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Umzugsunternehmen - Mehrkosten & Pfusch

| 15.10.2018 20:47 |
Preis: 49,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Ich bin vor kurzem mit einem Umzugsunternehmen umgezogen.
Vor dem Umzug wurde mein Mobiliar in der alten Wohnung begutachtet und darauf basierend ein Angebot erstellt. Die Räumlichkeiten der neuen Wohnung wurden nicht besichtigt und außer dem Stockwerk auch keine Fragen dazu gestellt. Die Abrechnung sollte nach Stunden erfolgen (kein Festpreis).
In dem Angebot heißt es: "Der Preis beinhaltet [...] das Entladen sowie Hineintragen des Umzugsgutes in die neuen Räumlichkeiten [...]."
Weiter unten heißt es: "Dieses Angebot basiert auf der durchgeführten Ortsbesichtigung und Ihren Angaben. Sofern seitens des Umzugsunternehmens zusätzliche, über den angebotenen und vereinbarten Leistungsumfang hinaus gehende Leistungen zu erbringen sind, werden diese nach Rücksprache mit Ihnen zu einem zu vereinbarenden Satz zusätzlich berechnet."
In den AGBs heißt es u.a.: "Zusätzlich zu zahlen sind besondere, bei Vertragsabschluss nicht vorhersehbare Leistungen und Aufwendungen."

Bei dem Umzug stellte sich dann unerwartet heraus, dass mein Sofa nicht durchs Treppenhaus der neuen Wohnung passte.
Das Umzugsunternehmen schlug vor, dieses zu einem späteren Zeitpunkt mit einem Möbelaufzug durchs Fenster (1. OG) in die Wohnung zu bringen. Ich erklärte mich mündlich damit einverstanden. Über die Kosten wurde nicht gesprochen. Das Sofa wurde wieder mitgenommen.
Eine Woche später teilte mir das Umzugsunternehmen mit, dass man das Sofa an ein anderes Möbelunternehmen mit Möbelaufzug übergeben habe und diese Firma sich mit mir in Verbindung setzen wird. Dies geschah auch kurzfristig und das Sofa wurde mittels Möbelaufzug in die Wohnung verbracht. Auch mit dieser Firma wurde nicht über die Kosten gesprochen. Ich war ja auch nicht der Auftraggeber dieser zweiten Firma.

Weiterhin wurde bei dem Umzug eine große und hochwertige Wohnzimmer-Hängeschrankwand mangelhaft montiert. Diese hing zusammengefasst "schief und krumm", was ich mit Fotos auch dokumentiert habe.

Außerdem wurden neben der Schrankwand (im Sichtbereich) im Wohnzimmer drei große Dübellöcher falsch in die Wand gebohrt.

Da ich die Umzugsfirma nicht noch einmal an meine Schrankwand heranlassen wollte, reklamierte ich die mangelhafte Montage nicht, sondern ließ die Schrankwand ein paar Tage später durch einen befreundeten Monteur richten.
Wohl aber reklamierte ich die falsch gebohrten Löcher in der Wohnzimmerwand.
Zwei Wochen später übersandte mir das Umzugsunternehmen nun die Rechnung für den Umzug. Außerdem kündigte man nun an, dass ich zusätzlich auch die Kosten für die Aktion mit dem Möbelaufzug zu tragen hätte. Die Rechnung hierzu würde noch folgen.
Hinsichtlich der falsch gebohrten Löcher teilte man mir mit, dass ich doch bitte eine lokale Malerfirma beauftragen sollte, die Löcher zu beseitigen. Diese Kosten würde man mir dann erstatten.

1. Bin ich rechtlich verpflichtet die Kosten für den Möbelaufzug / Sofatransport zusätzlich zu zahlen?
Handelt es sich hier nicht um einen Dienstleistungsvertrag, wonach die Art und Weise der Durchführung (und auch das Risiko evtl. einen Möbelaufzug zu brauchen) dem Umzugsunternehmen obliegt? (vgl. obige Angebotsdetails)
Und wäre das tatsächlich eine "besondere, bei Vertragsabschluss nicht vorhersehbare Leistung" gemäß den AGB?

2. Darf ich die Umzugsrechnung wegen der mangelhaft montierten (aber bislang nicht reklamierten und inzwischen korrigierten) Schrankwand um einen angemessen Betrag (5-10%) mindern?

3. Darf ich die Umzugsrechnung wegen der fahrlässig falsch gebohrten Löcher im Wohnzimmer trotz Beseitigung durch eine Malerfirma und Erstattung dieser Kosten zusätzlich um einen angemessenen Betrag (5-10%) mindern? Immerhin muss ich mich jetzt darum kümmern, dass der Schaden behoben wird und es erscheint mir fraglich, ob der sichtbare Schaden wirklich restlos beseitig werden kann?

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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Der Vertrag mit dem Umzugsunternehmen lässt reichlich Freiraum zur Anpassung der Kosten nach dem Angebot. Zunächst wurde kein Festpreis vereinbart, sondern die Abrechnung auf Stundenbasis. Vereinfach formuliert heisst das aber auch, dass die Kosten umso höher sind, je langsamer die Möbelpacker arbeiten.

Die Unkalkulierbarkeiten der Kosten wird darüber hinaus noch erweitert, weil zusätzliche Leistungen gesondert berechnet werden, wobei der Preis nicht genannt ist.

D. h., der Vertrag ist für Sie recht ungünstig, weil dem Unternehmen die Möglichkeit eingeräumt wird, die Kosten weitreichend selbst zu bestimmen.


2.

Den Möbelaufzug werden Sie bezahlen müssen, weil der Vertrag die von Ihnen genannte Klausel enthält, dass dann, wenn seitens des Umzugsunternehmens zusätzliche, über den angebotenen und vereinbarten Leistungsumfang hinaus gehende Leistungen erbracht werden, diese nach Rücksprache mit Ihnen zu einem zu vereinbarenden Satz zusätzlich zu berechnen seien.

Der Einsatz eines Möbelaufzugs ist eine solche zusätzliche Leistung, da wohl das Sofa auf "normalem" Weg, d. h. über die Treppe, nicht in die neue Wohnung gebracht werden konnte.


3.

Wenn die Schrankwand fehlerhaft angebracht worden ist, haben Sie gegen die Möbelspedition einen Schadenersatzanspruch. Wie hoch dieser Schadenersatzanspruch ist, hängt davon ab, welche Aufwendungen erforderlich sind, um die Schrankwand ordnungsgemäß zu befestigen. Würden Sie hierfür z. B. 200 € zu zahlen haben, hätten Sie gegen das Transportunternehmen einen Schadenersatzanspruch in dieser Höhe. Natürlich können Sie aufrechnen und vom Rechnungsbetrag 200 € (laut meinem Beispiel) einbehalten.


4.

Wegen der fehlerhaft gebohrten Löcher haben Sie, wie die Umzugsfirma auch einräumt, ebenfalls einen Schadenersatzanspruch. Der Anspruch richtet sich nach den Kosten, die ein Maler für die Beseitigung des Schadens berechnet. Einen darüber hinaus gehenden weiteren Schadenersatzanspruch haben Sie jedoch nicht.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.10.2018 | 21:53

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 15.10.2018 5/5,0
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