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Unerwartet Freundspiel endete mit kompliziert Beinbruch

27. Mai 2012 23:13 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Hallo
Ich wende mich an Sie um Rat in Dinge auf Ansprüche im Falle der schuldhaften Verletzung einer anderen Person.

Beschreibung der Situation: ICH bin der Opfer, ein Mann, 23 Jahre alt, 73 kg, ein Ausländer (Tschechische Republik) an Studium im Ausland (Deutschland). Der Täter ist ein Mann 25 Jahre alt, 100 kg, der Deutsche. Wir beiden kennen sich schon ca. 3 Monate. Wir wohnen zusammen in einem „WG". Zeit: Samstag, Nachmittag im Park, ca. 15:30 Uhr.

Wir haben im Park gegrillt. Ich, mein Mitbewohner und 4 andere Erasmus-Studenten. Kurz vor der Verlassung des Park sprach der Täter darüber, wie er Capoeira Kampfsport trainiert. Er hat sich mehrere Dinge zu zeigen beschlossen. Erstens hat er den Stand auf seine Hände gemacht, dann sprang er der Salto. Die Dinge, in der ich absolut nicht teilgenommen habe. Ich habe ihn nicht unterstützen, auch nicht ihn überreden, etwas anderes zu zeigen. Am Ende seiner Demonstration, stand ich abseits und schaute in eine andere Richtung. Plötzlich wurde ich in meiner peripheren Sicht sah, wie er zu mir von der Seite komme und springt auf mich. Bevor ich reagieren konnte, so dass er ein Bein hinter mein Bein (Knöchelbereich) stolperte und in die Gegenforderung sein zweites Bein (Wadenbereich) mir zu Boden geworfen. In diesem Moment hörte ich nur Knacken meine Knochen und ich fühlte Schmerzen. Ich bin auf mein Rücken gefallen. Heute ist mein Bein an drei Stellen gebrochen. Ich liege schon 8. Tag im Krankenhaus. Ich musste mich eine Operation unterzogen, mein Bein war zusammen geschraubt und dazu war insgesamt 11 Metallteilen benutzt. Dreimal pro Tag nehme ich Medikamente gegen Schmerzen. Die nächsten 6-8 Wochen werde ich mit Krücken und mit dem Gips gehen. Dann muss mich eine weitere Operation unterziehen, an derwerden die Schraubeentwerfen. Dann muss ich noch eine intensive Rehabilitation hindurchgehen. Mein Studium in Berlin ist zerstört. Mit Problemen werde ich die Universität besuchen und mein Studium erfolgreich zum Abschluss des Semesters bringe (das ist der Zustand meines Austauschs Studium). In Deutschland wohne ich in der Wohngemeinschaft, ohne Betreuung.

Das Problem: In dem Stress am Anfang habe ich kein Lust mich ein Gerichtsverfahren unterwerfen, dazu verstehe ich nicht 100% deutsch. Aus diesem Grund habe ich die Versicherungsmitteilung den Zwischenfall als mein Fehler, wo niemand andere figuriert, berichtet. Nach der Beruhigung habe ich die Situation abgewogen und möchte ich jetzt meine Aussage ändern und den Täter markieren. Ich weiß nicht, wie werden die andere Erasmus-Studenten, die den Zwischenfall sah, aussagen. Ich weiß auch nicht, wie lange kann das mögliche Gerichtsverfahren dauern (in ca. 2 Monate werde ich, sowie die anderen Erasmus-Studenten, aus Berlin zurück in ihre Heimatländer abgereist).

Wichtige Fakten: Ich und der Täter haben ca. 3 Stunden vor dem Inzident 0,5 Liter Bier getrunken. Der Täter ist angeblich ein Epileptiker, während des Inzident hatte aber keine Anwandlung. Nach dem Inzident hat mir der Täter einen Krankenwagen gerufen. Ich bin im Krankenhaus schon 8 Tage, ca. dreimal hat mich der Täter besucht. Er brachte mir meine persönliche Sachen aus dem WG. Er sagt, dass die Sache ihn leid. Trotzdem finde ich solchen unerwarteten Versuch absolut unzulässig. Aktuelle Perspektive ist mindestens ein halbes Jahrmit gesundheitliche Beschränkung zu leben und es gibt immer ein Risiko, dass ich eine langfristige Folgen werden habe..

Ich will mein Studium in Deutschland bis zum Ende bringen und dazu finde ich nicht gut, die Pflege hier in Berlin unterbrechen (meine tschechische Versicherung spricht für den Transport in Tschechien und für folgende Therapie in einem tschechischen Krankenhaus). Das bedeutet, ich muss teuere medizinische Pflege in Deutschland (Krücken, Medikamente gegen Schmerzen, intensive Rehabilitation, mindestens zwei weitere Operationen - das Herausnehmen der Metallteile von meinem Bein) zahlen.

