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Umzug und Mitnahme der Kinder nach Trennung

| 15.03.2013 11:19 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Wenn beiden Eltern die elterliche Sorge gemeinsam zusteht, darf kein Elternteil mit den Kindern umziehen, ohne dass der andere Elternteil zustimmt. Ggf. muss eine gerichtliche Entscheidung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht herbeigeführt werden.

Ich bin mit unregelmäßigem Schichtdienst im Rhein-Main-Gebiet tätig und an diese Region gebunden. Nun droht mir meine Frau mit Trennung und Mitnahme der Kinder (13 und 16 Jahre alt) in einen Ort, der 600 km entfernt liegt. Sie ist seit der Geburt der Kinder nicht mehr bzw. nur sporadisch erwerbstätig. In dieser neuen Stadt hat sie auch keine Arbeitsstelle und keine Familienangehörigen. Als Grund für ihren Umzugswunsch nennt sie nur, dass die Lebensqualität dort besser sei. Mir ist klar, dass ich durch den Schichtdienst die Kinder nicht betreuen kann und bin auch einverstanden, dass sie nach der Trennung bei der Mutter leben. Allerdings bin ich gegen einen Umzug mit einer so großen Entfernung, da ich mein Umgangsrecht nur sehr schwer wahrnehmen könnte.
Kann ich verhindern, dass sie diesen Umzug durchführt? Ich wäre einverstanden mit einem Umzug z.B. ca 100 km entfernt. Sie will definitiv nicht an unserem jetzigen Wohnort bleiben.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich gilt, dass bei Kindern miteinander verheirateter Eltern beiden Elternteilen gemeinsam die elterliche Sorge und damit das Aufenthaltsbestimmungsrecht zusteht. Etwas anderes gilt nur dann, wenn zwischenzeitlich eine gerichtliche Entscheidung dahingehend getroffen wurde, dass ein Elternteil die elterliche Sorge oder das Aufenthaltsbestimmungsrecht allein ausübt. Ich gehe davon aus, dass in Ihrem Fall beide Eltern entscheidungsbefugt sind.

In diesem Fall müssen Sie eine gemeinsame Entscheidung über den Aufenthalt der Kinder treffen. Ist dies nicht möglich, z. B. weil Ihre Frau den geplanten Umzug nicht aufgeben will und Sie einem Umzug der Kinder nicht zustimmen, ist eine gerichtliche Entscheidung erforderlich.

Jeder Elternteil kann beantragen, dass ihm das Aufenthaltsbestimmungsrecht allein übertragen wird. Bei der Entscheidng orientiert sich das Gericht am Kindeswohl, das heißt, die Konsequenzen der verschiedenen Alternativen für die Kinder werden geprüft.

Wenn Ihre Frau das Aufenthaltsbestimmungsrecht erhält, kann sie mit den Kindern umziehen.

Wenn Sie das Aufenthaltsbetimmungsrecht bekommen, können Sie den Umzug der Kinder verhindern. In diesem Fall gibt es allerdings ein praktisches Problem, falls Ihre Frau dennoch umzieht (den eignen Umzug ohne die Kinder können weder Sie noch ein Gericht verbieten): Sie dürfen allein über den Aufenthaltsort der Kinder entscheiden, wollen aber nicht, dass sie zur Mutter ziehen und können sie selber nicht versorgen. Diese Alternative macht also nur Sinn, wenn Sie davon ausgehen, dass Ihre Frau ohne die Kinder nicht umzieht.

Wem das Gericht bei der eventuellen Entscheidung das Aufenthaltsbestimmungsrecht zuweist, lässt sich schlecht prognostizieren. Im Hinblick auf das Alter Ihrer Kinder müssen Sie jedoch damit rechnen, dass auf die Wünsche der Kinder (zumindest auch) Rücksicht genommen wird. Wollen die Kinder mit der Mutter umziehen, weil sie bei ihr bleiben wollen, wird der Richter dies ebenso (mit-)berücksichtigen wie umgekehrt eine Weigerung der Kinder im Hinblick auf Schulwechsel, Verlust des Freundeskreises usw.

Allein die Erschwernis des Umgangs wird vermutlich kein ausreichender Grund für den Richter sein, den Umzug der Kinder zu verhindern. Dieses Problem wird üblicherweise dadurch gelöst, dass weniger Wochenendkontakte aber deutlich mehr (längere) Ferienkontakte vereinbart werden.

Ich empfehle Ihnen aus diesem Grund, zunächst mit den Kindern zu sprechen, wie diese zu dem geplanten Umzug stehen. Wenn die Kinder nicht mit umziehen wollen (was in diesem Alter typisch wäre), haben Sie eine reele Chance, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu erstreiten. Hierzu sollten Sie einen ortsansässigen Anwalt beauftragen, der sich auf Familienrecht spezialisiert hat.

Ob Sie durch (zusätzliche)Fremdbetreuung dann in der Lage sind, die Kinder bei sich zu versorgen, oder ob die Mutter unter diesen Umständen auf den Umzug der "Lebensqualität" wegen verzichtet, müsste dann in einem zweiten Schritt geklärt werden.

Bitte beachten Sie, dass dieses Forum eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Häufig ergeben sich dabei Details, die zu einer anderen Bewertung führen.

Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 21.03.2013 | 15:15

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Stellungnahme vom Anwalt:
Die Fragen wurden vollständig beantwortet, auch wenn der Fragesteller eine inhaltlich andere (dann aber falsche) Antwort möglicherweise lieber gelesen hätte. Da auch keine Nachfrage gestellt wurde, über deren Antwort eventuelle Missverständnisse oder Unklarheiten hätten ausgeräumt werden können, ist die schlechte Bewertung weder nachvolziehbar noch gerechtfertigt.
FRAGESTELLER 21.03.2013 3,6/5,0
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