Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Unbezahlte Überstunden. Was tun?

30.10.2013 10:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Das Arbeitszeitgesetz verbietet, dass ein Arbeitnehmer im Halbjahresdurchschnitt mehr als 48 Stunden pro Woche arbeitet. Will ein Arbeitnehmer die Vergütung von Überstunden verlangen, muss er die geleistete Arbeitszeit im Einzelnen nachweisen.

Ich arbeite in einer KFZ-Werkstatt als Hilfskraft und habe einen Arbeitsvertrag in dem eine fünf Tage Woche von Mo.-Fr. vereinbart ist und eine Wochenarbeitszeit von 39 Stunden.

Wir sind eine kleine KFZ-Werkstatt und haben keinen Betriebsrat. In den vergangenen Monaten wurde oft Samstags und auch Sonntags gearbeitet und meine Wochenarbeitszeit erreicht oft 60-65 Stunden.

Mein Lohn ist sehr gering und ich erhalte für 39 Std./Woche das gleiche Geld wie für 60-65 Stunden. Die Überstunden sind nicht erfasst, so dass diese als selbstverständlich hingenommen werden und auch nicht abgefeiert werden.

Was kann ich tun?
Macht es Sinn, auf die Auszahlung der geleisteten Überstunden zu pochen oder ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass ich dann die Kündigung erhalte?
Macht es Sinn, mit dem Arbeitgeber ins Gespräch zu gehen um eine Stundenerhöhung und somit aber auch eine bessere Bezahlung einzufordern?
Wenn ich auf meine 39 Std./Woche pochen würde und keine Überstunden mehr mache, ist doch die Wahrscheinlichkeit gekündigt zu werden groß?

Was soll ich machen? Unter den Bedingungen wie sie nun sind möchte ich nicht weiterarbeiten?

Würde mich über rechtlichen Rat freuen!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt, wobei ich wie gewünscht mit geringer Detailtiefe ausführe:

Ich nehme einmal an, dass für den Betrieb das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, da weniger als zehn in Vollzeit beschäftigte Mitarbeiter tätig sind, und Sie keinen Sonderkündigungsschutz haben, etwa als Schwerbehinderter. Insofern ist eine fristgemäße Kündigung des Arbeitsverhältnisses möglich. Es gibt zwar das Maßregelungsverbot des § 612 a BGB, so dass die Kündigung nicht auf das Verlangen der Überstundenvergütung gestützt werden darf. Es dürfte dem Arbeitgeber aber möglich sein, die Kündigung anders zu begründen.

Welche Vorgehensweise für Sinn macht, kann ich so pauschal nicht sagen. Sie müssen für sich bestimmen, wieviel Wert Sie auf die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses legen, ob Sie anderswo eine Tätigkeit finden können oder nicht. Davon hängt dann ab, wie stark Sie sich mit Ihrem Arbeitgeber anlegen möchten. Denn es liegt hier offenbar ein Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz vor, da Sie im Durchschnitt eines halben Jahres nicht mehr als 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen, was ja auch das Gewerbeamt interessieren dürfte, von der Gehaltsfrage einmal abgesehen. Zudem ist Sonntagsarbeit in den meisten Betrieben generell verboten.

Ob eine Klage auf Auszahlung der Überstunden Erfolg haben wird, kann ich so nicht sagen. Hier es kommt darauf an, was im Arbeitsvertrag steht. Es ist durchaus üblich, dass eine gewisse Anzahl von Überstunden mitabgegolten sind. Der Rest könnte dann eingeklagt werden. Hier besteht dann oft ein Beweisproblem, da jede einzelne Überstunden nachgewiesen werden muss. Am Besten ist, wenn Sie hierüber Kalender geführt haben. Zudem müsste geprüft werden, ob Ausschlussfristen vereinbart wurden, die die nachträgliche Bezahlung auf einen bestimmten Zeitraum begrenzen.

Je nach den Erfolgaussichten einer solchen Klage und der Einstellung des Arbeitgebers macht es dann ggf. Sinn, für die Zukunft eine Erhöhung der Stunden auf 48 pro Woche zu verhandeln, ggf. mit dem Hinweis auf das Arbeitszeitgesetz. Bevor Sie aber selbst zum Gewerbeamt gehen und den Arbeitgeber anzeigen, sollten Sie ihn nachweislich hierauf hingewiesen haben, ohne dass er einsichtig geworden ist.

Überstunden pauschal abzulehnen empfehle ich nicht, da Sie als Arbeitnehmer zu Überstunden bei Bedarf verpflichtet sind, allerdings eben im gesetzlichen Rahmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68332 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Erst anfängliche Schwierigkeiten, am Ende jedoch sehr klar und stets sehr freundlich erklärt. Sehr zu empfehlen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
War verständlich und ausführlich, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
3,8/5,0
Das nächste Mal bevorzuge ich eher eine persönliche Beratung. Das liegt wohl eher an der Plattform, als an der beratenden Person. Aus diesem Grund hat sich für mich jetzt keine Handlungsoption ergeben, bzw. etwas, was ich tun ... ...
FRAGESTELLER