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Unbegründete Kündigung nach der Probezeit

28.09.2008 22:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt:
Ich habe am 1.3.08 eine Tätigkeit bei einem Unternehmen mit > 60 Mitarbeitern begonnen.
Gehaltswunsch 35.000 Euro (also ca. 2900.- pro Monat).
Regelmässig ausgezahlt werden 2200.- Euro + 400.- Euro Abschlag auf Provisionen, zuzüglich quartalsweiser Provisions/Bonusauszahlung. Deckelung bei 36.800.- Euro.
Der Vertrag war unbefristet, incl. der üblichen sechs Monate Probezeit.
Zwei Wochen vor Ende der Probezeit wurde der ursprüngliche Vertrag gekündigt und stattdessen ein gleich dotierter, auf ein Jahr befristeter Vertrag (bis 31.08.2009) angeboten. Eine handfeste Begründung gab es nicht, ich habe dies dann auch als heute übliche Arbeitgebertaktik hingenommen und unterschrieben.
Auch dieser Vertrag wurde vergangene Woche gekündigt, allerdings
befinde ich mich seit dem 01.09.08 nicht mehr in der Probezeit.
Eine Begründung gab es auch hier nicht. Also nicht betriebs-, personen-, oder verhaltensbedingt.
Da in der Kündigung kein Grund angegeben ist, hat man mir beim Arbeitsamt geraten, Kündigungsschutzklage einzureichen, was ich dann auch getan habe.

Hintergrund: Ich arbeite für einen sehr wichtigen Kunden dieser Firma. In den vergangenen Wochen und Monaten sind einige Dinge nicht besonders rund gelaufen, was den Kunden zunehmend verärgert hat. Allerdings kann man mich nicht für diese fehlgelaufenen Dinge verantwortlich machen, da diese ausserhalb meines Verantwortungsbereich lagen. Dass z.B. zu viele Leute
gleichzeitig Urlaub genehmigt bekommen haben und darunter die Servicequalität gelitten hat, lag schliesslich im Verantwortungsbereich der Geschäftsführung.
Man hat mir gegenüber auch mündlich zugegeben, dass ich diese Dinge nicht zu verantworten hatte, man dem Kunden gegenüber allerdings aktives Handeln zeigen möchte und man daher keinen anderen Ausweg sehe, als mich zu entlassen.
Kurzgesagt - ich bin das Bauernopfer für die Versäumnisse der Geschäftsführung und anderer Abteilungen.

Meine konkreten Fragen:

- Die "übliche" Abfindungsregelung kommt bei mir ja nicht zum Tragen, da ich erst seit sieben Monaten im Unternehmen bin. Allerdings wurde mir nach der Probezeit, ohne Grund und damit Vertrags- und Gesetzwidrig gekündigt.
Wird das Unternehmen damit vor dem Arbeitgericht durchkommen?
Was habe ich zu erwarten?

- Dem Unternehmen geht es wirtschaftlich sehr gut. Erst gestern war ein Bericht hinsichtlich der positiven Umsatzentwicklung und der geplanten Expansion in den nächsten Jahren in der Zeitung. Ist zu erwarten, dass mein Aufgabenbereich nachträglich "kaputtgerechnet" wird und man dann eine betriebsbedingte Kündigung hinterherschiebt?

- Empfiehlt es sich, dass ich mir zur Verhandlung einen Anwalt nehme, oder ist alles so eindeutig, dass ich keinen brauche?

- Und zuletzt: Aufgrund der vorzeitigen Kündigung erreiche ich natürlich nicht mein angestrebtes Gehalt, da ich die Provisionszahlungen nicht mehr vollständig miterlebe. Kann ich hier mit einem entsprechenden Ausgleich rechnen?

Vielen Dank!

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

1.) Unter dem Geltungsbereich des Kündigungsschutzgesetzes können Sie im Rahmen des Kündigungsschutzprozesses überprüfen lassen, ob die Ihnen gegenüber ausgesprochene Kündigung rechtswirksam ist.

Da Ihnen gegenüber kein Kündigungsgrund angegeben wurde, kann an dieser Stelle auch nicht beurteilt werden, ob die Kündigung gerechtfertigt ist.

Sofern das Unternehmen jedoch eine betriebsbedingte Kündigung vorträgt und diese auf Grund Ihrer Sozialdaten und der kurzen Betriebszugehörigkeit sozial gerechtfertigt erscheint, kann ein Obsiegen Ihres Arbeitgebers im Prozess nicht ausgeschlossen werden.

Zur abschließenden Beurteilung ist eine Prüfung des Ihnen vorliegenden Arbeitsvertrages jedoch unentbehrlich.

Weiterhin bleibt darauf hinzuweisen, dass die Mehrzahl der Kündigungsschutzprozesse im Wege des Vergleichs beendet werden. Ergebnis ist zumeist, dass das Arbeitsverhältnis beendet wird/ist und der Arbeitnehmer eine Abfindungszahlung erhält.

2.) Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass an dieser Stelle keine Prognosen hinsichtlich des Vorgehens Ihres Arbeitgebers abgegeben werden können.

3.) Die Vertretung durch einen Anwalt empfiehlt sich in jedem Falle, da Ihnen nicht zuzumuten sein wird, das Prozessrecht zu beherrschen und die sozialrechtlichen Konsequenzen eines eventuellen Vergleichsabschlusses zu bedenken.

4.) Zur Beantwortung Ihrer letzten Frage ist die Kenntnis Ihrer Provisionsregelung in Ihrem Arbeitsvertrag und der bisherigen Auszahlungsregelung unerlässlich. Sofern jedoch eine bereits fällige Provisionszahlung auf Grund der betriebsinternen Auszahlungsmethode ohne vertragliche Grundlage vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr ausgezahlt wird, können Sie diese noch geltend machen.

---

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt

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