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Unbezahlte Zusatzarbeit


01.09.2005 06:29 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit 4 Monaten arbeite ich in der Verwaltung eines Hotels, das in 8 Wochen erstmalig eröffnet werden soll. Ich verdiene 1700 EUR brutto, Überstunden sind lt. Arbeitsvertrag mit diesem Gehalt bereits abgegolten. Obwohl lt. Vertrag eine Arbeitszeit von 40h pro Woche angesetzt ist, arbeite ich momentan 60-80h, nicht nur Mo-Fr, sondern gelegentlich auch samstags. Da ich die momentane gesamtwirtschaftliche Situation im Lande kenne, habe ich mich dagegen nicht zur Wehr gesetzt.

Nun verlangt mein Arbeitgeber von meinen Kollegen und mit, daß wir zusätzlich bis zur Eröffnung:
1. Nach 10h Dienst auch noch auf der Baustelle mithelfen (Inneneinrichtung plazieren; Reinigungsarbeiten) und
2. 7-Tage die Woche arbeite.

Mit dieser Forderung ist die Chefetage natürlich nur mündlich an uns herangetreten. Da Betriebsräte in der Hotelbranche selten sind, würde ich gern wissen mit welchen ersten Schritten ich mich gegen meinen Arbeitgeber zur Wehr setzen kann, ohne innerhalb der Probezeit (insg. 6 Monate) gefeuert zu werden.

Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank im Voraus

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

In der momentanen Situation werden Sie sich mit allen Maßnahmen dem Risiko aussetzen, gekündigt zu werden.

Wenn eine Probezeit üblicherweise vereinbart ist, kann im Rahmen dieser ohne Angaben von Gründen gekündigt werden. Einen Kündigungsschutz gibt es insoweit auch nicht. Und die Hürde auf eine grob sittenwidrige Kündigung beim Arbeitsgericht zu kommen, dürfte nach der BAG-Rechtsprechung nicht zu erreichen sein.

Trotzdem ist die Forderung des Arbeitgebers natürlich unzulässig und Sie können sich gegen die Anordnungen wehren – einen Schutz vor der Probezeitkündigung besteht jedoch nicht.

Der Einsatz auf der Baustelle dürfte (vorbehaltlich der Prüfung des Arbeitsvertrages) nicht der vertraglichen Tätigkeit entsprechen und daher nicht geschuldet sein.

Die geschilderten Arbeitszeiten verstoßen gegen das Gesetz (§§ 3; 9, 10 ArbZG). Dieser Anordnung müssten Sie ebenfalls nicht folgen.

Der Verstoß gegen das ArbZG stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die von der Aufsichtsbehörde (Gewerbeaufsicht) verfolgt wird.

Leider kann ich Ihnen keine bessere Lösung nennen.

Aber: wenn es in Ihrem Haus keinen Betriebsrat gibt – gründen Sie einen! Die jeweilige Gewerkschaft hilft Ihnen gerne weiter!

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

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