Ich bedanke für ausführliche Rechtsauswertung und mögliche Empfehlungen, was ich jetzt machen kann. Ich will meinen Mitbewohner nicht bestrafen. Er zahlt jetzt Krankenhaus-tages-gebühr (10€/Tag), aber er wirkt nicht so aus, dass er auch anderen teueren Aufwand zahlen will.

28. Mai 2012 | 01:01

Antwort

von


(146)
Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Web: https://kanzlei-kirli-ippolito.de/impressum/
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage auf der Grundlage des von Ihnen mitgeteilten Sachverhalts wie folgt:

Ihr Mitbewohner ist ausweislich Ihrer Angaben verpflichtet, Ihnen Schmerzensgeld nach § 823 Abs.1 , 253 Abs.2 BGB zu zahlen.

In § 823 Abs.1 BGB heisst es:

(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.

Wenn man Ihrem Mitbewohner keinen Vorsatz unterstellt, so hat er zumindest fahrlässig gehandelt. Fahrlässig handelt gemäß § 276 BGB derjenige, der die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt.

Weiterhin müssten Sie an der Gesundheit bzw. am Körper verletzt worden sein. Dies ist vorliegend der Fall.

Die Handlung Ihres Mitbewohners war auch kausal für Ihre Verletzung. Er handelte auch widerrechtlich.

Die Rechtsfolge hieraus ist die Verpflichtung zum Schadensersatz. Hier ist zwischen immateriellem und materiellem Schaden zu unterscheiden.

Als immaterieller Schaden kommt Schmerzensgeldanspruch in Betracht. Wegen der auf Grund eines Unfalls erlittenen körperlichen und seelischen Schmerzen hat der Geschädigte Anspruch auf Schmerzensgeld. Wie hoch dies im Einzelfall ist, hängt von den konkreten Umständen des Falles und vom Ermessen des Gerichts ab (§ 287 ZPO ). In der Praxis orientiert man sich bei der Bemessung der Höhe von Schmerzensgeldansprüchen an die "Schmerzensgeld-Tabellen", die auf der Basis der einschlägigen Rechtsprechung zusammengestellt worden sind.

Ausweislich Ihrer Angaben könnten Sie meines Erachtens Schmerzensgeldansprüche in Höhe von mehreren tausend Euros geltend machen. Ein MINDESTBetrag zwischen 4.000,00 - 5.000,00 Euro wäre sicherlich nicht untertrieben.


Darüber hinaus ist Ihr Mitbewohner verpflichtet, gegebenenfalls Arztkosten und Heilbehandlungskosten zu erstezen. Das Besondere hierbei ist jedoch, dass Heilbehandlungskosten, Krankentransportkosten, Rentenansprüche wg. Erwerbsminderung oder -unfähigkeit usw. häufig von den Sozialversicherungen getragen werden; entsprechende Ersatzansprüche gehen dann auf diese Leistungsträger automatisch über. Nur soweit dies nicht der Fall ist (etwa wenn Sie selbstständig tätig oder freiwillig oder privat oder gar nicht versichert sind) müssen Sie diese Schäden geltend machen.
Von daher sollten Sie auf jeden Fall Ihrer Krankenversicherung mitteilen, wie sich die ganze Situaton wirklich ereignet hat.


Wie lange das Gerichtverfahren dauern wird, kann von vornherein nicht beurteilt werden; jedoch wahrscheinlich mehr als zwei Monate.
Die Kosten eines Verfahrens müssten im Falle einer Verurteilung der Gegner erstatten. Wenn Sie selbst nicht ausreichend verdienen, haben Sie auch einen Anspruch auf Beratungshilfe und Prozesskostenhilfe. Rechtlich besteht auch die Möglichkeit, den Anspruch auf Schmerzensgeld im Strafverfahren gegen den Schädiger geltend zu machen, ohne dass ein eigenes Verfahren angestrengt werden muss.

Der vorherige Alkoholkonsum Ihres Mitbewohners dürfte nicht zur Schuldunfähigkeit geführt haben

Jedoch sollten Sie dringend einen Rechtsanwalt ihres Vertrauens aufsuchen und das weitere Vorgehen mit diesem abstimmen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten rechtlichen Überblick verschaffen konnte.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass die hiesige Beratungsplattform die Beratung durch einen Rechtanwaltskollegen vor Ort nicht ersetzen kann, sondern lediglich dazu dient, dem Mandanten eine grobe rechtliche Einschätzung zu verleihen.

Das Weglassen und bzw.oder Hinzufügen von relevanten Angaben kann eine völlig andere rechtliche Bewertung nach sich ziehen.


Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Serkan Kirli

ANTWORT VON

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