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Umzugskosten/ Doppelte Haushaltsführung


23.04.2005 00:19 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Ich musste wegen der Kündigung meiner Zweitwohnung umziehen, und wollte die Umzugskosten als Werbungskosten absetzen.
Das Finanzamt erkennt meine Umzugskosten 2003 nicht als Werbungskosten an. Ich bin damit nicht einverstanden hier meine Argumentation:


Das Finanzamt hätte Aus- bzw. Umzugskosten aus der Zweitwohnung unter folgender Bedingung anerkannt: Nach der Wohnungskündigung hätte ich unter Auflösung der doppelten Haushaltsführung an meinen Hauptwohnsitz (370Km entfernt)
zurückziehen müssen. Die schriftliche Bestätigung der Amtsleitung hierfür liegt vor. Das hätte aber wie sich unschwer erkennen lässt, das Ende meiner Erwerbstätigkeit und folglich auch der Steuereinnahmen des Staates aus dieser Tätigkeit bedeutet. § 9 Abs.1 EStG sichert zu, Werbungskosten sind Aufwendungen die der Erhaltung der Einnahmen dienen. Ich zähle daher alle durch diesen Umzug entstandenen Kosten zu den Werbungskosten, da sie ja unabdingbar für die Erhaltung und Sicherung meiner Einnahmen waren. Keinesfalls kann man diese Kosten der allgemeinen Lebensführung zuordnen. Diese Kosten dienten direkt und unmittelbar der Erhaltung meiner Einnahmen. Das Finanzamt bezieht sich in seiner Argumentation auf ein inneres und äusseres auslösendes Moment. Welches auslösende Moment man auch immer meint, das auslösende Moment für meinen Umzug war die Erhaltung meiner Einnahmen. Sonst hätte ich meine Doppelte Haushaltsführung beenden können bzw.müssen. Dafür währe ich vom Finanzamt belohnt worden, denn diese Kosten sind absetzbar. Nebenbei hätte ich nun künftig gar keine Steuern mehr zahlen müssen. Ohne Einnahmen ginge dies ja auch nicht. Der Grund und Zweck des Aufenthaltes in dieser Zweitwohnung war auf die Erwirtschaftung von Einnahmen gerichtet. Ohne diese Erwerbstätigkeit in Verbindung mit einer Zweitwohnung hätte es auch keine Kündigung wegen Eigenbedarf gegeben, vielmehr es hätte überhaupt keine Steuereinnahmen gegeben. Die Kausalkette des Finanzamtes ist willkürlich gewählt und entspricht einem Steuerfall, bei dem ein Arbeitnehmer in der Nähe des Hauptwohnsitzes seinen Arbeitsplatz hat. Die Aussage des Amtes: Keine Kündigung der Zweitwohnung – kein Umzug, stellt die Kausalität auf den Kopf. Richtig ist keine Zweitwohnung - keine Einnahmen.

Noch folgende Argumentation:
Das auslösende Moment galt nur bis zur Übergabe der Zweitwohnung an den Vermieter. Danach hatte dieses auslösende Moment seine Gültigkeit verloren und es trat ein neues auslösendes Moment in Kraft - die Erhaltung meiner Einnahmen. Die Kündigung forderte nur den Auszug, nicht einen Umzug und schon gar nicht wohin dieser Umzug erfolgen sollte. Dies würde aber dann einen Abzug von meinen Umzugskosten bedeuten falls dieses vor Gericht anerkannt würde.
Zu bemerken ist noch eine Besonderheit im Zusammenhang mit meinem Umzug.
Die Kündigung wegen Eigenbedarf fiel gerade in die Weihnachtszeit mit dem geplanten Familienurlaub.Ich hatte laut Vereinbarung mit dem Vermieter nur 2 Monate Zeit zum Ausszug. Zunächst musste ich aus Zeitmangel kurzfristig an meinen Heimatwohnsitz zurückziehen da ich ja Termingemäss meine Zweitwohnung übergebeen musste.Eine Ersatzwohnung in der Nähe des Arbeitsplatzes konnte ich dann trotzdem noch finden und ab
dem 1.des Folgemonats nach der Übergabe anmieten. Dies war aber trotzdem für einen direkten Umzug zu spät. Das FA meint dazu, dieser doppelte Umzug hätte keine Relevanz da ich meine doppelte Haushaltsführung nicht beendet hätte. Meiner Meinung nach habe ich aber damit aber meinen Arbeitsweg von ca.370 Km auf danach wieder 25 Km verkürzt. Ich hätte ja im anderen Fall täglich 370 km einfach täglich pendeln müssen um überhaupt noch Steuerpflichtige Einnahmen haben zu können.

Leider bleibt mir nur der Klageweg um meine Ansprüche zu sichern.

Hier ein Auszug der meine Meinung zu bestätigen scheint:
http://www.steuer-newsletter.de/themen/rechtsprechung/article.php/id/76

Neue BFH-Urteile zu Umzugskosten
Artikel vom: 13.10.2000, Ausgabe 21/2000


Aufwendungen fuer einen Wohnungswechsel gehoeren grundsaetzlich zu den nicht abzugsfaehigen Kosten der Lebensfuehrung. Kosten, die einem Arbeitnehmer durch einen beruflich veranlassten Wohnungswechsel entstehen, sind jedoch dann Werbungskosten:

wenn durch ihn die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstaette erheblich verkuerzt wird und die verbleibende Wegezeit im Berufsverkehr als normal angesehen werden kann.

wenn er im ganz ueberwiegenden Interesse des Arbeitgebers durchgefuehrt wird, insbesondere beim Beziehen einer Dienstwohnung, die aus betrieblichen Gruenden bestimmten Arbeitnehmern vorbehalten ist um z. B. deren Einsatzmoeglichkeit zu gewaehrleisten.

wenn er das Beziehen, den Wechsel oder die Aufgabe einer Zweitwohnung bei einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsfuehrung betrifft.

Leider kann ich aber kein entsprechendes BFH-Urteil finden.

Meine Frage: Hat eine Klage Erfolg bzw. gab es schon Urteile?
Danke im Vorraus.
23.04.2005 | 00:45

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

ich habe in diesem Zusammenhang dieses Urteil auf der offiziellen Homepage des BFH gefunden:

Beträgt bei einem Umzug die arbeitstägliche Fahrzeitersparnis eines Arbeitnehmers mindestens 1 Stunde, dann können in jedem Fall die Umzugskosten als Werbungskosten steuermindernd geltend gemacht werden. Das gilt sogar dann, wenn der Umzug im Zusammenhang mit einer heiratsbedingten Gründung eines gemeinsamen Haushalts steht.
BFH Urt. 23.03.01 Az.: VI R 175/99

Da sich durch Ihren Umzug ihr Fahrtweg zur Arbeitsstätte von 270 km auf 25 km verkürzt, ist nach obiger Rspr wohl davon auszugehen, dass Sie das FG Verfahren gewinnen.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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