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Umzug nach Deutschland, Geld aus Thailand und der Schweiz nach Deutschland

22.04.2013 21:44 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Umzug aus dem Ausland nach Deutschland

Ich (Deutscher) bin Gesellschafter einer deutschen GmbH und habe meinen Wohnsitz in Thailand. Aus familiären Gründen erwäge ich einen Umzug nach Deutschland.

Umziehen werden :
Mit mir meine thailändische Freundin (wir sind nicht verheiratet), unsere 2 gemeinsamen Kinder (Meine Vaterschaft ist eingetragen / Kinder besitzen auch deutsche Staatsangehörigkeit).

Diesbezüglich habe ich einige Fragen, die Sie mir möglicherweise beantworten können.
Zunächst einige wohl steuerlich relevante Informationen zu meiner Person :

Seit dem 01.04.1995 bis zum heutigen Tage in Deutschland bin ich abgemeldet ohne genaue Angabe des neuen Wohnsitzes im Ausland. Lediglich Ausland angegeben.
1 zwischenzeitliche Anmeldung für 3 Tage vom 01.08.2000 - 04.08.2000 zwecks Ausstellung eines neuen Führerscheins.

Seit dem 04.08.2000 bis heute dann ohne Unterbrechung abgemeldet.
Vom 19.03.1995 bis zum 31.07.2010 tätig für ein schweizerisches, touristisches Unternehmen.

Angestellt in der Schweiz, Bankkonto in der Schweiz, Gehalt in der Schweiz, alle steuerlichen Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge in der Schweiz.
Wohnorte bzw. Einsatzgebiete währenddessen wechselnd weltweit.

Seit dem 16.05.2007 zusätzlich Gesellschafter einer deutschen GmbH.

Seit dem 01.03.2010 zusätzlich einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Lohnzahlung mit dieser GmbH.

Keine Steuern oder Sozialabgaben in Deutschland, da Wohnsitz in Thailand. Doppelbesteuerungsabkommen.
Allerdings bezahle ich auch keine Steuern in Thailand.

FRAGE 1: Könnte mir das bei einem Rückzug nach Deutschland zum Verhängnis werden? Würde das Finanzamt einen Beweis fordern, dass ich die Steuern in Thailand bezahlt habe? Was kann ich tun ?

Ich habe in Thailand ein Haus gekauft, welches aber auf den Namen meiner Freundin eingetragen ist, da man als Ausländer in Thailand kein Land besitzen darf.
Bei einem Umzug nach Deutschland würden wir das Haus verkaufen und würden dann gerne den Erlös mit nach Deutschland nehmen. Ich besitze keinerlei Konten in Deutschland.

FRAGE 2 :Wie können wir dies am besten bewerkstelligen ? Soll meine thäiländische Freundin ein Konto in Deutschland eröffnen ? Können EU Ausländer zwecks Hauskauf Geld nach Deutschland überweisen ? Was wäre dabei zu beachten ?

Desweiteren verfüge ich noch über ein Guthaben in der Schweiz, welches ich ebenfalls gerne nach Deutschland transferieren möchte.
Zweck der jeweiligen Transfers wäre der Erwerb eines Hauses in Deutschland, möglicherweise auch über eine Teilfinanzierung durch eine Bank.

FRAGE 3 : Wie kann ich das alles am besten realisieren ? Oder worauf muss ich unbedingt achten ?

Für mich gibt es 2 Umzugsvarianten :
1. Favorisiert : Permanenter Umzug mit Freundin und 2 Kindern nach Deutschland.
2. Alternativ : Erwerb eines Eigentums (Zweitwohnsitz) in Deutschland, aber Aufenthalt in Deutschland unter 6 Monaten.

