Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unentgeldliche Pflege

| 20.10.2011 23:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Rechtsanwältin,
Sehr geehrter Rechtsanwalt.

Mein Vater lebte bis April 2009 im Alter von 88 Jahren alleine in seiner Wohnung.Zuvor konnte er sich teils selber behelfen,zweimal am Tag kam der mobile Pflegedienst.Infolge von Gefäßerkrankungen kam es immer wieder zu Stürzen , ansonsten war sein geistiger Zustand hochgradig intakt gewesen. Eine Unterbrigung in ein Altersheim kam für meinen Vater nach eigenem Wunsch nicht in Frage. Meine Schwester ging für ihn Einkaufen , machte das Essen und den Wohnungsputz. Sie wurde von meinem Vater dafür bezahlt.Ich und meine Geschwister wohnen alle in einem ca. 10 km entfernten Ort.Nachdem sich die Stürze häuften und er deswegen auch schon 2x im Krankenhaus war wurde innerhalb der Familie darum gebeten meinen Vater zu mir in mein Haus zu nehmen , da zu diesem Zeitpunkt auch meine ELW frei geworden ist.Ich stimmte zu . Meine Schwester wollte sich weiterhin um alles kümmern.Sie kam 1x täglich zu einer festen Zeit für ca.30-40 Minuten um Essen vorzubereiten, ging Einkaufen, machte Arztbesuche und putze die Wohnung. Se wurde dafür weiterhin vom Vater dafür bezahlt.Der Pflegedienst kam morgens für ca.30 min. Waschen und Frühstück machen, abends ca.1o min.für eine kl. Pflege falls dies notwendig war. Meine Brüder kamen 1x die Woche bzw. 1x pro Monat zu Besuch,betreuende Tätigkeiten wurden von vorne herein abgeblockt.
Mein Vater verbrachte seine Zeit fast ausschließlich im Bett.Er bekam einen Blasenkatheter , so sollte die Gefahr des selbständigen Aufstehens zur Toilette verhindert werden.Alles in allem wurde täglich für die Pflege und Essenmachen insgesamt ca. 60-75 min. investiert .

Die restlichen 22,5 Stunden blieben an meiner Frau und mir " hängen" .

Jeden Tag mehrmals hatte mein Vater Wünsche die von meiner Frau und mir erfüllt wurden, da sonst keiner anwesend war. Mal hatte er Gelüste auf bestimmte Nahrungsmittel,es wurde gekocht oder eingekauft, mal war das Fenster zu öffnen oder zu schließen,ständig hatte er das Fernsehgerät verstellt oder zu laut eingestellt, die Fernbedienung fiel ständig auf den Boden, oft plagte ihn der Juckreiz und mußte eingerieben werden ,wollte aus dem Bett bzw. mit dem Rollstuhl in den Garten,hatte kalt und mußte zugedeckt werden,hatte Schmerzen , wollte nicht alleine sein , hatte Angst , wollte reden, hatte Durchfall , hatte erbrochen ,mußte abgeführt werden, auf den Toilettenstuhl gesetzt werden ,hatte nichts zu trinken ,hat Essen oder Getränke umgeworfen , mußte frisch gemacht werden, Blasenkatheter lief nicht mehr, hatte starke Schmerzen, usw.
Doch dies passierte wie gesagt mehrmals am Tag und auch in der Nacht.Die Ereignisse spitzten sich zu. Innerhalb von 2 Jahren hatte uns mein Vater 30 - 40 x in der Nacht herausgeklingelt oder sich durch Hilferufe bemerkbar gemacht. Teils hatte er versucht aufzustehen und ist gestürzt,2x wurde der Notarzt und Krankenwagen gerufen. Oft verbrachten wir die Nacht längere Zeit bei ihm , weil er es so wollte.Später haben wir aus Sorge um ihn Tag und Nacht ein Babyphon aufgestellt.Meine Schwester meinte dies ist doch normal,schließlich wohnt er doch hier.

