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Umzug nach Spanien, was tun mit meinem deutschen Einzelunternehmen?

| 21.04.2012 14:33 |
Preis: ***,00 € |

Internationales Recht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Ich betreibe in Deutschland ein Einzelunternehmen, bei dem ich Einkünfte durch Provisionen erziele, die ich über meine Website zustande kommen (ortsunabhängig). Derzeit beschäftige ich einen Minijobber, der von seinem Zuhause aus arbeitet.

Im Juli werde ich nach Barcelona umziehen, dort möchte ich dann ein kleines Büro anmieten und langfristig auch Praktikanten beschäftigen.

Jetzt stellt sich mir die Frage, was mit meiner Firma passieren soll. Solange ich mir noch nicht 100%ig sicher bin, ob ich langfristig in Spanien leben möchte, weiß ich nicht, ob es sinnvoll oder notwendig ist, mein Einzelunternehmen ebenfalls nach Spanien umzuziehen.

Welche Möglichkeiten sind empfehlenswert?
-Firma zunächst komplett in Deutschland gemeldet lassen, unter der Adresse meiner Eltern und so lange warten, bis sich das spanische Finanzamt bei mir meldet?
Vorteil: das gibt mir unter Umständen genug Zeit, um herauszufinden, wie mir Spanien gefällt.

-Betriebsstätte in Spanien eröffnen? Ich betreibe auch eine spanische Website, die ebenfalls Einnahmen erzielt, wenn auch relativ gering. Allerdings muss ich dann ja zwei Jahresabschlüsse machen, was die Komplexität ja nochmal steigert.

-Kompletter Umzug der Firma nach Spanien. Dabei stellt sich mir die Frage, wie kompliziert und teuer es ist ein Einzelunternehmen in Spanien zu gründen?

Einen Vorteil sehe ich bei den letzten beiden Varianten darin, dass ich meinen Umzug & die Kosten für das Büro absetzen kann. Dass der Umzug aus betrieblicher Sicht Sinn macht, sollte sich durch meine spanische Website, die ich tatsächlich ausbauen möchte, schlüssig erklären lassen.

Gibt es sonst irgendwelche Vor- und Nachteile, die für Deutschland oder Spanien sprechen (Steuerlast, Absetzbarkeit etc.)?

Danke für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Unter Beachtung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes beantworte ich die Frage gerne wie folgt:

Die Entscheidung für das weitere Vorgehen in Ihrem Fall hängt natürlich von vielerlei Einzelfragen ab. Sie sehen sicherlich selbst, daß die Antwort nicht ein einfaches Ja oder Nein bzgl. der einzelnen Varianten sein kann.

Zur 1. Variante: Die Firma zunächst in Deutschland angemeldet lassen ist eine Möglichkeit.
Das hat auch mit dem spanischen Finanzamt nichts zu tun. Zwischen Deutschland und Spanien gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen. Wenn das Unternehmen seinen Sitz hier in Deutschland hat, dann wird es auch hier besteuert.

Gerade wenn Sie sich über die Entwicklung und den Fortgang in Spanien nicht im Klaren sind, dann spricht natürlich Einiges für diese Variante, zumindest für eine Übergangszeit.

2. Unternehmensgründung in Spanien: Soweit mir bekannt ist, dürfte eine Unternehmensgründung in Spanien nicht allzu schwierig sein und recht schnell gehen, beliebt ist vor allem das spanische Gegenstück der GmbH.

Insbesondere gibt es eine Fülle von Unternehmen, die sich inzwischen auf die Unterstützung von Deutschen spezialisiert haben. Insofern sollte dies mit überschaubarem Aufwand möglich sein.

Allerdings sind Sie bei einer Betriebsstätte, oder einem Unternehmen in Spanien dort auch steuerpflichtig, das ist natürlich unumgänglich.
Die Frage der Jahresabschlüsse in beiden Ländern wird sich aber wohl nicht langfristig stellen, ich gehen davon aus, daß Sie Ihre Geschäftsaktivitäten nach Spanien verlagern, wenn das Unternehmen erfolgreich läuft.

Pauschale Hinweise bezüglich der Steuerpflicht verbieten sich, sowohl in Spanien als auch in Deutschland.
Dazu ist die Materie einfach zu komplex und hängt von den individuellen Gegebenheiten jedes Unternehmens ab. Die Unternehmensbesteuerung liegt in Spanien je nach den konkreten Umständen bei etwa 25 – 30 %.
Allerdings ist zu beachten, daß die europäische Schuldenkrise Spanien hart getroffen hat und der Staat mit hoher Arbeitslosigkeit und Verschuldung zu kämpfen hat.

Nach dem Muster in anderen Ländern besteht daher die Gefahr, daß gewisse Steuern in absehbarer Zeit merklich erhöht werden nicht ganz abwegig.

Zusammenfassend ist zu sagen: Es spricht einiges dafür, zunächst die deutsche Firma in Deutschland weiter angemeldet zu lassen.
Die Gründung einer Betriebsstätte ist natürlich möglich. Allerdings ist die Frage, ob dies nicht ein größerer organisatorischer Aufwand ist, wenn man sich letztlich entschließt doch ganz auf dem spanischen Markt tätig zu sein. Dann wäre wiederum später doch noch eine Gesellschaft in Spanien zu gründen.

Daher würde ich eher empfehlen, gleich ein Unternehmen in Spanien zu gründen, wenn die Rahmenbedingungen vor Ort stimmen.

Ich möchte Sie noch einmal darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben und eine vollständige und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann.
Das Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann eine völlig andere rechtliche Beurteilung ergeben.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Ausführungen eine erste Orientierung bieten und stehe Ihnen für eine persönliche Rechtsberatung auch über die angegebene E-mail Adresse gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


Nachfrage vom Fragesteller 21.04.2012 | 17:14

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Ich hätte noch ein paar Detailfragen:

Zu 1) Wie sieht es aus, wenn ich vor Ort in Spanien Mitarbeiter beschäftige? Wo muss der Mitarbeiter seine Steuern entrichten?
Kann ich ein in Spanien angemietetes Büro in Deutschland absetzen? Und könnte das spanische Finanzamt das nicht als Betriebsstätte interpretieren?

Zu 2) Sie verweisen auf die spanische Version der GmbH, was mich etwas verwirrt. Ist das dann nicht ähnlich komplex wie eine deutsche GmbH? Wäre ein Einzelunternehmen nicht sinnvoller?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.04.2012 | 17:29

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Wenn der Mitarbeiter in Spanien arbeitet muß er auch in Spanien Steuern entrichten.
Ein in Spanien angemietetes Büro das eine dauerhafte Zweigniederlassung darstellt wäre wohl als Betriebsstätte einzustufen. Dann unterliegt es der Besteuerung in Spanien.

Bezüglich der Rechtsform: Natürlich ist die Einzelfirma einfacher strukturiert. Der Nachteil ist die Haftung mit dem Privatvermögen im Gegensatz zur GmbH, daher wäre die Frage worauf man eher Wert legt. Grundsätzlich ist jedoch auch die Gründung einer GmbH durch eine Einzelperson möglich.

Ich hoffe ich konnte Ihre Nachfrage zufriedenstellend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Mack
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 23.04.2012 | 11:40

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