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Umzug ins Ausland, das gemeinsame Sorgerecht

17.01.2008 13:26 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit Jahren geschieden und habe mit meinem Ex-Ehemann das gemeinsame Sorgerecht für unsere 11-jährige Tochter, die die ganze Zeit bei mir lebt.

Ende April ziehe ich zusammen mit meiner Tochter aus beruflichen Gründen in die Schweiz.

Könnten Sie mich bitte darüber informieren, ob ich vom Vater meiner Tochter eine sog. Einwilligung brauche. Wenn ja, bei welcher Instanz/an welcher Stelle wird diese verlangt? Aus der Schweiz habe ich die Info bekommen, dass sie nichts derartiges brauchen. Nach dem Gespräch mit dem Vater meiner Tochter hat er mir mündlich bestätigt, dass er dem Umzug zustimmen wird.

Jeddoch möchte ich gerne wissen, ob er doch etwas schriftliches mir geben sollte/müsste, und wenn ja, dann in welcher Form.

Vielen herzlichen Dank und mit freundlichen Grüssen
Kristina Mumber

Sehr geehrte Fragestellerin,

herzlichen Dank für Ihre Frage und das damit entgegengebrachte Vertrauen.

Eine Zustimmung des Kindesvaters ist vorliegend zwingend erforderlich. Aus Beweiszwecken sollten Sie sich diese schriftlich gegen lassen.

Vorliegend ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht als Teil des Sorgerechts betroffen. Da der Kindesvater grds. die gleichen Mitbestimmungsrechte im Rahmen des Sorgerechts hat und ein Wegzug und damit eine Ortsänderung nicht nur die Belange des Kindes in elementarer Weise betrifft, kann der Wegzug nicht einseitig beschlossen werden.

Natürlich kann eine Zustimmung in der Form erfolgen, dass der Kindesvater nichts gegen den Umzug nachträglich unternimmt. Hierauf sollten Sie sich jedoch nicht verlassen. Die Zustimmung dient alleine Ihrer Absicherung, dass der Kindesvater im Rahmen des Sorgerechts nicht gerichtlich den Umzug verhindert beziehungsweise rückgängig machen will. Dabei dürfte vorliegend lediglich die deutsche Gerichtsbarkeit betroffen sein.

Sie sollten sich daher die schriftliche Zustimmung vom Kindesvater geben lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-


www.stracke-und-collegen.com

Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2008 | 08:55

Sehr geehrter Herr Joachim,

vielen Dank!
Ich hätte da noch eine kleine Nachfrage.
Reichts es, wenn er eine formlose schriftliche Bestätigung gibt oder muss es offiziell beglaubigt o.ä. werden?

Mit freundlichen Grüßen
Kristina Mumber

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2008 | 10:07

Sehr geehrte Fragestellerin,

eine schriftliche Zustimmung one Beurkundung ist ausreichend, Sie sollten jedoch darauf achten, dass die Zustimmung so bestimmt, d.h. genau wie möglich hinsichtlich der neuen Anschrift und des Zeitpunktes des Umzugs mit in das Schriftstück aufgenommen wird.

Ich hoffe, auch Ihre Nachfrage hilfreich beantwortet zu haben und stehe Ihnen gerne weiterhin zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.stracke-und-collegen.com

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