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Unbekanntes Konto

| 27. März 2011 15:40 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

Mitte 2008 starb meine Mutter im Alter von 85 Jahren. Mein Vater war lt. Berliner Testament Alleinerbe und mir stand ein Pflichtteil zu (mehr als 13.000,00 €, also 1/8 des Barvermögens). Dieser wurde Ende 2008 auf mein Konto überwiesen und aufgrund eines Fehlers des Überweisenden am nächsten Tag wieder zurückgebucht und zwar ohne mich seitens der Bank zu informieren (ich hatte dadurch einige Unannehmlichkeiten). Die korrekte Überweisung kam dann einige Tage später,allerdings von einem anderen Konto.
Im März 2010 verstarb mein Vater mit 88 Jahren und seine Nichte (meine Cousine) wurde lt. Testament Alleinerbin und nahm das Erbe auch an, sodass mir wieder ein Pflichtteil zustand. Nach Aufforderung zur Offenlegung der Vermögensverhältnisse meines Vaters behauptete sie, das Erbe sei überschuldet und sie hätte alle Kosten selbst getragen, es sei nur ein Girokono mit wenig Guthaben vorhanden. Es ist unwahrscheinlich, dass das gesamte Vermögen in einem Jahr von ihm verbraucht wurde.
Da mir aufgrund der Barvermögensaufstellung zum Zeitpunkt des Todes meiner Mutter bekannt war, dass ein nicht unerheblicher Geldbetrag vorhanden sein müsste, teilte ich ihr diesen Sachverhalt mit und forderte sie auf, Auskunft über die mir bekannten Konten zu erteilen. Verwunderlich ist auch das Verhalten der Erbin, die trotz des angeblich überschuldeten Erbes und der nun gegebenen Aussicht auf eine beträchtliche Summe ein offensichtliches Desinteresse an der Aufklärung zeigt. Dabei ergab sich, dass das Konto, von dem erstmalig der Pflichtteilsbetrag nach dem Tod meiner Mutter mit falschen Angaben überwiesen wurde, angeblich nicht meinem Vater gehörte (Auskunft der kontoführenden Sparkasse). Außerdem ist unklar, ob nicht weitere Konten auf den Namen meines Vaters existieren oder sogar mir unbekanntes Barvermögen bei dem unbekannten Kontoinhaber deponiert wurde.
Abgesehen von den gesamten Ungereimtheiten in diesem Erbfall würde ich gerne wissen, welche Möglichkeiten ich habe, zu erfahren, wem dieses Konto damals gehört hat oder noch heute gehört.
Hier wird offensichtlich eine Erbmasse, auf welchem Weg auch immer, verschleiert bzw. unterschlagen und der unbekannte Kontoinhaber könnte Kenntnisse in dieser Sache haben bzw. zur Aufklärung beitragen.
Was kann ich tun?

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen aufgrund des dargelegten Sachverhalts wie folgt:

Als Pflichtteilsberechtigte haben sie ein Auskunftsrecht gemäß § 2314 BGB .

Dies umfasst die bloße Auskunftserteilung durch den Erben in mündlicher oder schriftlicher Form, die Vorlage eines privatschriftlichen Nachlassverzeichnisses mit den Anforderungen an § 260 BGB , sowie die Vorlage eines notariellen Nachlassverzeichnisses aufgrund eigener Ermittlungen des Notars gemäß § 260 BGB .

Nach dem privatschriftlichen Verzeichnis können Sie ein notarielles Verzeichnis noch zusätzlich verlangen. Die umgekehrte Reihenfolge wird von der Rechtsprechung nicht anerkannt. Sie können also als Pflichtteilsberechtigte nach dem amtlichen Verzeichnis zusätzlich ein weiteres privatschriftliches Verzeichnis nicht mehr verlangen.

Deshalb ist es sinnvoll, zunächst ein privatschriftliches Nachlassverzeichnis zu verlangen und dann erst im Zweifelsfall ein solches des Notars und nicht umgekehrt.

Gegenstand der Auskunftserteilung sind alle tatsächlich vorhandene Nachlassgegenstände beim Erbfall sowie der fiktive Nachlassbestand (zum Beispiel ausgleichspflichtige Zuwendungen des Erblassers, Schenkungen des Erblassers innerhalb der letzten zehn Jahre, sie können auch Belege dazu verlangen Pflicht – und Anstandsschenkungen gemäß § 2330 BGB ) sowie natürlich alle Nachlassverbindlichkeiten.

Die Angaben müssen so umfassend sein, dass sie die Möglichkeit haben selbst den Wert des Nachlasses verlässlich einzuschätzen und den Pflichtteilsanspruch zu beziffern. Insbesondere benötigen Sie auf Angaben über die für Geschäftsverbindungen des Erblassers zu Banken (Bankkonten, Depots usw.).

Sie können auch Belege dazu verlangen, soweit diese notwendig sind, um den Wert des Nachlassgegenstandes festzustellen.

Grundsätzlich ist der Auskunftsanspruch nur gegen den Erben gerichtet. In diesem Rahmen können Sie aber auch, wie gesagt, über die Geschäftsverbindungen Auskunft verlangen, wozu ja der fremde Kontoinhaber gehören müsste.

Ansonsten könnten Sie versuchen, bei der Bank direkt Auskunft zu erhalten oder – unkonventionell - evtl. mit einer kleinen Überweisung von z.B. 2 Euro auf das Konto den Inhaber zu ermitteln.


Ihnen kann ich nur raten, den gesamten Vorgang durch einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl prüfen zu lassen. Selbstverständlich stehe ich Ihnen dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet würde.

Einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage hoffe ich gegeben und Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Über eine positive Bewertung würde ich mich in jedem Fall freuen.

Sofern Sie weitere Hilfestellung benötigen, können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 27. März 2011 | 17:00

Sehr geehrter Herr RA Zürn,
vielen Dank für Ihre Antwort. Bei meiner Frage ging es darum, herauszubekommen, wie der Kontoinhaber heißt. Die Kontonummer ist mir bekannt, die hat mir die Bank mitgeteilt. Leider fehlt mir der Name dazu, um mir den Zusammenhang mit dieser Erbsache zu erklären. Mit einer 2-Euro-Überweisung weiß ich aber noch nicht den Namen. Wie soll das gehen? genau darum ging es bei meiner Frage.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 27. März 2011 | 17:06

Sehr geehrter Fragesteller:

besten Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworte:

Wie bereits ausgeführt, können Sie von der Erbin Auskunft über die Geschäftsverbindungen ihres verstorbenen Vaters verlangen. Dazu gehört auch das Konto dessen Inhaber sie namentlich nicht kennen.

Die Überweisung von zwei Euro auf das Bankkonto kommt an Sie zurück, sofern der Name falsch ist. Sie könnten dann bei der Bank nachforschen und den Kontoinhaber versuchen festzustellen. Häufig funkte mir das, weil die Bank den Zahlungsvorgang aufklären will.

Ich hoffe, ich habe damit Ihre Nachfrage beantworten können und würde mich über eine gute Bewertung freuen, andernfalls müssten Sie sich einfach nochmals melden.

Mit freundlichem Gruß

Michael J. Zürn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 27. März 2011 | 17:32

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