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Unabgesagte Termine

19.08.2018 12:45 |
Preis: 48,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking


Hallo, ich habe einen Friseursalon mit Terminvergabe welche ONLINE erfolgt. 

Der Kunde wählt über unsere Website die gewünschte Dienstleistung aus und den Mitarbeiter von dem er bedient werden möchte, wählt einen errechneten freien Termin aus und gelangt zum letzten schritt der online Buchung.
In diesem Schritt wird er dazu aufgefordert
NAMEN, VORNAMEN, TELEFON und E-MAIL anzugeben und die Datenschutzbestimmungen zu akzeptieren.

Nun ist es dennoch so, dass Kunden Termine buchen und einfach nicht erscheinen. Dies ist sehr ärgerlich weil andere Kunden keine Termine buchen können weil die Zeit blockiert wurde und wir im Salon ohne Umsatz stehen.
Daher folgende Fragen:

1. Ist es möglich das wir uns irgendwie absichern können, dass der Kunde beispielsweise neben den Datenschutzbestimmungen noch ein weiteres Feld akzeptiert ( Beispiel „Terminbestimmung") bei dem wir z.B 30% des Betrages welcher laut Dienstleistungsauswahl fällig wäre einfordern können, sollten Termine nicht wahrgenommen werden oder spätestens 6 Stunden vor Termin online oder telefonisch abgesagt werden?

2. Falls Ja, ist dies möglich dass dann die oben genannten angaben ausreichen oder müssten wir zusätzlich auch die Anschrift eintragen lassen?

3.Gibt es hierzu einen  Vordruck bzw einen Text, welcher Rechtssicher ist?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Tatsächlich nimmt die Unsitte, dass abgemachte Termine vom Kunden ohne Absage nicht eingehalten werden, immer mehr zu - auch als Anwalt ist man davon betroffen.

Leider ist es aber schwierig, sich rechtlich dagegen absichern. Sie können sich zwar bei Terminvereinbarung eine Entschädigung bei fehlender Absagen zusichern lassen, allerdings wird ein solcher Anspruch in der Regel nur anerkannt, wenn man in der Terminvereinbarung bereits den Abschluss eines entsprechenden Vertrages sieht. Dann hätten Sie als Folge Anspruch auf Schadensersatz bei Nichterscheinen oder sogar dem Gesetz nach (§ 615 BGB) auf die Vergütung abzüglich Ihrer ersparten Aufwendungen.
Im Gegenzug könnte aber auch der Kunde Schadensersatz fordern (z.B. Fahrtkosten), wenn der gebuchte Mitarbeiter nicht pünktlich zur Verfügung steht. Das größere Problem ist in Ihrem Fall aber, dass die Terminvereinbarung ohne direkten persönlichen Kontakt über das Internet stattfindet. Wenn man diese Terminvereinbarung als verbindliches Vertragsangebot gestalten würde, dann hätte der Kunde ein gesetzliches Widerrufsrecht, über das Sie ihn auch entsprechend belehren müssten. Hinzu kommt das praktische Problem, dass Sie die korrekte Angabe von Namen etc. nicht überprüfen können, bei Falschangaben die rechtliche Durchsetzung also ins Leere gehen kann und dabei zusätzliche Kosten verursachen würde.

Kurz gesagt: Wenn der Kunde bei Ihnen im Salon persönlich vorbeikommt und einen Termin vereinbart, können Sie direkt einen verbindlichen Termin inkl. Ausfallentschädigung bei Nichterscheinen vereinbaren. Bei Terminbuchung via Internet wäre dies theoretisch auch möglich, aus meiner Sicht bei derzeitiger Rechtslage aber in der Praxis kaum hilfreich, da der dafür erforderliche Aufwand (nebst Abmahnrisiko durch Konkurrenten aufgrund der sich regelmäßig ändernden Ansprüche an eine Widerrufsbelehrung) in keinem Verhältnis zum dadurch erzielten Gewinn stehen dürfte.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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