FRAGE 4 : Was würden Sie mir raten oder was wäre überhaupt möglich ?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Das deutsche Finanzamt interessiert sich in der Regel nicht dafür, ob Sie in Thailand Ihre Steuern bezahlt haben, wenn Sie keinen steuerlichen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben und die Einkünfte nach dem Doppelbesteuerungsabkommen Thailand zugewiesen werden. Eine Rückfallklausel der Gestalt, dass die Einkünfte in Thailand zu besteuern sind aber tatsächlich nicht in Thailand besteuert werden und somit in Deutschland wieder dem Besteuerungsrecht unterliegen, enthält das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Thailand meines Erachtens nicht. Nur im Falle einer Rückfallklausel haben Sie als Steuerpflichtiger gem. § 90 Abs. 2 AO nachzuweisen, dass Sie die Einkünfte in Thailand tatsächlich besteuert wurden. Nur wenn ein Nachweis nicht erbracht werden kann, sind die ausländischen Einkünfte grundsätzlich in die Besteuerung im Inland einzubeziehen.
Von der Rückfallklausel des § 50 d EStG, also einer nationalen Vorschrift, sind nur die in Deutschland unbeschränkt Steuerpflichtigen betroffen, also die Personen, die sich über 183 Tage im Jahr tatsächlich in Deutschland aufhalten oder über eine (eigene) Wohnung verfügen.
Ich habe hier eher ein Problem damit, dass die GmbH Ihren Arbeitslohn sicherlich als Betriebsausgabe in Deutschland steuerlich geltend machen wird, obwohl dieser nicht in Deutschland besteuert wird. Hier wäre die Frage noch, ob überhaupt ein Lohnsteuerfreistellungsantrag für Ihren Lohn gestellt und vom Finanzamt bewilligt wurde.
2. Hier sollte am besten auf den Namen Ihrer Freundin ein Konto in Deutschland eröffnet werden. Sodann können Sie das Geld aus Thailand auf ein deutsches Konto überweisen. Wenn Sie bzw. Ihre Freundin die Zahlung als nicht in Deutschland ansässige Person vornimmt und den Betrag von 12.500 € überschreitet wird dieser Betrag von der entgegennehmenden Bank in Deutschland eventuell meldepflichtig nach dem Außenwirtschaftsgesetz. Hier müssen Sie beachten, dass keine Schenkungen zwischen Ihnen und Ihrer Freundin vorgenommen werden, die eventuell Schenkungssteuer auslösen könnten, also sollte zb Ihre Freundin die erhaltene Kaufsumme aus Ihrem Hausverkauf als Eigentümerin in Thailand sich auch Ihrem Konto gutschreiben lassen. GGfs. kann es Probleme bei der Kontoeröffnung geben, wenn Ihre Freundin keinen deutschen Wohnsitz nachweisen kann und nur die alleinige thailändische Staatsbürgerschaft besitzt. Anderenfalls müssten Sie für die auf Ihren Namen geführten Konten in der Schweiz sowieso ein auf Ihren Namen lautendes Konto in Deutschland eröffnen und müssten das Geld aus dem Hausverkauf auf Ihr Konto überweisen lassen. Aus welchem Grund Sie Gelder nach Deutschland überweisen, spielt keine Rolle. Wenn Ihre Freundin in Deutschland ein Konto hat oder Sie, kann Sie selbstverständlich Geld nach Deutschland überweisen (auch auf Ihr Konto).
3. Der Erwerb einer Zweitwohnung in Deutschland über die Sie jeder Zeit verfügen bzw. diese nutzen können, macht wenig Sinn, da Sie dann auf jeden Fall dann einen steuerlichen Wohnsitz in Deutschland begründen und somit unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig werden, unabhängig davon, ob Sie weniger als 183 Tage in Deutschland bleiben. Entweder Sie ziehen permament um oder Sie bleiben in Thailand. Dies hängt von verschiedenen auch persönlichen Faktoren ab, was Sie bevorzugen bzw. aus welchen Beweggründen Sie nach Deutschland zurückkehren wollen. Mit Wohnsitznahme und Tätigkeit in Deutschland wird der Arbeitslohn in Deutschland steuerpflichtig.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.04.2013 | 04:00

Vielen Dank für Ihre ausführlichen Antworten.

Etwas ist mir allerdings noch unklar :

Tatsächlich ist es so, dass man in Deutschland kein Konto eröffnen kann, ohne das man einen dortigen Wohnsitz nachweist.
Ich oder meine Freundin müssten demnach in Deutschland einen Wohnsitz anmelden (z.B. bei meiner Mutter), um ein Konto zu eröffnen und danach die Geldtransfers zu realisieren.

Sollte man dabei beachten, dass die Kontoeröffnung und die Anmeldung des Wohnsitzes kurz vor den Geldtransfers erfolgen, um die Vorgehensweise zu rechtfertigen ?

Die Geldtransfers würden definitiv über 12500,- Euro liegen.
Was passiert denn, wenn die Bank die Transfers an das Finanzamt meldet ? Welche Nachweise müssten ich oder meine Freundin dann erbringen ?

Vielen Dank für eine Anwtort.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2013 | 17:16

Die Bank meldet die Transfers grundsätzlich nicht dem Finanzamt; Sie müssen allerdings mit Rückfragen bei der Versteuerung der Erträge rechnen. Hier können die Verträge aus dem Verkauf vorgelegt werden ggfs. in Übersetzung.
Die Meldung als Wohnsitz und der Geldtransfer können zeitlich zusammenfallen; müssen aber nicht zwingend.

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