher müsse der Versicherungsnehmer dem Versicherer auch solche mit dem Schadensereignis im Zusammenhang stehende Tatsachen mitteilen, aus denen sich die Leistungsfreiheit des Versicherers ergeben könne."

Eine Aufklärung der Unfallumstände ist in Ihrem Fall ohne Angaben zum Unfallgegner kaum möglich. Ihre Frau hat sich daher leider tatsächlich versicherungswidrig verhalten, da Sie keine Angaben zum Unfallgegner notiert hat.

Eine Leistungsfreiheit des Versicherers kommt in Betracht, wenn die Verletzung der Obliegenheit generell geeignet sein, berechtigte
Interessen des Versicherers zu gefährden und ein erhebliches Verschulden des Versicherungsnehmers vorliegt. Beides dürfte im vorliegenden Fall zutreffen; insbesondere haben Sie keine plausiblen Gründe genannt, aus denen die Daten des Unfallgegners nicht aufgenommen werden konnten.

Sie sind im Weiteren verpflichtet, den Schadensfall innerhalb einer Woche schriftlich anzuzeigen. Versuchen Sie, den Unfallgegner zu ermitteln, falls dieser sich nicht bei Ihnen meldet (z.B. Nachfragen bei den Nachbarn, Abfahren der näheren Umgebung nach dem Fahrzeug o.ä.). Möglicherweise haben Sie Glück und können so die versäumten Daten in Erfahrung bringen.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick in der Sache verschafft zu haben. Ich weise darauf hin, dass die Beantwortung Ihrer Frage ausschließlich auf Grundlage Ihrer Schilderung erfolgt. Die Antwort dient lediglich einer ersten rechtlichen Einschätzung, die eine persönliche und ausführliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in den seltensten Fällen ersetzen kann. Das Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben kann möglicherweise zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen. Eine endgültige Einschätzung der Rechtslage ist nur nach umfassender Sachverhaltsermittlung möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 01.09.2010 | 17:31

Sehr geehrter Herr Matthes,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Eine Nachfrage erübrigt sich, da der Gegner ermittelt werden konnte. Die Polizei hat das Unfallgeschehen nun auch so weit rekonstruiert. Damit haben wir, ausser den Kosten für dieses äusserst hilfreiche Forum, keine weiteren Kosten zu befürchten. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Der Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.09.2010 | 17:37

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Matthes
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 01.09.2010 | 17:32

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 01.09.2010 5/5,0
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