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Unbefugte Paypal Abbuchung

10.11.2016 21:42 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

am 07.10.2016 wurden über meinen PayPal-Account 2580 USD verschickt.
Am 09.10.2016 wurde versucht, mehrere tausend weitere Dollar an den gleichen Account zu verschicken. Es hat nicht funktioniert, da meine Kreditkarten kein so hoses Limit haben. Es wurden alle Passwörter und E-Mail-Adressen in meinem Account geändert.

Zum Hintergrund:
Ich habe mich für 3 Monate in den USA aufgehalten und es ist während dieser Zeit passiert. Aufgefallen ist mir am 25. oder 26.10.2016 dass ich micht nicht einloggen kann. Davor habe ich den Account nicht genutzt.

Ich habe am 25.10.2016 bei PayPal angerufen, weil ich mich nicht einloggen konnte, das Gespräch wurde aber unterbrochen, da ich mich in einem Nationalpark aufhielt und kein Netz hatte. Ich habe dann am 26.10.2016 erneut angerufen und den Fall gemeldet.

PayPal hat mir die Person genannt, an die das Geld gesendet wurde.
Es stellte sich heraus, dass ich die Person kenne. Die Person und ich haben im gleichen Haus gewohnt (es wohnten etwa 10 Menschen dort, mit gemeinsamer Küche und gemeinsamen WLAN). Er hat einige Arbeiten an meinem Auto durchgeführt und am 05.10.2016 eine unrealistisch hohe (nicht-vereinbarte) Summe gefordert (3000 USD) Vereinbart waren 1000 USD. Er ist so ausgeflippt, dass er sagte ,,Behalt Dein Geld, ich brauche Deine Almosen nicht".

PayPal antwortete mir auf meine Reklamation:
,,Wir haben Ihre gemeldete Zahlung untersucht. Sie haben uns am 26/10/2016 darüber informiert, dass die Zahlung von jemandem durchgeführt wurde der Ihnen bekannt ist, zum Beispiel ein Familienmitglied welches das Passwort von Ihnen erhalten hat. Daher haben wir die Untersuchung abgeschlossen- Der Betrag kann aus oben genannten Gründen daher nicht von uns erstattet werden."

Dies ist nicht korrekt und ich teilte PayPal mit, dass es a) Kein Familienmitglied war und b) Diese Person nicht mein Passwort kannte.

Ich rief bei PayPal an um es richtigzustellen und man sagte mir, dass die Transaktion von MEINEM Gerät (Mobil) getätigt wurde, mit meiner Geräte-ID und ich sei ja selbst Schuld, da ich das Passwort gespeichert hätte. Ich solle Strafanazeige erstatten. Ich war zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr in den USA und am Telefon sagte mir ,,machen Sie sich keine Sorgen, wir kriegen das hin wenn Sie das nicht selbst getan haben".

Ich erinnere mich nicht daran, dass das Passwort gespeichert war, glaube aber zu wissen, dass die PayPal-App das Passwort automatisch speichert!

Hier die Fakten in kurzform:

- Jemand hat über mein physisches Gerät Geld verschickt.
- Ich weiß nicht ob das Passwort gespeichert war
- Mein Handy ist immer über ein Passwort oder Fingerabdruck gesichert
- Ich erinnere mich nicht daran, dass Handy aus den Augen gelassen zu haben

Ein wichtiger Fakt: Als am 09.10.2016 versucht wurde mehr Geld zu verschicken, war ich nicht mehr in der Nähe dieses Mannes, da ich einen Roadtrip angetreten habe! Er musste also auch mein Passwort haben oder mein Gerät fernsteuern.

Die einzigen Dinge die ich mir vorstellen kann:

- Die Person hat mein Handy-Passwort herausbekommen und die Transaktion über mein Handy durchgeführt (z.B. als ich geschlafen habe)
- Die Person hat einen Trojaner auf meinem Handy installiert

Meine Geräte waren nur in meinem Zimmer unbeaufsichtigt (immer abgeschlossen, aber rudimänteres Schloss).


Meine Frage:

Habe ich unter diesen Umständen die Chance mein Geld zurück zu bekommen, auch wenn wirklich jemand physisch an meinem passwortgeschützten Laptop/Handy war?

Ich werde den Betrag bei meiner Kreditkartenfirma zurückzubuchen und jeder Forderung von PayPal widersprechen mit dem Hinweis, dass es technische Möglichkeiten gibt Geräte-ID's (die darauf schließen lasse dass ich es war) zu fälschen oder auch das Handy einer Person mit einem Trojaner fernzusteuern.

Aber PayPal ist eine große Firma und sie sagen, dass es keinerlei Anzeichen dafür gebe das mein Account missbraucht wurde und ich "keine Chance" hätte und das ich nur noch mehr Geld verschwenden würde.
PayPal verweist auf meine Aufsichtspflicht bzw. sorgloser Umgang mit Passwörtern, was einfach falsch ist.

Ich habe von PayPal die Nutzungsdaten angefordert (wann wurde welche ID mit welcher IP-Adresse genutzt), aber ich werde ignoriert.

Wenn die Chance besteht so etwas mit ein paar anwaltlichen Briefen beizulegen, präferiere ich diese Möglichkeit.


Mit den besten Grüßen






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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das könnte leider sehr schwer werden, jedenfalls ohne sachverständige Hilfe, ohne Polizei und ohne Anwalt.

Hinzukommt, dass englisches Recht gilt, soweit wie es den AGB (Allgemeinen Geschäftsbedingungen) des Dienstleisters entnehmen konnte.

Zudem haben Sie folgendes nach europäischen Recht zu beachten, hier am Beispiel Deutschlands, was in England als EU-Land (noch jedenfalls) gelten sollte:
Danach sind Sie verpflichtet, unmittelbar alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die personalisierten Sicherheitsmerkmale vor unbefugtem Zugriff zu schützen, vgl. (sinngemäß) §§ 675i ff. BGB und die personalisierten Sicherheitsmerkmale sicher aufzubewahren.

Liegt hier ein nicht autorisierter Zahlungsvorgangs vor, müssen Sie nachweisen, dass weder Sie selbst in betrügerischer Absicht dieses ermöglicht haben oder durch vorsätzliche oder grob fahrlässige Verletzung
einer oder mehrerer Pflichten für die Ausgabe und Nutzung des Zahlungsauthentifizierungsinstruments gesorgt haben, also andere so tätig werden konnte.

Hier muss umfassend Aufklärung betrieben werden, sonst haben Sie hier keine Chance.

Aber ich würde an Ihrer Stelle auch über die Kreditkartenfirma gehen und den Ball damit dem Dienstleister zu spielen.

Letzten Endes müssen Sie aber in Ihrer Sphäre (Wohngemeinschaft etc.) später für Aufklärung sorgen, auch mittels eines IT-Fachmannes und der Ermittlungsbehörden. Strafanzeige sollte erfolgen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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