Es kam zum Bruch zwischen meiner Schwester und mir.Letztendlich war der Ausschlaggebende Punkt aber der gewesen, dass meine Schwester mit ihrem Mann meinen Vater auf die Sparkasse fuhren und stillschweigend einen größeren Betrag zu ihren Gunsten von seinem Konto abheben ließ.
Von nun übernahmen meine Frau und ich zusätzlich die Tätigkeiten meiner Schwester.Dies erfolgte weiterhin ohne Bezahlung. Mein Vater machte über Wochen täglich eine Darmbestrahlung durch,mußte fürs Krankenhaus fertig gemacht werden und und hatte öfters Tag und Nacht Stuhlgang und benötigte unsere Hilfe. Manchmals war er Nachts auch örtlich für kurze Zeit etwas desorientiert gewesen .Obwohl es für uns manchmal eine schwere und anstrengende Zeit war bereue ich nichts. Nach 2 Jahren verstarb mein Vater kurz vor seinem 90. Geburtstag nach einer Operation. Ein Pflegeheim hatte er bis zuletzt abgelehnt.

Nun meine Fragen :

Nach dem Tod meines Vaters sind meine Geschwister der Meinung , dass das Erbe zu gleichen Teilen aufgeteilt werden muß.
Es spiele keine Rolle ob jemand den Vater kostenlos gepflegt und betreut habe , nach dem Motte " selbst Schuld " . Wer zu Lebzeiten nichts verlangt, hat auch später kein Anrecht auf irgend welche nachträglichen finanziellen Forderungen.
Ich wollte wenigstens für meine Frau eine bescheidene Anerkennung in Form eines bestimmtes Betrages. Doch nun stelle ich mir die Frage , haben meine Geschwister recht oder steht mir und meiner Frau doch etwas zu .

Wenn ja, wie ist dies finanziell zu bewerten.

Aus Respekt und Selbstverständlichkeit habe ich
meinen Vater nie darum angehalten.Die Miete wurde von meinem Vater jedoch bezahlt.

Sehr geehrter Ratesuchender,

gerne möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Genau für Ihre Situation hat der Gesetzgeber § 2057a BGB geschaffen:

Ein Abkömmling, der durch Mitarbeit im Haushalt, Beruf oder Geschäft des Erblassers während längerer Zeit, durch erhebliche Geldleistungen oder in anderer Weise in besonderem Maße dazu beigetragen hat, dass das Vermögen des Erblassers erhalten oder vermehrt wurde, kann bei der Auseinandersetzung eine Ausgleichung unter den Abkömmlingen verlangen, die mit ihm als gesetzliche Erben zur Erbfolge gelangen; Dies gilt auch für einen Abkömmling, der den Erblasser während längerer Zeit gepflegt hat.

Ihre Miterben jedoch, werden die Pflegeleistungen nicht zugerechnet, wenn sie dafür ein Entgelt bekommen haben (Absatz 2).

Die Bemessung des Wertes ist in Absatz 3 geregelt, wobei hier nach billigem Ermessen entschieden wird.

Der Gesetzgeber hat jedoch bewusst davon abgesehen, eine genaue Ermittlung der einzelnen Leistungen zu verlangen (Bericht des Rechtsausschusses, BT-Drucks 5/4179 Nr 83a).

Er richtet sich aber grundsätzlich zunächst nach der Höhe des gesamten Nachlasses und dem zeitlichen Aufwand. Wenn dieser so groß gewesen sein sollte, könnte auch der Ansatzpunkt die ersparten Kosten für ein Heim angesetzt werden.

Da es hierbei vermutlich in einen Gerichtsprozess enden wird, empfehle ich Ihnen bereits jetzt, die Nachweise zu sichern, indem sie Tagebuch führen sollten, wo natürlich nicht jede kleine Art der Hilfeleistung eingetragen wird, aber zumindest nachvollziehbar die Hauptbestandteile der Pflege in kurzen Sätzen, um dem Gericht einen Eindruck zu vermitteln.

Bewertung des Fragestellers 25.10.2011 | 09:05

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Herr Rechtsanwalt Salzwedel zeichnet sich nach meiner Meinung als sehr kompetent und freundlich aus. Er hat mir sehr geholfen. Vielen Dank."
FRAGESTELLER 25.10.2011 4,6/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70599 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die Antwort - kurz und verständlich mit klaren Handlungsanweisungen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Für einen überschaubaren Betrag bekam ich eine erste Einschätzung über die Erfolgsaussichten, die mich davon überzeugt hat, die Sache weiter zu verfolgen. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell, freundlich und kompetent. ...
FRAGESTELLER