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Uneinigkeit über Testament


01.01.2006 19:55 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Meine Eltern (85 und 87) haben vor ca. 11 Jahren ein handschriftliches Testament verfasst (nicht bei einem Notar!), wonach sie sich gegenseitig als Vollerben einsetzen und nach dem Tode des Überlebenden der Nachlass an beide Kinder (meinen Bruder und mich) zu gleichen Teilen fallen soll. Mein Vater hat nun - offenbar beeinflusst durch meinen Bruder und meine Schwägerin - andere Absichten: Er möchte das Haus, das den Eltern gemeinsam gehört, seiner derzeit 14jährigen Enkelin (meiner Nichte) vererben. Meine Mutter ist damit nicht einverstanden und möchte möglichst an dem ursprünglichen Testament festhalten, das allerdings nur noch in Kopie vorliegt (mein Vater ließ es offenbar ohne ihr Wissen verschwinden!).

Meine Frage:

1. Hat das Testament nach wie vor Gültigkeit, auch wenn es nicht mehr im Original vorliegt?

2. Kann mein Vater das Haus eventuell trotzdem meiner Nichte vererben, falls meine Mutter vor ihm stirbt?

3. Würde es Sinn machen, wenn meine Mutter ihren Hausanteil vorab an mich überschreibt, um diesen Fall zu verhindern?

Meine Mutter, die zunehmend an Vergesslichkeit leidet, fürchtet im übrigen, dass mein Bruder und seine Frau sie irgendwann für unmündig ekrlären lassen könnten und mein Vater dann freie Hand hat. Solange sie noch lebt und "mündig" ist, kann mein Vater ja wohl nichts ohne sie entscheiden, oder? Leider können meinen Eltern nicht gemeinsam in Ruhe über solch wichtige Themen diskutieren, da mein Vater sehr zu Zornesausbrüchen neigt und gerne alles im Alleingang über den Kopf meiner Mutter hinweg entscheidet.

Was würden Sie raten, wie am besten vorgegangen werden soll?

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Sehr geehrter Fragesteller,

1. Das Testament müsste im Original orliegen, damit es wirksam ist.

2. Wenn Ihre Mutter stirbt, gilt § 1931 BGB, Gesetzliches Erbrecht des Ehegatten
"(1) Der überlebende Ehegatte des Erblassers ist neben Verwandten der ersten Ordnung zu einem Viertel..."
Ihr Vatre kann somit nicht das Haus komplett vererben, da Ihnen dann schon ein Teil des Hauses gehört. Den Rest kann er vererben, wie er mag. Vergessen Sie aber nicht den Pflichtteilsergänzungsanspruch, falls es dazu kommen sollte!

3. Sofern Ihre Mutter ihre 50% ans Sie überträgt, kann das zunächst mal aus steuerrechtichen Gründen sinnvoll sein. Darüber hinaus steht im Falle des Todes Ihrer Mutter dann Ihrem Bruder/Vater der Pflichtteilsanspruch zu. Ergänzend umfasst der Pflichtteilsergänzungsanspruch aber nicht das im Erbfall vorhandene Vermögen sondern auch Vermögen, das der Erblasser bereits zu seinen Lebzeiten verschenkt hat. Auf Vermögen, das länger als 10 Jahre vor dem Tode verschenkt wurde, kann nicht mehr zurückgegriffen werden, es sei denn die Schenkung ist an den Ehegatten erfolgt oder es handelte sich um keine "echte" Schenkung, weil der Erblasser die verschenkte Sache auch nach der Schenkung noch vollumfänglich selbst nutzte.

Eine "Entmündigung" gibt es nicht mehr. Ihr Vater/Bruder könnte eine Betreuung bei Gericht anregen. Dann wird z.B. Ihr Bruder gesetzlicher Vertreter Ihrer Mutter. Dies können Sie durch eine Vorsorgevollmacht verhindern. Wenn Sie eine solche benötigen, mailen Sie mich kurz an.

Mit freundlichem Gruß
H.Momberger

Grüter, Momberger & Partner
Rechtsanwälte & Steuerberater
Suitbertusstraße 123
40223 Düsseldorf

www.gruemo.de
h.momberger@gruemo.de
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